
Bei der KH-IT-Herbsttagung „30 Jahre KH-IT“ am 16. und 17.9.2026 macht Ecky Oester-hoff, Senior Business Developer CGM, den Teilnehmern mit Krankenhausverantwortung Mut. Er proklamiert: Navigieren zwischen Politik, Herstellern und der harten Digitalisie-rungsrealität mit Haltung, Strategie und einem klaren Blick für das Machbare.. Ein Gespräch mit dem Krankenhaus IT Journal über „Politik, Hersteller und Digitalisierungsrealist“
Foto: Ecky Oesterhoff, Senior Business Developer CGM - KI-gestützt bearbeitet und digital erweitert.
Welches ist der konkrete Anlass für Ihre Themenwahl?
Ecky Oesterhoff: Der Gesprächspunkt auf der Herbsttagung „Zwischen Politik, Hersteller und Digitalisierungsrealist" trifft genau jenen Punkt, an dem ich seit Monaten in meiner täglichen Arbeit stehe: Die gesundheitspolitischen Vorgaben (GeDIG, EHDS, TI-Transformation 2030) entwickeln sich in hohem Tempo weiter, die Herstellerlandschaft konsolidiert und positioniert sich neu, und gleichzeitig müssen Krankenhäuser mit begrenzten Ressourcen, Fachkräftemangel und laufendem Betrieb genau diese Vorgaben operativ umsetzen. Diese drei Ebenen – Politik, Hersteller, Realität vor Ort – laufen aktuell nicht synchron, und genau diese Reibung möchte ich transparent machen, statt sie zu beschönigen.
Welche Impulse sollen Verbände wie der KH-IT den IT-Krankenhausmanagern insbesondere geben?
Ecky Oesterhoff: Verbände wie KH-IT und bvitg sollten vor allem drei Dinge leisten: Erstens Übersetzungsarbeit – regulatorische Vorgaben wie GeDIG oder EHDS so aufbereiten, dass sie für IT-Verantwortliche in der Klinik handlungsleitend werden, nicht nur ein weiterer Compliance-Punkt auf der Liste sind. Zweitens eine ehrliche Impulsgeber-Rolle: Mut machen, Innovationsprojekte anzustoßen, aber auch offen benennen, wo Rahmenbedingungen (Finanzierung, Personal, Interoperabilitätsstandards) noch nicht mithalten. Drittens Vernetzung – der Austausch zwischen Häusern, die bereits Erfahrungen mit Ökosystemen oder KI-Projekten gesammelt haben, und denen, die noch am Anfang stehen, ist oft wertvoller als jede Einzelberatung.
Wie sollten sich IT-Verantwortliche künftig für den Wandel durch Ökosysteme, KI und Plattformen rüsten?
Ecky Oesterhoff: Aus meiner Sicht braucht es einen Wechsel der Grundhaltung: weg vom Denken in einzelnen Systemabgrenzungen (KIS/HIS, PVS, Portale als Silos), hin zu einer Architektur- und Schnittstellenkompetenz. Wer künftig Ökosysteme und Plattformen sinnvoll integrieren will, muss FHIR, openEHR und die gematik-Standards nicht nur kennen, sondern aktiv in Beschaffungs- und Ausschreibungsprozesse einbringen. Bei KI kommt hinzu: IT-Verantwortliche müssen sich weniger als Technikbetreiber und mehr als Governance- und Risikomanager verstehen – Fragen der Datenqualität, Erklärbarkeit und Verantwortlichkeit werden wichtiger als die reine Funktionsauswahl. Und ganz praktisch: Kompetenzaufbau im eigenen Haus, damit man Herstellerversprechen kritisch einordnen kann.
Was wollen Sie den Teilnehmern der KH-IT-Herbsttagung 2026 vor allem vermitteln?
Ecky Oesterhoff: Im Kern eine realistische, aber nicht resignative Perspektive: Die politischen Weichen für Digitalisierung im Gesundheitswesen sind gestellt, die Werkzeuge und Standards entwickeln sich weiter – aber der Erfolg entscheidet sich am Ende in den Häusern selbst, in der Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, Partner klug auszuwählen und Veränderung als kontinuierlichen Prozess statt als Einzelprojekt zu begreifen. Ich möchte Mut machen, aktiv mitzugestalten, statt nur auf Vorgaben zu reagieren.
Programm KH-IT-Herbsttagung 2026
Was bringt uns die Zukunft - Medizin von Morgen, was erwartet uns in der IT!
15. September 2026
16. September 2026
30 Jahre KH-IT - Blickwinkel auf die digitale Gesundheitsversorgung 2030
Thomas Süptitz, Referatsleiter „Cybersicherheit und Interoperabilität“, Bundesministerium für Gesundheit, Markus Holzbrecher-Morys, Geschäftsbereichsleiter - Digitalisierung und eHealth, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Dr. Phlilip Stachwitz, Leiter Stabstelle Digitalisierung Kassenärztliche Bundesvereinigung, Rainer Höfer, Abteilungsleiter Digitalisierung und IT, GKV-Spitzenverband
StartUps 4 HealthCare
17. September 2026
Die Agendaverantwortlichen: Andreas Lockau (lockau@kh-it.de), Lars Forchheim (forchheim@kh-it.de) und Thorsten Schütz (schuetz@kh-it.de). Alexandra Heimel, Organisation (tagung@kh-it.de).
Die Tagung findet in Präsenz statt.
KH-IT und Information aus der Praxis für die Praxis
Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für Mitglieder, eine Frühjahrstagung in der Regel im Mai und eine Herbsttagung im September. Wichtiger Bestandteil ist das Networking und die Gespräche unter den Kollegen. Fördermitglieder sind vor Ort und informieren an den Ausstellerplätzen über ihre Neuerungen. Der praxisbezogene Austausch mit IT-Leiter-Kollegen wird von beiden Seiten geschätzt. Der Verband vertritt die Interessen der Krankenhaus-IT Leiterinnen und Leiter. Er macht es sich zur Aufgabe, die Stellung der IT in der Klinik zu stärken im Sinne einer bestmöglichen und wirtschaftlichen Unterstützung der Patientenversorgung.
Quelle: www.kh-it.de
Foto: Ecky Oesterhoff, Senior Business Developer CGM
Bildhinweis: Porträtfoto KI-gestützt bearbeitet und digital erweitert.