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Robotik-OP setzt neuen Standard bei Harninkontinenz
Category : Robotik
Published by Kai Wehrs on 30.01.2026 10:10

Urologen setzen neuen Standard - Asklepios Klinik Altona etabliert Da Vinci-OP für die Implantation eines künstlichen Harnblasenschließmuskels bei Frauen. Es ist ein bedeutender Fortschritt in der Behandlung schwerster Harninkontinenz bei Frauen:

In der Asklepios Klinik Altona wurde am 20. November 2025 erstmals ein künstlicher Harn-blasenschließmuskel mithilfe des Da Vinci-Robotersystems implantiert.

Nach einer definierten und für die 73-jährige Patientin problemlosen Heilungsphase ist der implantierte künstliche Harnblasenschließmuskel jetzt erfolgreich in Funktion gegangen.

Die Operation, durchgeführt von Dr. med. Osama Andura, Ltd. Oberarzt der Urologie, markiert die Etablierung dieser hochspezialisierten robotischen Expertise in der Asklepios Klinik Altona als erstem Standort in Norddeutschland. Mit der erfolgreichen Etablierung dieser Methode schließt die Asklepios Klinik Altona eine Versorgungslücke in Norddeutschland und bietet Patientinnen, die seit Jahren an therapieresistenter Harninkontinenz leiden, eine spezialisierte Behandlungsoption mit nachgewiesen besseren Ergebnissen.

Die Asklepios Klinik Altona setzt auch bei diesem komplexen Eingriff auf die roboter-assistierte Technik, um die Behandlung für die Patientinnen sicherer und schonender zu gestalten. Prof. Dr. med. Christian Wülfing, Chefarzt der Abteilung für Urologie in der Asklepios Klinik Altona: „Der Einsatz des Da Vinci-Roboters ist ein Wendepunkt in der Behandlung dieser komplexen Fälle. Er ermöglicht uns eine höhere Präzision und eine bis zu zehnfache Vergrößerung in 3D-Sicht. Gerade bei Patientinnen mit vielen Voroperationen können wir dadurch selbst kleinste anatomische Strukturen exakt erkennen und gezielt behandeln. Das schont die Beckenbodenmuskulatur und reduziert das Risiko, empfindliche Nerven- und Muskelstrukturen zu verletzen.“
Studien (Bsp.: Open vs. Robot-Assisted Artificial Urinary Sphincter Implantation in Women with Stress Urinary Incontinence: A Multicenter Comparative Study - PubMed) haben gezeigt, dass die roboter-assistierte Implantation im Vergleich zur konventionellen offenen Technik signifikant bessere Ergebnisse erzielen kann, darunter eine höhere Kontinenzrate (z. B. 83 % vs. 62 %) und eine deutlich geringere Rate an Fällen, in denen das Implantat nach einem Jahr wieder entfernt werden musste. Die präzise Arbeitsweise führt in der Regel zu einer geringeren Gewebeschädigung und einer schnelleren Genesung der Patientinnen.

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Bild: © Asklepios Klinik Altona

Harninkontinenz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die in Deutschland etwa fünf bis zehn Millionen Menschen betrifft. Rund 85 % davon sind Frauen. Während die meisten Fälle konservativ oder minimalinvasiv behandelt werden können, leiden sehr wenige Frauen unter einer ausgeprägten Belastungsinkontinenz des höchsten Schweregrads (Grad 3), bei denen die gängigen Therapien versagen. Für diesen hochselektierten Patientenkreis ist die Implantation eines künstlichen Schließmuskels die letzte und effektivste Therapieoption. Deutschlandweit handelt es sich dabei um eine sehr seltene Operation, die hochgerechnet nur 15 bis 25 Mal pro Jahr durchgeführt wird. Bislang erfolgte dieser Eingriff robotisch assistiert primär an spezialisierten Standorten in Süd- und Mitteldeutschland.

Gut für Hamburg

Die Asklepios Klinik Altona gehört zu den sieben Kliniken, davon vier Krankenhäuser der Maximalversorgung, die Asklepios in Hamburg betreibt. Patient:innen profitieren bei urologischen Krankheitsbildern von der interdisziplinären Behandlung innerhalb der Asklepios Kliniken und der standortübergreifenden Zusammenarbeit der Kliniken in Altona, Barmbek, Harburg, Rissen und Wandsbek. Bereits seit 20 Jahren ist Asklepios ein verlässlicher Partner im Hamburger Gesundheitswesen und versorgt rund die Hälfte aller Krankenhauspatient:innen in der Hansestadt. Die intensive Zusammenarbeit von Spezialist:innen aus 28 medizinischen Disziplinen in standortübergreifenden Fachgruppen und interdisziplinären Netzwerken sichert eine besonders hohe Behandlungsqualität. Gemeinsam sorgen die unterschiedlich spezialisierten Expert:innen im Team für eine flächendeckende Spitzenmedizin für alle.

Quelle: © Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA

Bild: © Asklepios Klinik Altona

Symbolbild: KI-generiert (OpenAI / ChatGPT)