
Wenige Orte sind so auf das Funktionieren von Technologie angewiesen, wie moderne Krankenhäuser. Die Verfügbarkeit von Patientendaten und medizinischen Geräten ist entscheidend für den Behandlungserfolg und die Effzienz der Behandlung, im Notfall sogar für Leben und Tod. Eine zentrale und gleichzeitig unerlässliche Herausforderung ist daher die Digitalisierung im Krankenhaus.
Die digitale Transformation im Krankenhaus gelingt einfach und sicher durch cloudbasierte Lösungen und standardisierte Prozesse, die den KHZG-Fördermitteln entsprechen. Automatisierte Prozesse wie FHIR-basierte Datenintegration für Patientenakten, OP-Dokumentation und Frühwarnsysteme optimieren den Workflow, reduzieren Fehler und ermöglichen Echtzeit-Analysen mit KI. Interoperabilität wird durch FHIR-REST-APIs und IHE-Profile gewährleistet, die nahtlosen Austausch zwischen KIS, LIS und PACS erlauben – kompatibel mit ISiK und gematik-Vorgaben.
Schnelle, zuverlässige Installation erfolgt schlüsselfertig via Cloud (z. B. SaaS-Modelle ohne On-Prem-Setup), oft in Stunden durch Browser-Zugriff und Firewall-Freigabe, mit hoher Sicherheit durch B3S-Standards, Verschlüsselung und Compliance. Verantwortlich sind der Chief Digital Officer (CDO) für Strategie und Ressourcen sowie der CIO für IT-Umsetzung und Governance.
Diese Ansätze minimieren Risiken, steigern Effizienz und unterstützen patientenzentrierte Versorgung für deutsche Kliniken unter NIS2 und AI Act.
CDO und CIO die Zusammenarbeit im Krankenhaus
CDO und CIO gestalten ihre Zusammenarbeit im Krankenhaus durch klare Rollenverteilung und regelmäßige Abstimmungen, um Konflikte bei überschneidenden Aufgaben zu vermeiden. Der CDO bringt strategische Vision und Innovation ein, während der CIO operative Machbarkeit und IT-Stabilität sicherstellt – eine ergänzende Partnerschaft für erfolgreiche Digitalisierung.
Rollenverteilung
Der CDO entwickelt die Digitalstrategie, priorisiert Projekte und leitet Change Management. Der CIO übernimmt technische Umsetzung, Infrastruktur, Sicherheit und Budgetsteuerung. Diese Trennung minimiert Doppelarbeit und nutzt Stärken beider Rollen.
Abstimmungsmechanismen
Regelmäßige Meetings in Steuerungsgremien, Projekt-Boards oder Lenkungsausschüssen sorgen für Transparenz und gemeinsame Ziele. Gemeinsame Zielvereinbarungen und klare Schnittstellen verhindern Konkurrenz, z. B. bei der Technologieauswahl.
Praktische Beispiele
Beim digitalen Medikationsmanagement definiert der CDO das Zielbild und integriert Prozesse, der CIO prüft Kompatibilität und rollt aus. In Unikliniken wie Charité wirken sie interdisziplinär ohne Hierarchie, um Innovationen zu überzeugen. Solche Synergien fördern Akzeptanz und Wettbewerbsvorteile.
Stimmiges Gesamtkonzept
Ohne moderne IT-Strategie werden viele Krankenhäuser die Transformation nur mit hohen Zusatzbelastungen schaffen. Die Verantwortlichen stehen unter hohem Druck, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um wirtschaftlich zu bleiben und eine gute Versorgung sicherzustellen.
Digitalisierung kann nur gelingen, wenn ein Krankenhaus ein stimmiges Gesamtkonzept hat. Das gilt ebenso für die IT-Sicherheit: Wer einen schlechten Prozess digitalisiert, hat am Ende einen schlechten digitalen Prozess. Umso wichtiger ist es, dass die IT-Strategie die Gesamtausrichtung einer Klinik unterstützt und sich an der strengen Regulatorik im Gesundheitswesen orientiert.
Autor: Wolf-Dietrich Lorenz
Quelle: Krankenhaus-IT Journal, Ausgabe 01/2026 - Stand Februar 2026
Symbolbild: WS Studio 1985/AdobeStock