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KIG startet neue Spezifikationsaufträge für mehr Interoperabilität im Gesundheitswesen
Category : Digitalisierung
Published by Kerstin Müller on 11.09.2026 09:20

Spezifikationsaufträge und weitere Beauftragungen des KIG

Spezifikationsentwicklung durch das KIG

Das Kompetenzzentrum Interoperabilität im Gesundheitswesen (KIG) nimmt gemäß § 385 SGB V eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Bereitstellung interoperabler Standards ein.

Laut §385 hat das KIG einerseits nach Absatz 1.1 die Aufgabe natürliche Personen oder juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts mit der Spezifikation von technischen, semantischen und syntaktischen Standards, Profilen, Leitfäden, Informationsmodellen, Referenzarchitekturen und Softwarekomponenten zu beauftragen und andererseits nach Absatz 1.6. die Möglichkeit ebendiese Spezifikationen selbst zu entwickeln. 

Die Grundlage hierfür bilden insbesondere die Bedarfe, die sich aus den Positionspapieren der Arbeitskreise ergeben, sowie aus weiteren Beauftragungen innerhalb des SGB V. Auf diese Weise stellt das KIG sicher, dass notwendige Lösungen zielgerichtet, effizient und im Einklang mit den Anforderungen des Gesundheitswesens entwickelt werden.

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über aktuell laufende, geplante und abgeschlossene Spezifikationsaufträge des KIG.

Aktuell laufende Spezifikationsaufträge/ Beauftragungen

Spezifikationserstellung Therapieziel in der Onkologie

Dienstleister: Berlin Institut of Health (BIH)

Laufzeit: April bis September 2026

Aktuell gibt es verschiedene Initiativen in der FHIR Community, die Datensätze in der Onkologie, insbesondere den onkologische Basisdatensatz (oBDS), in FHIR zu übertragen um hier einen interoperablen, strukturierten Datenaustausch zu ermöglichen.

Die überwiegenden Datenelemente wurden bereits in FHIR im Rahmen der MII übertragen. Um die Daten perspektivisch für die Forschung sinnvoll nutzbar zu machen, fehlt eine Standardisierung der Therapieziele des Patienten, beziehungsweise eine zusammenfassende Klammer über Daten eines Patienten im Rahmen eines care plans (Behandlungsabschnitt) zu erfassen. Beispielsweise sollte dargestellt werden ob bestimmte Medikamente im Rahmen einer kurativen oder palliativen Therapie verordnet wurden. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass diese Liste nicht nur im Rahmen der Krebsregistern Anwendung finden wird, sondern genauso relevant für andere chronische und komplexe Erkrankungen ist, wie zum Bespiel Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen. In enger Abstimmung mit den Krebsregistern und der MII (Medizin Informatik Initiative) sollte diese Werteliste auch in das Erweiterungsmodul Onkologie der MII aufgenommen werden.

Weiterführende Informationen

Machbarkeitsanalyse zur Generierung von FHIR Narratives

Dienstleister: Gefyra GmbH

Laufzeit: Juli bis Oktober 2026

FHIR-Profile und Extensions werden zunehmend komplexer und spezialisierter. Empfangende Systeme können mitunter nicht oder verzögert alle verwendeten Profile vollständig unterstützen oder interpretieren. Ohne standardisierte FHIR Narratives besteht die Gefahr, dass klinisch relevante Informationen für Anwender nicht lesbar oder nicht verständlich dargestellt werden – mit potenziell kritischen Folgen für die Patientenversorgung.

Um diese Lücken zu schließen benötigt es folgende Aspekte:

  1. Verbindliche Regeln und Leitlinien
  2. Geeignetes Tooling
  3. Integration in bestehende Profilierungen
  4. Berücksichtigung der EHDS-Vorgaben
  5. Strategien für den EU-Kontext

Die Implementierung dieser Maßnahmen sichert die Interpretierbarkeit von Gesundheits-daten auch bei heterogener Systemlandschaft und trägt maßgeblich zur Patientensicher-heit und Versorgungsqualität bei.

Mit dieser Ausschreibung soll analysiert werden, wie die o.g. Aspekte adressiert und ggf. Vorgaben gemacht werden können. Das Ergebnis dieser Ausschreibung wird ein Dokument mit Handlungsempfehlungen für das KIG umfassen

Geplante Spezifikationsaufträge/ Beauftragungen

Studie Kosten fehlender Interoperabilität von IT-Systemen im ambulanten und stationären Sektor des deutschen Gesundheitswesens

Laufzeit: September 2026 - März 2027

Im deutschen Gesundheitswesen bestehen weiterhin erhebliche Defizite in der Interoperabilität von IT-Systemen zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern. Insbesondere fehlt es an standardisierten, durchgängigen und tatsächlich verfügbaren Schnittstellen
für den sektorenübergreifenden Austausch medizinischer und administrativer Daten (z. B. Laborwerte, Bilddaten, Arztbriefe).
Die mangelnde Interoperabilität führt zu zusätzlichen Aufwänden und Kosten, beispielsweise durch:
Mehrfacherfassung und manuelle Übertragung von Daten,

Ziel der Studie ist die ökonomische Ermittlung und Bewertung der Kosten, die Leistungserbringenden im ambulanten und stationären Bereich durch fehlende Interoperabilität entstehen. Die Studie soll insbesondere:

Abgeschlossene Spezifikationsaufträge/ Beauftragungen

Grundlagenanalyse für DE Kernprofile

Dienstleister: fbeta GmbH & Gefyra GmbH

Laufzeit: Februar bis Juli 2026

Vor dem Einsetzen der Governance für Kernprofile (siehe Empfehlungen Arbeitskreis) und den damit verbundenen Spezifikationsarbeiten, sollen innerhalb der Ausschreibung Vorarbeiten geleistet werden, auf denen die eingesetzten Organe aufsetzen können. Die Ergebnisse der Analyseaufträge münden in einem Abschlussdokument mit Empfehlungen zur Priorisierung von Kernprofilen, Nachnutzung von bereits bestehenden Profilen und die Wirkungsfelder im Kontext des EHDS.

Ergebnisdokument

INA ist die nationale Wissensplattform für Interoperabilität. Sie soll Ihre erste Anlaufstelle für Interoperabilität im Gesundheitswesen werden. Dafür erweitern wir kontinuierlich die Inhalte und Funktionen von INA.

 

 

Quelle: © gematik GmbH

Symbolbild: KI-Illustration, generiert mit ChatCPT/OpenAI