
PreciseOnco: Uniklinik Köln an EU-Großprojekt beteiligt. 14,9 Millionen Euro EU-Förder-mittel für die Integration von Spektralbildgebung, Robotik und KI in interventionelle Onkologie. Das Forschungsprojekt „PreciseOnco“ soll die Präzision minimalinvasiver Krebs-therapien deutlich erhöhen. Durch die Kombination aus hochentwickelter Bildgebung, robotischer Instrumentenführung und Künstlicher Intelligenz wollen die Partner die Behandlung sicherer, zielgenauer und effizienter machen – mit dem Ziel, Tumore zuverlässiger zu kontrollieren, gesundes Gewebe besser zu schützen und Patientinnen und Patienten schonendere Therapieoptionen zugänglich zu machen.
Die Uniklinik Köln ist Teil des europäischen Forschungsverbunds „PreciseOnco“, der im Rahmen der Innovative Health Initiative (IHI) eine Förderung in Höhe von 14,9 Millionen Euro erhält. Ergänzt wird diese öffentliche Förderung durch 9 Millionen Euro an Sachleistungen sowie zusätzliche Beiträge von Industriepartnern. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungs- und Innovationsprogramm umfasst unter anderem fünf klinische Studien zur Validierung der entwickelten Technologien.
Ziel des Konsortiums ist es, die Präzision minimalinvasiver Krebstherapien entscheidend zu verbessern. Hierzu sollen moderne Spektralbildgebung, robotergestützte Assistenzsysteme und KI-basierte Auswertungsverfahren systematisch kombiniert und in klinischen Abläufen erprobt werden. Das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Uniklinik Köln bringt ihre Gesundheitsökonomische- und Versorgungsforschungsexpertise in die multizentrischen Studien ein.
Das öffentlich-private Konsortium vereint Industrieunternehmen (Philips, Quantum Surgical, IGEA), die European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR), die Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe (CIRSE) sowie führende universitäre Zentren in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Neben der Uniklinik Köln beteiligen sich das University Medical Center Utrecht (UMCU), das Leiden University Medical Center (LUMC), Assistance Publique–Hôpitaux de Paris (APHP; Hôpital Henri-Mondor) sowie die Hospices Civils de Lyon (HCL).
Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, neue technologische Standards für Präzision, Sicherheit und Effizienz in der minimalinvasiven Krebsbehandlung zu etablieren. Mit jährlich rund 2,7 Millionen Neuerkrankungen in Europa und einer weltweit zunehmenden Krebsinzidenz wächst der Bedarf an wirksamen und zugleich schonenden Therapieverfahren. Minimalinvasive Verfahren wie thermische Ablationen, Radioembolisation oder Elektrochemotherapie ermöglichen häufig kürzere Erholungszeiten und geringere Nebenwirkungen als offene chirurgische Eingriffe. Ihr Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der Bildqualität und der exakten Platzierung der Instrumente im Tumorgewebe ab.
Hier setzt PreciseOnco an: Mithilfe der Spektralbildgebung – einer erweiterten Form der CT- und Cone-Beam-CT-Technologie – sollen Gewebeunterschiede präziser dargestellt werden. Robotische Führungssysteme sollen die millimetergenaue Platzierung von Nadeln und Instrumenten unterstützen. KI-Algorithmen wiederum sollen Bildqualität optimieren, Strahlendosis reduzieren und in Echtzeit Rückmeldung über den Behandlungserfolg geben. Ziel ist es, bereits während des Eingriffs sicher beurteilen zu können, ob ein Tumor vollständig behandelt wurde.
Das Projekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert, darunter die Weiterentwicklung spektraler Bildgebung, KI-basierte Bildverarbeitung, Integration robotischer Assistenzsysteme, multizentrische klinische Validierung sowie gesundheitsökonomische Analysen.
Im Rahmen von fünf klinischen Studien werden die Technologien in unterschiedlichen Tumorentitäten und interventionellen Abläufen geprüft:
Mit der Integration modernster Bildgebung, Robotik und KI will das Konsortium die interventionelle Onkologie auf eine neue technologische Stufe heben. Langfristig soll dadurch die Behandlungsqualität europaweit harmonisiert, die Patientensicherheit erhöht und der Zugang zu hochpräzisen minimalinvasiven Therapien erweitert werden.
Die Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) fördert das Projekt unter der Grant Agreement No. 101252582. Die IHI JU wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union sowie durch Industrieverbände der Life-Science-Branche unterstützt.
Quelle: © Universitätsklinikum Köln