
Magdeburg wird zum Treffpunkt der chirurgischen Forschung
Mehr als 300 Expertinnen und Experten diskutieren bei den 29. Chirurgischen Forschungs-tagen über KI, Robotik, neue Biomarker und die Zukunft der chirurgischen Medizin
Wie sieht die Chirurgie der Zukunft aus? Welche Rolle spielen Künstliche Intelligenz, robotische Assistenzsysteme und neue Biomarker? Und wie gelangen technologische Entwicklungen aus Forschung und Industrie in die klinische Anwendung? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich vom 24. bis 26. September 2026 mehr als 300 Expertinnen und Experten aus Klinik, Forschung und Industrie bei den 29. Chirurgischen Forschungstagen in Magdeburg.
Die Klinik für Allgemein, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg ist in diesem Jahr Gastgeberin der Tagung der Sektion Chirurgische Forschung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Unter dem Motto „Biomarker und Technik – mit Zugkraft ins Zeitalter der Surgeomics“ geht es um aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der chirurgischen Forschung.
Auf dem Programm stehen unter anderem robotische Chirurgie, Künstliche Intelligenz, Organoide in der molekularen Onkologie und Ko-Klinische Studien, Immuntherapie und Transplantationsmedizin. Damit bildet die Tagung die gesamte Breite der aktuellen chirurgischen Forschung ab. Gleichzeitig werden auch die Forschungsschwerpunkte der Universitätsmedizin Magdeburg aufgegriffen – von Immunologie und Onkologie bis zu Medizintechnik und bildgestützten minimalinvasiven Verfahren. Ebenso wird der verantwortungsvolle Umgang mit Tierversuchen in Forschung und Ausbildung, sowie Herangehensweisen zur Verbesserung der Forschung vorgestellt und diskutiert.
Neben technologischen Entwicklungen widmet sich die Tagung auch Fragen, die über einzelne chirurgische Verfahren hinausreichen: Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit Frauen in Spitzenpositionen der Chirurgie, ein weiterer Programmpunkt mit den Veränderungen im Medizinstudium und im Berufsbild Chirurgie.
Von Biomarkern bis Robotik
Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Frage, wie neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse die Chirurgie verändern können. Moderne Biomarker und Verfahren wie die Liquid Biopsy eröffnen neue Möglichkeiten, Erkrankungen auf molekularer Ebene zu untersuchen. Gleichzeitig entwickeln Forschende und Technologiepartner neue robotische und bildgestützte Verfahren, die chirurgische Eingriffe künftig noch präziser und schonender unterstützen könnten.
Auch Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, von der Forschung bis zur klinischen Anwendung. Die Tagung bringt unterschiedliche Disziplinen zusammen und schafft damit Raum für den Austausch zwischen medizinischer Forschung, Medizintechnik und klinischer Praxis.
Technologie trifft klinische Anwendung
Wie aus klinischen Anforderungen gemeinsam mit Technologiepartnern neue Lösungen entstehen können, zeigt eine Innovationspartnerschaft zwischen der Universitätsmedizin Magdeburg und BEC Medical Robotics. Das Projekt steht bei der Eröffnungsveranstaltung im Mittelpunkt und verbindet klinische Medizin, Forschung und Technologieentwicklung.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt zudem auf dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Workshops vermitteln Grundlagen der experimentellen chirurgischen Forschung und geben jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Gelegenheit, eigene Forschung vorzustellen und sich mit erfahrenen Forschenden zu vernetzen. Damit greift die Tagung auch die Frage auf, wie die Chirurgie ihren wissenschaftlichen Nachwuchs für die Herausforderungen der kommenden Jahre gewinnen und qualifizieren kann.
„Die Chirurgischen Forschungstage bringen führende Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Sie bieten eine hervorragende Plattform, um wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen, neue Kooperationen anzustoßen und gemeinsam an Lösungen für die chirurgische Medizin der Zukunft zu arbeiten“, sagt Prof. Dr. med. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg und Tagungspräsident.
Mit dem Forschungscampus STIMULATE und dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF findet die Tagung an zwei Standorten statt, an denen Medizintechnik, Digitalisierung, Automatisierung und Forschung eng miteinander verbunden sind. Damit rückt auch der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die praktische Anwendung in den Fokus.
Weitere Informationen zum Programm gibt es hier.
Kontakt
Prof. Dr. rer. nat. Ulf Kahlert, Leiter der Forschung, Klinik für Allgemein, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der Universitätsklinik Magdeburg, Tagungssekretär, E-Mail schreiben
Quelle: Universitätsmedizin Magdeburg
Bild: Universitätsmedizin Magdeburg