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KI im Klinikalltag: Darmstadt-Dieburg nutzt datenbasierte Unterstützungssysteme
Category : Künstliche Intelligenz News
Published by Kerstin Müller on 29.04.2026 12:50

Thema Künstliche Intelligenz in den Kreiskliniken. Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg setzen zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) ein: In der Kardiologie, die bereits bei der Bildanalyse KI einsetzt und derzeit die KI-unterstützte EKG-Beurteilung einführt. Die Klinik für Innere Medizin I setzt zudem seit 2024 eine KI-Unterstützung bei der Polypenerkennung in der Endoskopie ein.

„Die KI markiert im Dickdarm verdächtige Läsionen, die dann beurteilt und dann gegebenenfalls abgetragen werden“, erklärt Prof. Dr. Martin-Walter Welker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I an der Kreisklinik in Groß-Umstadt. „Das funktioniert mittlerweile ganz gut“, sagt Welker, allerdings, so betont er, sei dies nur ein Hilfsmittel. Ein erfahrener Untersucher könne die Läsionen – Schädigungen oder Störungen einer anatomischen Struktur – in der Regel auch ohne KI erkennen. „Dennoch stellt dies eine zusätzliche Sicherheit dar, nichts zu übersehen. Dies ist wichtig, da übersehene Polypen zu sogenannten Intervallkarzinomen führen können“, sagt Welker.

An den Kreiskliniken beschäftigt sich Prof. Welker intensiv mit dem Thema KI und lädt nun in Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Gilead zu einer Fortbildung für Ärzte ein: Am Mittwoch, 20. Mai, wird Dr. Nada Abedin von Beust, Internistin und Notärztin sowie Ärztin in der Gastroenterologie/Hepatologie, zudem Gründerin von „AIxMedical“, in Groß-Umstadt über den Einsatz von KI in der Hepatologie referieren. In einem Workshop-Teil wird aber auch der praktische Umgang mit KI-Models vermittelt werden. Prof. Dr. Welker moderiert die Veranstaltung.

Der Einsatz von KI nimmt in verschiedenen medizinischen Bereichen einschließlich des Prüfens von Medikamenteninteraktionen stetig zu. „Aus meiner Sicht sind die Chancen gut, dass der Einsatz von KI die Patientensicherheit erhöhen kann und insbesondere die Diagnostik verbessert wird“, erklärt Welker. Ungelöst sind laut dem Chefarzt noch rechtlich-ethische Probleme: Wer trägt bei einer KI-gestützten Diagnose die letzte Verantwortung? Der Entwickler der KI oder der Arzt vor Ort? „Aktuell ist es der Arzt“, sagt Welker. Aber was ist, wenn der Arzt zu einer anderen Schlussfolgerung als die KI kommt? „Darf er, muss er, kann er gegen die KI entscheiden? Wie wird das begründet und wie ist dann die Haftung? „Ein wichtiges Thema mit vielen offenen Punkten, dem wir uns aber stellen müssen“, sagt Prof. Dr. Welker.

„Ein spannendes Thema, dem wir uns interessiert zuwenden“, sagt Christoph Dahmen, Betriebsleiter der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. „Die KI liefert schnellere und medizinisch gesicherte Befunde“, sagt er. Betriebsleiterin Pelin Meyer ergänzt: „Sie ersetzt zwar nicht hochqualifizierte Mediziner, aber sie ist schon jetzt ein wirkungsvolles Hilfsmittel, um die Patientensicherheit und die Diagnostik weiter zu verbessern.“

 

Quelle: ©  Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Symbolbild: KI-Illustration, generiert mit ChatCPT/OpenAI