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Zentrale KI-Infrastruktur für die Krankenhausverwaltung - Recare übernimmt adexto und stärkt Kliniken bei der Erlössicherung
Category : Aus dem Markt
Published by Kerstin Müller on 28.10.2026 10:20

Das Berliner Health-Tech-Unternehmen Recare übernimmt die adexto GmbH. adexto ist ein Dienstleister für Krankenhäuser und auf Abrechnung, Forderungsmanagement und die Be-arbeitung von Prüfverfahren des Medizinischen Dienstes (MD) spezialisiert. Recare macht die Erfahrung des adexto-Teams künftig skalierbar und über seine Plattform Krankenhäusern in ganz Deutschland zugänglich.

Recare Coding liefert Kodierfachkräften fallbegleitend oder nach der Entlassung KI-basierte Ko-diervorschläge. Recare MD-Management bereitet bei Anfragen des Medizinischen Dienstes die relevanten Informationen aus der Patientenakte auf und entwirft Widerspruchsschreiben mit dem Ziel, den ganzen MD-Prozess zu vereinfachen. Fachkräfte prüfen und geben dabei jeden Vor-schlag frei.

Die wichtigsten Punkte

• Recare übernimmt adexto, um Kliniken mit Fachexpertise in Forderungs- und MD-Management zu unterstützen.

• adexto ist ein spezialisierter Dienstleister mit 17 Experten aus den Bereichen Abrechnung, MD-Management und Forderungsmanagement.

• adexto verteidigt bis zu 50 Prozent der Fälle in MD-Prüfungen, bei beeinflussbaren Beanstandungen der Krankenkassen im Datenträgeraustausch sogar bis zu 90 Prozent. Damit erweitert Recare sein Portfolio, um Krankenhäusern unmittelbar noch mehr Expertise zur Verfügung zu stellen.

Das Know-how fließt zudem in die Weiterentwicklung der KI-Lösungen Recare Coding und Recare MD Management sowie neue Lösungen für die stationäre Abrechnung.

Die Übernahme fällt in eine Zeit, in der die Krankenkassen ab 2027 deutlich mehr Klinikrechnungen prüfen lassen dürfen, was für die Häuser höhere Erlösrisiken und mehr Arbeit in Medizincontrolling und Kodierung bedeutet, wo vielerorts schon heute Fachkräfte fehlen.

Genau hier setzen Recare und adexto an: KI entlastet die knappen Fachkräfte, damit Kliniken ihre Erlöse auch unter verschärften Prüfregeln sichern können. Recare etabliert sich so als zentrale KI-Infrastruktur für die Krankenhausverwaltung.

Was adexto mitbringt

Adexto ist in der stationären und ambulanten Abrechnung tätig, im Forderungsmanagement und Mahnwesen sowie bei MD-Prüfungen und Bean-standungen durch Krankenkassen. Drei wesentliche Schwerpunkte zeigen, was das für Kliniken bedeutet:

• Liquidität: Bei Häusern aller Versorgungsstufen sanken die offenen Forderungen um bis zu 70 Prozent, das im stationären Abrechnungsprozess gebundene Kapital um bis zu 50 Prozent.

• Erlössicherung: adexto verteidigte bis zu 90 Prozent der beeinflussbaren von den Krankenkassen im Datenträgeraustausch (DTA) beanstandeten Fällen erfolgreich, bei MD-Prüfungen waren es bis zu 50 Prozent.

• Erlösoptimierung: In den relevanten ambulanten Abrechnungsarten konnten Krankenhäuser ihre Erlöse um bis zu 15 Prozent steigern.

Recare baut KI-Plattform entlang des gesamten Behandlungsfalls

Recare deckt mit seiner Plattform bereits große Teile des Behandlungsfalls ab. Die Dokumentation entsteht KI-gestützt während des laufenden Falls. Kodierung und MDManagement werden von KI-Agenten darauf basierend unterstützt.

Durch die Übernahme von adexto erhält Recare die Kompetenz von Fachexperten in den Bereichen der stationären und ambulanten Abrechnung sowie Erörterungsverfahren mit dem MD. Das Ziel ist, diese Expertise durch KI-Agenten skalierbar in neue Services umzuwandeln, um Krankenhäusern kurzfristig mehr Liquidität durch Forderungsabbau und Abrechnungsautomatisierung zu liefern.

„Mit der Akquisition von adexto holen wir tiefes operatives Wissen aus der Krankenhausabrechnung und dem Umgang mit Prüfverfahren zu uns. Gemeinsam mit der technologischen Reichweite unserer Plattform schaffen wir so die Grundlage für einen durchgängig KI-gestützten Behandlungsfall. Unser Ziel ist es, von einer Verbesserung der Dokumentationsqualität ausgehend fallbegleitend eine Verbesserung und Unterstützung aller Erlösop-timierungs- und Abrechnungsprozesse zu erreichen. Damit wollen wir Kliniken je nach Verbundgröße 10 bis 100 Millionen Euro Ertrag pro Jahr sichern“, sagt Maximilian Greschke, Gründer und CEO von Recare.

„Wir erleben täglich, wie viel hochspezialisiertes Wissen und manuelle Arbeit in jedem Schritt steckt: von einer korrekten Krankenhausabrechnung über die Bearbeitung von Prüfverfahren bis zum Nachhalten des Zahlungseingangs der damit verbundenen Forderungen. Gemeinsam mit Recare können wir diese Erfahrung nun mit Technologie verbinden und einer deutlich größeren Zahl von Krankenhäusern zugänglich machen“, sagt Stefan Starke, Geschäftsführer von adexto.

adexto wird zunächst als eigenständige Einheit weitergeführt. Stefan Starke bleibt Geschäftsführer, für Kunden ändert sich an ihren Ansprechpartnern nichts. Langfristig ist die vollständige Integration von adexto in Recare vorgesehen.

Über Recare

Recare ist ein führendes deutsches Health-Tech-Unternehmen und unterstützt Krankenhäuser dabei, administrative Prozesse mit KI zu automatisieren und Bürokratie abzubauen – von der Dokumentation über die Kodierung bis zur Entlassung. Ursprünglich aus dem digitalen Entlassmanagement kommend, setzt das Unternehmen heute KI entlang des gesamten Behandlungsfalls ein.

Rund 75 Prozent aller deutschen Akutkrankenhäuser nutzen Recare; über die Plattform sind mehr als 26.000 Pflege- und Rehaeinrichtungen angebunden. Das Unternehmen wurde 2017 von Maximilian Greschke in Berlin gegründet und beschäftigt über 100 Mitarbeitende.

Quelle: Recare

Symbolbild: vectorfusionart/AdobeStock