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Digital unterstützte Implantate: Neue Ansätze für personalisierte Therapien bei Gefäßerkrankungen
Category : Forschung
Published by Kerstin Müller on 17.04.2026 10:30

Personalisierte Implantate für Gefäßerkrankungen. Schnellere Entwicklung von individuellen Lösungen - Projekt STRIVE wird mit 2,3 Millionen Euro gefördert

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) erhält gemeinsam mit der Medizin-ischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) 2,3 Millionen Euro Forsch-ungsförderung. Ziel ist die Entwicklung personalisierter Implantate bei Gefäßerkrankung-en. Bislang ist die Passform standardisiert, eine Maßanfertigung verspricht für Patientinnen und Patienten eine verbesserte Wirkung und weniger Komplikationen. Die Klinik für Radio-logie und Neuroradiologie des UKSH, Campus Kiel, hat die Mittel beim Bundesforschungs-ministerium für ihr Projekt STRIVE eingeworben. Der fünfjährige Förderzeitraum beginnt am 1. Juli 2026.

Bild: Prof. Dr. Olav Jansen, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, und Projektleiterin Dr. Mariya Pravdivtseva mit einem Gefäßmodell, das auf Basis von Bildgebungsdaten mittels 3D-Druck hergestellt wurde. Dieses Modell kann an eine Pumpe angeschlossen werden, um einen realistischen Blutfluss zu simulieren. So können Aneurysma-Behandlungen mit Implantaten durchgeführt und die Ergebnisse von Simulationen validiert werden. Foto: UKSH Bild in Originalgröße

STRIVE (Simulation-based Trials for Vascular Treatment) soll die schnellere Entwicklung personalisierter Implantate zur Behandlung von Schwachstellen an Gefäßwänden ermöglichen (Aneurysmen). Hier können durch einen Riss lebensbedrohliche Blutungen entstehen. Gezielt platzierte Implantate verändern den Blutstrom und können die Gefäßwand schützen und die Heilung fördern.

Digitale Zwillinge, künstliche Intelligenz

Nicht nur der Forschungsinhalt, auch die Methodik ist äußerst innovativ. Durch die Erstellung digitaler Zwillinge von Patientinnen und Patienten sowie von Implantaten können Behandlungsergebnisse vorhergesagt werden – ohne invasive Eingriffe oder großangelegte Studien.

Außerdem nutzt das Forschungsteam künstliche Intelligenz, um aus den Simulationen neue Gefäßimplantate zu entwerfen, anschließend zu fertigen und real zu prüfen.

„Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger Prozess, der von digitalen Modellen zu greifbaren medizinischen Lösungen führt – mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Dr. Olav Jansen, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie und Ärztlicher Direktor des campusübergreifenden Radiologiezentrums. „Unser Ansatz ermöglicht die Entwicklung personalisierter Therapien, senkt Kosten und Entwicklungszeiten für die Herstellung neuer Implantate und reduziert den Bedarf an klinischen Studien“, ergänzt Projektleiterin Dr. Mariya Pravdivtseva, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik.

STRIVE ist inhaltlich eng mit der Initiative für Digitale Implantatforschung (IDIR) des UKSH, der CAU und des Helmholtz-Zentrums HEREON verbunden. Ziel dieser interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, Implantatforschung und -entwicklung durch modernste Technologien auf ein neues Niveau zu heben.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel - Klinik für Radiologie und Neuroradiologie 

Bild: UKSH