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Universität Leipzig zeigt Forschung zu KI, Robotik und digitaler Medizin
Category : Forschung
Published by Kerstin Müller on 18.09.2026 08:40

Medizin der Zukunft: Universität Leipzig zeigt Forschung zum Mitmachen und Anfassen

Beim Offenen Regierungsviertel am 6. September 2026 interessierten sich zahlreiche Besucher:innen für die Universitätsmedizin Leipzig. Unter dem Slogan „sehen und gesehen werden“ präsentierte das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tou-rismus (SMWK) das Wissenschaftsland Sachsen mit aktuellen Forschungsprojekten für Groß und Klein. Die Universität Leipzig bot unter anderem spannende Einblicke zu Stoff-wechselkrankheiten, die im Exzellenzcluster LeiCeM erforscht werden.

Bild: Ein Besucher-Highlight war der Roboterhund vom Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie, kurz ICCAS. Ein weiteres Besucher-Highlight war der ICCAS-Roboterhund. Er machte anschaulich, welches Potenzial Robotik künftig auch im medizinischen und rettungsdienstlichen Umfeld haben kann. Fotos: SMWK|Ben Gierig. Bildhinweis: Das Beitragsbild wurde auf Basis der bereitgestellten Fotos mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu einer redaktionellen Collage gestaltet

Im Fokus der vorgestellten Projekte stand das Exzellenzcluster der Universität Leipzig, das Leipzig Center of Metabolism – LeiCeM, das sich der Erforschung häufiger Stoffwechselkrankheiten wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, Fettleber und ihrer Folgeerkrankungen widmet und das Ziel verfolgt, neue Therapieansätze zur Behandlung zu entwickeln. Unter dem Motto „Kalorien rein, Kalorien raus – geht diese Rechnung auf? Stoffwechselerkrankungen verstehen und verbessern“ konnten sich die Besucher:innen am LeiCeM-Stand im zweiten Obergeschoss des SMWK über die Forschungsthemen und klinischen Studien im Cluster informieren und spielerisch ihren eigenen Kenntnisstand testen. Vor Ort war auch  LeiCeM-Sprecher Prof. Dr. Michael Stumvoll, um mit den Besucher:innen über die Stoffwechselforschung ins Gespräch zu kommen. Ihr neu gewonnenes Wissen konnten die Besucher:innen dann auch gleich auf die Probe stellen: in einem selbstgestalteten Kalorien-Memory und einem interaktiven Quiz. Für die Teilnahme wurden die Interessierten mit einem Dreh am Glücksrad und kleinen Preisen belohnt, was bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankam.

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Bild: Der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (r.) freute sich im Gespräch mit Prof. Dr. Matthias Blüher, stellvertretender Sprecher des Exzellenzclusters LeiCeM, über die Beteiligung des Clusters am Offenen…

Von den kreativen Mitmachaktionen zeigten sich auch der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und die Staatssekretärin im SMWK Prof. Dr. Heike Graßmann begeistert, die am Vormittag die Stände der Aussteller:innen besichtigten. Sie freuten sich, dass so viele Leipziger Forschungsprojekte – allen voran das Exzellenzcluster LeiCeM – in Dresden vertreten waren, um das Offene Regierungsviertel am SMWK mit ihrem Informations- und Interaktionsangebot zu bereichern. 

Als Partnerinstitution des LeiCeM ist das Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) über die Forschung eng mit dem Exzellenzcluster vernetzt. Aus diesem Grund teilten sich beide Forschungszentren als Standnachbarn eine Ausstellungsfläche und verwiesen gegenseitig auf ihre jeweiligen Angebote. Das HI-MAG präsentierte seine aktuelle Forschung und Behandlungsansätze in den Bereichen Stoffwechsel, Adipositas und Gefäßerkrankungen und gab den Besucher:innen Einblicke in moderne Therapien. So klärte Prof. Dr. Matthias Blüher, Direktor des HI-MAG und Professor für klinische Adipositasforschung an der Universität Leipzig, interessierte Besucher:innen darüber auf, wie die sogenannte „Abnehmspritze“ dabei helfen kann, Adipositas zu behandeln – und für wen diese Therapie geeignet ist. Darüber hinaus hatten die Anwesenden die Möglichkeit, auf einer speziellen Waage ihre eigene Körperzusammensetzung messen zu lassen. Im Anschluss bekamen sie die Ergebnisse fachlich eingeordnet und erfuhren, wie diese Messmethoden in klinischen Studien eingesetzt werden. Für die jüngeren Besucher:innen des Offenen Regierungsviertels hielt das HI-MAG außerdem ein eigenes gestaltetes Malbuch bereit, mit dem die Kinder ganz nebenbei die unterschiedlichen Arten von Fettzellen und ihre Aufgaben kennenlernten. 

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Bild: KI verstehen, ausprobieren und hinterfragen: Am KIMed-Stand erhielten Besucher:innen Einblicke in das sächsische Verbundforschungsprojekt, konnten ihr Wissen beim KI-Quiz testen und erlebten mit dem „KI-Irrtum“, wie Daten KI-Ergebnisse beeinflussen. Foto: SMWK|Ben Gierig

Im Innenhof des SMWK wartete der Forschungs-Rettungswagen vom Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie, kurz ICCAS, auf Besuche. Die Forschenden zeigten, wie Rettungsdienst, Leitstelle und Klinik künftig digital miteinander vernetzt werden können. So lassen sich bereits während des Einsatzes medizinisch relevante Daten wie Vitalwerte, Bilder oder Videos übertragen und mit Informationen zur Einsatz- und Patientensituation verknüpfen. Ein weiteres Besucher-Highlight war der ICCAS-Roboterhund. Er machte anschaulich, welches Potenzial Robotik künftig auch im medizinischen und rettungsdienstlichen Umfeld haben kann.

Direkt nebenan lud die Langzeit-Kohorte LIFE Child zum Mitmachen ein: Blutdruck messen, ein Sporttest und Augenquiz standen auf dem Programm sowie eine Bastelaktion für Kinder und Jugendliche. Bislang sind rund 5.000 Sachsen an der mittlerweile 15-jährigen Langzeit-Studie der Universität Leipzig beteiligt. Vom Ungeborenen im Bauch bis zum Erwachsenenalter stellen Proband:innen ihre Gesundheitsdaten und Proben für die Forschung bereit. 

KI verstehen, ausprobieren und hinterfragen: Am KIMed-Stand im zweiten Obergeschoss erhielten Besucher:innen Einblicke in das sächsische Verbundforschungsprojekt, konnten ihr Wissen beim KI-Quiz testen und erlebten mit dem „KI-Irrtum“, wie Daten KI-Ergebnisse beeinflussen. Das KIMed-Team lud außerdem zum Austausch über die Medizin von morgen ein. Wissenschaftler:innen vom Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig nahmen die Gäste mit auf die Suche nach wirkungsvollen Medikamenten und präsentierten, wie medizinische Wirkstoffe mittels Computertechnik entwickelt werden können. Ihr Forschungsziel: Verschiedene Wirkstoffbibliotheken kreieren und damit für künftige Pandemien vorbereitet sein. Viren aus dem 3-D-Drucker zum Anfassen gab es auch. Die Station vom Institut für Hebammenwissenschaft und interprofessionelle Perinatalmedizin der Universität Leipzig freute sich über den Besucherandrang insbesondere von Familien und werdenden Eltern. Sie präsentierten ihre intuitive Arbeit mit allen Sinnen, zum Beispiel am Simulator eines Schwangerenbauches mit elektronischen Herztönen.

Quelle: © Universität Leipzig – Text: Peggy Darius / Karolin Breitschädel

Bildmaterial: SMWK|Ben

Bildhinweis: Das Beitragsbild wurde auf Basis der bereitgestellten Fotos mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu einer redaktionellen Collage gestaltet