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Robotische Thoraxchirurgie in Dresden weiter auf Wachstumskurs
Category : Robotik
Published by Kerstin Müller on 25.06.2026 11:50

Thoraxchirurgie setzt auf minimalinvasive und robotische Chirurgie

Abteilung baut Engagement aus, um mehr Patientinnen und Patienten die Vorteile der Robotik zu bieten. Lungenkrebsscreening soll zukünftig helfen, Tumore früher zu erkennen und die Prognose zu verbessern.

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden baut sein Engagement in der Thorax-chirurgie weiter aus. Nachdem im vergangenen Herbst Dr. Alexander Kern die Leitung der Abteilung in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie übernommen hat, wurden vielfältige Vorhaben zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie angeschoben.

Bild: Dr. Alexander Kern mit seinem Patienten Hans-Jürgen Zarschler

„Die Thoraxchirurgie befindet sich aktuell in einer Phase wichtiger Innovationen. Diese Entwicklung möchten wir in Dresden aktiv mitgestalten“, sagt Dr. Alexander Kern. Der Schwerpunkt liegt auf der minimalinvasiven und robotischen Chirurgie und einer maßgeschneiderten, individuellen Diagnostik und Operationsplanung. „Im Sinne einer effektiven und schonenden Therapie für Patientinnen und Patienten setzen wir auf die Chancen, die uns innovative technische Lösungen bieten. Die Thoraxchirurgie ist nur ein Beispiel dafür, wie das gelingen kann. Dabei setzen wir auch auf interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die enge Verzahnung zur Forschung“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

Bereits heute werden rund 60 bis 70 Prozent der thoraxchirurgischen Eingriffe am Universitätsklinikum Dresden minimalinvasiv durchgeführt. Ein großer und stetig wachsender Anteil davon erfolgt robotisch mit dem DaVinci-OP-Robotik-System mit speziellen, abwinkelbaren Instrumenten. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Patientinnen und Patienten die Vorteile moderner, schonender Operationsverfahren zugänglich zu machen. Dazu gehören weniger Schmerzen, eine schnellere Erholung und häufig auch ein kürzerer Krankenhausaufenthalt“, sagt Dr. Alexander Kern, der seit vergangenem Jahr den Bereich verantwortet. Dabei setzen er und sein Team auf modernste Chirurgie, innovative Krebsmedizin und wissenschaftliche Expertise. Neben dem hochspezialisierten Programm für minimalinvasive und robotische Thoraxchirurgie setzen die Medizinerinnen und Mediziner mit dem interdisziplinären Thoraxzentrum auf eine enge Zusammenarbeit mit Pneumologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie. Dabei stehen auch hier individuelle Therapien stärker im Fokus. Unter anderem bietet dieses Zentrum neben dem operativen Spektrum modernste Konzepte der Immun- und zielgerichteten Therapie, die unmittelbare Einbindung der Patientinnen und Patienten in innovative klinische Studien sowie die enge Verzahnung von Patientenversorgung und universitärer Forschung an.

Moderne Krebsmedizin lässt Dresdner hoffen

Hans-Jürgen Zarschler aus Dresden hofft, dass dieser Krankenhausaufenthalt erst einmal sein letzter war. Ende 2025 war bei dem 75-Jährigen Lungenkrebs diagnostiziert worden. „Ich hatte anhaltenden, starken Husten. Habe auch Blut gehustet. Nach der Bronchoskopie hatte ich Gewissheit“, sagt der gelernte Zimmermann. Es folgte eine kombinierte Immun/Chemotherapie. Schließlich wurde ihm der linke Lungenoberlappen entfernt. Die Operation Anfang Juni erfolgte minimalinvasiv mit dem DaVinci-OP-Roboter über wenige kleine Schnitte zwischen den Rippen. Sein Arzt, Dr. Alexander Kern, hat sich bewusst für diesen Eingriff entschieden. „Der robotische Eingriff bot sich in diesem Fall besonders an, weil wir nach einer Vorbehandlung mit der Immun- und Chemotherapie äußerst präzise und schonend operieren müssen. Die hochauflösende 3D-Sicht und die abwinkelbar-beweglichen Instrumente des Roboters ermöglichen ein sehr exaktes Arbeiten in anatomisch anspruchsvollen und engen Regionen des Brustkorbs“, sagt er.

Das Ergebnis überzeugt. Hans-Jürgen Zarschler konnte bereits kurze Zeit nach dem Eingriff mobilisiert werden, hatte nur geringe Schmerzen und konnte das Krankenhaus nach fünf Tagen verlassen. Die Prognose ist günstig, da durch die Kombination aus Immuntherapie und Operation der zunächst fortgeschrittene Tumor deutlich verkleinert und danach sicher und vollständig entfernt werden konnte. Der Patient kommt zudem engmaschig in die Nachsorge. Das gemeinsame Ziel hat er zusammen mit seinem Arzt fest im Blick: die Heilungschancen durch die Kombination moderner medikamentöser Therapien und präziser Chirurgie weiter zu verbessern. „Dieser Fall zeigt beispielhaft, wie moderne Krebsmedizin heute funktioniert: Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, innovative Immuntherapien und hochpräzise robotische Chirurgie können wir Patientinnen und Patienten Behandlungsmöglichkeiten anbieten, die noch vor wenigen Jahren nicht denkbar gewesen wären“, sagt Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. 

Forschung an individuellen Behandlungskonzepten

In den kommenden Monaten will sich das Team der Thoraxchirurgie noch breiter aufstellen. Neue klinische Studien wurden initiiert und parallel die wissenschaftlichen Aktivitäten ausgebaut. Dabei beschäftigen sich die Expertinnen und Experten insbesondere mit der Frage, wie das Immunsystem mit Lungenkrebs und Lungenmetastasen interagiert und wie daraus neue, individuellere Behandlungskonzepte entwickelt werden können. Dieses Engagement ist auch bei der Zertifizierung des Thoraxzentrums relevant. Ein weiteres wichtiges aktuelles Thema ist das Lungenkrebsscreening, das seit April dieses Jahres von den Krankenkassen übernommen wird. Durch die frühere Erkennung von kleinen Tumoren können mehr Patientinnen und Patienten in frühen, heilbaren Stadien besser behandelt werden. Das Angebot soll zeitnah am Uniklinikum Dresden in Kooperation mit weiteren Kliniken in Sachsen etabliert werden. „Unser Ziel ist es, die Thoraxchirurgie in Dresden als einen der führenden Standorte für die komplexe Behandlung des Lungenkarzinoms mittels innovativer diagnostischer Verfahren, minimalinvasiver OP-Techniken und wissenschaftlich fundierter Patientenversorgung weiter zu entwickeln“, sagt Dr. Alexander Kern 

Weitergehende Informationen
www.ukdd.de/vtg 

Quelle: © Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Bild:  © Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden