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Living Labs als Brücke zwischen Digitalinnovation und Klinikalltag
Category : Digitalisierung
Published by Kerstin Müller on 27.02.2026 10:40

Von der Idee in den Versorgungsalltag: Regionale Living Labs unterstützen die Einführung digitaler Anwendungen. Ostsachsen schafft durch das Living Lab eine neue Testumgebung für innovative Ansätze in der medizinischen Versorgung. Digitale Innovationen versprechen bedeutende Fortschritte für die medizinische Versorgung – doch ihr Weg in die Regelversorgung ist oft herausfordernd.

Bild: Im LivingLab in Sachsen wurden Seniorinnen und Senioren aktiv in die Entwicklung der Pilot-App ActiveTEP einbezogen. Foto: CCS GmbH

Genau hier setzte das EU-geförderte Interreg-Projekt „Health Labs4Value“ (HL4V) an: In den vergangenen drei Jahren wurden digitale Lösungen gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Akteuren im Versorgungsalltag entwickelt und erprobt. Um diesen Transfer von Innovationen in die Praxis gezielt voranzutreiben, hat in Ostsachsen die Carus Consilium Sachsen GmbH (CCS) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden eines von fünf europäischen Living Labs etabliert.

Das Gesundheitswesen in Europa steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Der demografische Wandel, die wachsende Prävalenz chronischer Erkrankungen und der Fachkräftemangel erfordern neue Versorgungsmodelle, die Effizienz, Qualität und Patientenorientierung gleichermaßen berücksichtigen. Im Rahmen des EU-geförderten Interreg-Projekts „Health Labs4Value“ sind in insgesamt fünf mitteleuropäischen Ländern (Ungarn, Slowenien, Tschechische Republik, Deutschland und Polen) sogenannte Living Labs entstanden. In diesen arbeiten Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, klinischer Versorgung und täglicher Praxis sowie Nutzende der Lösung Hand in Hand zusammen. Ein Ziel dabei ist es innovative Ansätze nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern sie unter realen Bedingungen auf ihre Wirksamkeit und ihren Nutzen für Patientinnen und Patienten als auch das Personal zu prüfen.

Durch die Nutzung eines Living Lab, das gemeinsam von der Carus Consilium Sachsen GmbH und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden in Ostsachsen etabliert wurde, konnte seit März 2023 die Entwicklung der digitalen Lösung ActiveTEP prototypisch unterstützt und interdisziplinär getestet werden. Die App bindet Anwendende aktiv in ihren Genesungsprozess ein und gewährleistet eine durchgängige Begleitung von der Diagnose bis zur vollständigen Mobilität nach der Operation. So stärkt sie die Selbstverantwortung der Patientinnen und Patienten, entlastet medizinisches Personal und verbessert nachweislich die Behandlungsergebnisse im Sinne einer wertorientierten Versorgung. „Durch das Living Lab in unserer Gesundheitsregion Ostsachsen haben wir einen Raum geschaffen, in dem Innovationen ihre Praxistauglichkeit beweisen müssen“, erklärt Johannes Klaus, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH. „Nur wenn neue Lösungen direkt vor Ort funktionieren und einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten bieten, können sie nachhaltig im Gesundheitssystem verankert werden“, ergänzt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. Das Projekt HL4V unterstreicht damit die Bedeutung der engen Verzahnung von Forschung und Praxis für eine moderne Gesundheitswirtschaft.

Living Lab Ostsachsen sucht innovative Gesundheitslösungen
Auch nach dem offiziellen Projektende im Februar 2026 wirken die aufgebauten Strukturen von HL4V nachhaltig weiter: Die fünf europäischen Living Labs bleiben als Lern- und Innovationsplattformen bestehen und bilden gemeinsam ein starkes mitteleuropäisches Netzwerk für eine wertorientierte Gesundheitsversorgung.

Vor diesem Hintergrund lädt die Carus Consilium Sachsen GmbH Start-ups, Unternehmen und Entwicklerteams aus dem Bereich Digital Health zu einem fachlichen Austausch ein. Die CCS GmbH bringt ihre Erfahrungen aus der Entwicklung und Erprobung digitaler Anwendungen im Versorgungsalltag ein – insbesondere zur nutzerzentrierten Weiterentwicklung, zur Einbindung von Patientinnen und Patienten sowie von Fachpersonal und praxistauglichen Vorgehensweisen. Interessenten können sich an folgende E-Mail-Adresse wenden: info@carusconsilium.de.

Über Health Labs4Value
Das Projekt Health Labs4Value wurde seit März 2023 mit einer Laufzeit von drei Jahren über das Interreg Central Europe Programm finanziert. Das Ziel des Innovationsprojektes ist die Verbesserung der Patientenversorgung, der Sicherheit und Effizienz. Die neu eingeführten digitalen Versorgungslösungen werden so auch erhebliche Auswirkungen auf den Gesundheitssektor in Europa, Deutschland und Sachsen haben. Das vom INTERREG Central Europe Programm finanzierte Projekt Health Labs4Value zielt darauf ab, das Gesundheitssystem durch den Einsatz der Methoden Living Labs und Co-Creation zu verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt Health Labs4Value
www.interreg-central.eu/projects/health-labs4value
www.facebook.com/HealthLabs4Value
www.linkedin.com/groups/9346332 




Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Foto: CCS GmbH