Unzufriedenheit mit aktueller Digitalpolitik wächst

Umfrage

Veröffentlicht 22.01.2021 10:30

Die Bevölkerung hierzulande ist unzufrieden mit digitalen Bildungsangeboten, digitalen Verwaltungsangeboten und digitalen Gesundheitsdiensten. Acht von zehn Befragten wünschen sich aufgrund der Corona-Krise mehr den Fokus auf digitalpolitische Themen zu legen. Handlungsbedarf ist vorhanden. Denn die Bedeutung digitaler Infrastrukturen wächst weiter.

Die Unzufriedenheit der Deutschen mit der aktuellen Digitalpolitik von Bund und Ländern nimmt drastisch zu. So geben über 70 Prozent der Befragten einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. an, unzufrieden mit den Angeboten im Bereich digitale Bildung, digitale Verwaltung und digitale Gesundheitsdienstleistungen zu sein.

Best Practices im Gesundheitswesen nötig

So sieht die Mehrheit der Befragten (78,6 Prozent) deutlichen Handlungsbedarf der Bundesregierung, gerade jetzt angesichts der Coronakrise und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen und Distanzgebote, einen stärkeren Fokus auf digitalpolitische Themen zu setzen. Der Anteil der Menschen, die vom Bund mehr Engagement in Sachen Digitalisierung wünschen, ist damit gegenüber dem Sommer nochmals um rund 13 Prozent gewachsen. Anfang August 2020 hatten bereits 65,4 Prozent der Befragten sich von der Bundesregierung einen stärkeren Fokus auf digitalpolitische Themen gewünscht.

Nicht nur im Bildungssektor gibt es Probleme. Auch in den Bereichen eGovernment bzw. digitale Verwaltungsangebote in Krisenzeiten oder auch im digitalen Gesundheitswesen (siehe bspw. SORMA) besteht Anlass zur Sorge, ob die dringend notwendige Implementierung funktionierender digitaler Lösungen mit dem sich täglich zuspitzenden Verlauf der Krise mithalten kann.

Digitale Infrastrukturen immer wichtiger

Neben der digitalen Bildung sehen die Befragten vor allem im Bereich Ausbau digitaler Infrastrukturen (77,2 Prozent) starken politischen Handlungsbedarf. Rechenzentren und Internetknotenpunkte wie der DE-CIX in Frankfurt laufen seit Beginn der Corona-Krise auf Hochtouren und haben bewiesen, dass sie auch angesichts des in kurzer Zeit enorm angestiegenen Datenverkehrs, zuverlässigen und störungsfreien Internetzugang gewährleisten, obwohl Betreiber digitaler Infrastrukturen in Deutschland schwierige Rahmenbedingungen vorfinden.

Quelle: Meinungsforschungsinstituts Civey
Foto: Adobe Stock / sdecoret


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