
Jubiläen am Institut für Allgemeinmedizin - Symbolische Grundsteinlegung für Modell-projekt „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“
Die Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig blickt in diesem Jahr auf 25 Jahre Entwicklung in Forschung und Lehre zurück. Gleichzeitig feiert mit dem Leipziger Kompetenzpfad Allgemeinmedizin (LeiKA) eines der erfolgreichsten Nachwuchs-programme des Instituts sein zehnjähriges Bestehen. Ein neues Forschungsvorhaben ist das Modellprojekt „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“, für welches am 3. Juni 2026 der Grundstein gelegt wurde. Das Ziel: In einem realitätsnahen Praxisumfeld sollen digitale und KI-basierte Technologien für die ambulante Medizin erforscht werden.
Im Mittelpunkt des Instituts-Jubiläums steht LeiKA: Das Programm begleitet Medizinstudierende über die gesamte Ausbildung hinweg und bereitet sie gezielt auf die ambulante Versorgung sowie eine mögliche hausärztliche Tätigkeit vor. Herzstück des Programms ist ein individuelles 1:1-Mentoring in hausärztlichen Praxen. Aktuell nehmen 180 Studierende am Programm teil, davon sind rund ein Drittel über die sächsische Landarztquote beteiligt. Die Studierenden werden von knapp 100 ärztlichen Mentor:innen begleitet, von denen mehr als die Hälfte in Kleinstädten oder ländlichen Regionen tätig sind. Darüber hinaus bietet LeiKA semesterbegleitende und jahrgangsübergreifende Seminare sowie regelmäßige Vernetzungstreffen an.

Bild: Prof. Markus Bleckwenn begrüßt Vertreter:innen neuer Lehrpraxen, die Studierende in ihrer Ausbildung unterstützen. ©Universität Leipzig, Foto: Swen Reichhold
„LeiKA zeigt seit zehn Jahren, wie erfolgreiche Nachwuchsförderung in der Allgemeinmedizin gelingen kann: durch persönliche Begleitung, frühe Praxiserfahrung und enge Vernetzung mit engagierten Hausärztinnen und Hausärzten in Stadt und Land. Dass sich heute so viele Studierende bewusst für die ambulante Versorgung interessieren, ist ein starkes Signal für die Zukunft der wohnortnahen Medizin“, sagt Prof. Dr. Markus Bleckwenn, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Leipzig.

Bild: Das Fachpublikum testet die ersten digitalen Anwendungen. ©Universität Leipzig, Foto: Swen Reichhold
Neben LeiKA wurden in den vergangenen Jahren weitere innovative Lehrprojekte zur Förderung des haus- und landärztlichen Nachwuchses aufgebaut wie zum Beispiel das länderübergreifende Projekt MiLaMed unter dem Motto „Lernen, wo andere Urlaub machen“. Zu den weiteren, aktuellen Schwerpunkten des Instituts für Allgemeinmedizin zählen die Entwicklung von Konzepten für die Hausarztpraxis der Zukunft, die interprofessionelle Behandlung und die wohnortnahe Versorgung. Die klinische und wissenschaftliche Forschung in Hausarztpraxen stehen dabei im Zentrum: Das Institut für Allgemeinmedizin Leipzig kooperiert mit 238 Ärzt:innen in zahlreichen akademischen Lehrpraxen in Stadt und Land. Hinzu kommt ein etabliertes sachsenweites Netzwerk von Forschungspraxen sowie ein Praxen- und Patientenbeirat, der partizipative Forschung unterstützt.

Bild: Projektleiter Jonas Werner im Austausch mit Ärzt:innen zur „Zukunftspraxis Mitteldeutschland", die in der BioCity auf rund 300 Quadratmetern entstehen wird. ©Universität Leipzig, Foto: Swen Reichhold
Modellprojekt „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“
Zugleich hat das Institut seine Forschungsaktivitäten kontinuierlich erweitert. Mit der „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“ wird ein Modellprojekt aufgebaut, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein realitätsnahes Praxisumfeld zu schaffen, in dem digitale und KI-basierte Technologien für die ambulante Medizin erprobt, demonstriert und wissenschaftlich untersucht werden können. In enger Zusammenarbeit mit Praxen der Region entwickeln Medizininformatiker, Ingenieure und Ärzte des Instituts für Allgemeinmedizin und des ICCAS-Institutes der Medizinischen Fakultät sowie des Zentrums für Medizinische Innovation und Technologie (MITCenter) daran, neue digitale Versorgungskonzepte unmittelbar in die alltägliche Patientenversorgung einzubringen.
Die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre zeigt: Die Allgemeinmedizin in Leipzig verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit praxisnaher Ausbildung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, auch Dank der finanziellen Förderung durch den Freistaat Sachsen.
Erstellt von: Peggy Darius
Kontakt: Prof. Dr. Markus Bleckwenn - Universitätsprofessor
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