
Klinikum stärkt Patientensicherheit
Das Konzept stammt aus der Luftfahrt, nun soll es auch im Klinikum Lüneburg zum Einsatz kommen: Mit Crew Resource Management (CRM) führt das Klinikum ein praxiserprobtes Trainings- und Arbeitskonzept ein, das weltweit in Hochrisikobereichen – unter anderem in der Medizin – erfolgreich angewendet wird. Gefördert wird die Maßnahme von der Techniker Krankenkasse, Projektpartner ist Dr. med. Marcus Rall, CRM-Experte und Leiter des Insti-tuts für Patientensicherheit & Teamtraining (InPASS).
Klare Abläufe entlasten die Mitarbeitenden
„Das Vorhaben erhöht die Patientensicherheit, profitieren werden aber im ersten Schritt unsere Mitarbeitenden“, freut sich Pflegedirektor Patrick Evel. Anhand eines strukturierten Konzeptes, das ursprünglich für Cockpit-Besatzungen entwickelt wurde, werden Rollenverteilung, Kommunikation und Abläufe in verschiedenen Bereichen des Klinikums systematisch erprobt. „Das stärkt die Resilienz der Pflegenden“, ist Evel überzeugt. „Denn wer in einem freundlich-kollegialen Umfeld mit professioneller Kommunikation und optimalen Abläufen arbeitet, zieht noch mehr Zufriedenheit aus unserem Beruf.“
Gemeinsames Handwerkszeug für komplexe Situationen
Start des Projektes wird in der Zentralen Notaufnahme sein. Der neue Chefarzt Nomayy Oweidi bringt umfassende Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit an einem großen Universitätsklinikum mit. „Hier bei uns in der Notaufnahme und insbesondere auch im Schockraum arbeiten wir oft unter Zeitdruck und mit wechselnden Teams. Das Crew Resource Management gibt uns ein gemeinsames Handwerkszeug, um in diesen Situationen klarer, sicherer und effizienter zu handeln“, so Oweidi.
Menschliche Faktoren im Mittelpunkt
Während des dreijährigen Projektes werden interprofessionelle Teams – darunter Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte und weitere Beteiligte – in praxisnahen Formaten geschult. Das Klinikum knüpft damit an ein bereits bestehendes Schlaganfall-Team-Training an, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt. „Im Fokus stehen dabei vor allem die menschlichen Faktoren im Arbeitsalltag – etwa die Schaffung gut strukturierter Abläufe, wirksamer Team-Kommunikation, Rollenklärung, Entscheidungsfindung und gegenseitige Unterstützung“, erklärt die Chefärztin der Neurologie, Prof. Waltraud Pfeilschifter, die dieses Training mit nach Lüneburg gebracht und nun auch das Projekt CRM initiiert hat.
CRM soll dauerhaft verankert werden
„Patientenversorgung ist ein hoch anspruchsvoller, komplexer Auftrag – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Auch wenn wir alle adäquat ausgebildet sind und diesen Job mit einer sehr hohen Eigenmotivation machen, sind Fehler gerade unter Zeitdruck und Ressourcenknappheit einfach unvermeidlich. Crew Resource Management wirkt auf vielen Ebenen der Teamarbeit, um Fehler zu minimieren oder rechtzeitig abzufangen, bevor sie bei unseren Patienten ankommen“, beschreibt Pfeilschifter.
Das Klinikum Lüneburg plant, CRM dauerhaft in Fortbildung, Einarbeitung und Qualitätsarbeit zu verankern.
Quelle: Klinikum Lüneburg
Bild: Klinikum Lüneburg