
Meilenstein für die Region: Charité bietet alle neun G-BA-Zentren an
Mit dem neuen Lungenzentrum verfügt die Charité nun über alle neun Zentren, die nach G-BA-Regelung ausgewiesen sind. Das bedeutet höchstmögliche Behandlungsqualität und Unterstützung anderer Krankenhäuser durch Televisiten, Fallkonferenzen und ad‑hoc Beratungen – und damit einen großen Gewinn für die Patientenversorgung und -sicherheit in Berlin und darüber hinaus.
Bild: Die Arbeitsgruppe Lungenzentrum (v.l.): Veronika Triphan, Maximilian Schumacher, Prof. Martin E. Kreis, Prof. Martin Witzenrath, Prof. Jens-Carsten Rückert, PD Dr. Holger Müller-Redetzky
Ein G-BA-Zentrum ist ein Krankenhaus, das vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte Qualitätsanforderungen erfüllt und von der zuständigen Landesbehörde als spezialisiertes Zentrum für bestimmte komplexe Erkrankungen oder Behandlungen ausgewiesen ist. Zu den Qualitätskriterien gehören die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, erfahrene Behandlungsteams mit hohen Fallzahlen, spezialisierte Versorgungsmöglichkeiten rund um die Uhr sowie regelmäßige Qualitätskontrollen.
G-BA-Zentren übernehmen Aufgaben für andere Häuser
Das Besondere an den G-BA-Zentren ist aber, dass sie nicht nur die Versorgung von Patient:innen vor Ort übernehmen, sondern auch besondere Aufgaben für andere Krankenhäuser, etwa Beratung, Fortbildung oder die Koordination komplexer Behandlungen. Zu den Leistungen, die ein Zentrum für ein anderes Krankenhaus beziehungsweise die dort versorgten Patient:innen erbringt, zählen zum Beispiel Televisiten im stationären Bereich sowie interdisziplinäre Fallkonferenzen, aber auch eine ad-hoc-Beratung, wenn die Charité zu externen Fällen kurzfristig angefragt wird.
Mit der kürzlich erfolgten Ausweisung des Lungenzentrums vereint die Charité nun alle neun nach G‑BA‑Regelung definierten Zentren unter einem Dach. „Auf diese Entwicklung sind wir wirklich stolz“, erklärt Prof. Martin E. Kreis, Vorstand Krankenversorgung. „Wir sind das einzige Krankenhaus in Deutschland, das in diesem Umfang Verantwortung für seine Versorgungsregion übernimmt. So verbessern wir die Behandlungsqualität weit über die Charité hinaus.“
Standort- und fachübergreifende Versorgung
Was die Charité‑Zentren besonders macht, ist ihre standortübergreifende Organisation. Experten an verschiedenen Standorten und aus unterschiedlichen medizinischen und wissenschaftlichen Disziplinen arbeiten Hand in Hand, um eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie zu gewährleisten.
„Der fachliche Austausch unterstützt schon jetzt die Behandlungsqualität zum Wohle der Patientinnen und Patienten, insbesondere bei komplexen, bei schweren und seltenen Erkrankungen“, unterstreicht Prof. Martin Witzenrath, Direktor der Klinik für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Intensivmedizin und Leiter des neuen Lungenzentrums. „Die Charité kann interdisziplinäre und interprofessionelle Expertisen aufbieten, die nicht in jedem Krankenhaus vorgehalten werden können. Es ist sehr erfreulich, dass wir nun auch in der Lungenmedizin das offizielle Mandat haben, anderen Krankenhäusern und ihren Patient:innen mit unseren Stärken zu helfen. Diese Zusammenarbeit auf eine neue Stufe zu heben, ist das Ziel des Lungenzentrums.“
Quelle: © Charité – Universitätsmedizin Berlin
Bild: © Charité