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Studie zeigt zentrale Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung im Gesundheitswesen
Category : Digitalisierung
Published by Kerstin Müller on 06.11.2026 09:20

Leistungsfähiger, verlässlicher und unbürokratischer – Studie zeigt Weg für digitale Zukunft des Gesundheitswesens auf

Interoperabilität und einheitliche Standards gelten als wichtigste Voraussetzungen dafür, dass Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen wirkt. Doch KI, Zukunftstechnolo-gien und Einzelprojekte erhalten vergleichsweise mehr Aufmerksamkeit. Diese Diskrepan-zen ergeben sich aus Aussagen von Führungskräften im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), in Public-Health-Institutionen und von Leistungserbringern aus einer aktuellen Studie der ]init[ AG.

Bild 2: Dr. Eckart Pech, Chief Business Officer Health der ]init[ AG, sieht das Zusammenspiel von Grundlagen mit neuen Technologien in Verbindung mit Veränderungsmanagement als entscheidend für die kommende Digitalisierungsphase. © ]init[ AG
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Daraus lassen sich drei zentrale Handlungsfelder für nutzenstiftende Digitalisierung ableiten: Verbinden, Vereinfachen und Befähigen.

Die Studie hat untersucht, wie Digitalisierungsverantwortliche aus drei Kernbereichen des öffentlichen Gesundheitswesens zentrale Aspekte von Digitalisierung bewerten. Interoperabilität und einheitliche Standards sind aus Sicht von 80 Prozent der Befragten aller drei Bereiche die zentrale Voraussetzung dafür, dass weitergehende Digitalisierung, etwa durch KI, überhaupt greifen kann.

Des Weiteren offenbaren die Studienergebnisse eine große Lücke zwischen Themen, die als nützlich gesehen werden, und denen, die tatsächlich Aufmerksamkeit erhalten: Bei einheitlichen Workflows erwarten 97 Prozent der Befragten einen hohen Nutzen für ihren Arbeitsalltag, aber nur 10 Prozent sehen das Thema ausreichend beachtet. Bei Befähigung und Veränderungsmanagement sind es 96 Prozent Nutzen gegenüber 7 Prozent Aufmerksamkeit, bei Cloud-Betrieb und moderner IT-Architektur 84 Prozent gegenüber 7 Prozent.

Kontroverse Gewichtung von Themen im Digitalisierungsdiskurs

Zudem fokussiert sich Digitalisierung nach Einschätzung der Befragten stark auf Einzelprojekte (67 Prozent), Künstliche Intelligenz (46 Prozent) und Zukunftstechnologien (44 Prozent). Vergleichsweise zu wenig Raum bekommen Prozessoptimierung (44 Prozent), Datenqualität (40 Prozent) und Interoperabilität (40 Prozent). Diese Einschätzung richtet sich weniger gegen einzelne Themen als gegen deren Gewichtung im Diskurs.

„Die Studienergebnisse machen deutlich, dass erst das Zusammenspiel von Grundlagen mit neuen Technologien in Verbindung mit Veränderungsmanagement entscheidend ist für die kommende Digitalisierungsphase", sagt Dr. Eckart Pech, CBO Health der ]init[ AG.

Grundlagen für Digitalisierung dürfen nicht vernachlässigt werden

Die Ergebnisse lenken den Blick auf die Grundlagen, die den Einsatz digitaler Lösungen im Alltag ermöglichen. Menschen müssen neue Prozesse verstehen und anwenden können, nicht nur neue Technik bedienen. Die Befragten wünschen sich konkret verbindliche Standards, einheitliche Schnittstellen und einen Datenaustausch ohne Medienbrüche. Damit verbinden sie weniger Doppelarbeit, kürzere Bearbeitungszeiten und bessere Entscheidungsgrundlagen. Aktuell bewerten 57,5 Prozent den Datenaustausch als weniger gut oder gar nicht gut, nur 3,8 Prozent als gut.

Unterschiedliche Gewichtung bei ÖGD, Public Health und Leistungserbringern

Die drei befragten Gruppen sind sich in zentralen Punkten einig. Alle erwarten von Interoperabilität großen Nutzen. Bei den größten Defiziten gehen die Einschätzungen jedoch auseinander: Im ÖGD fehlen vor allem einheitliche Standards. Bei Public-Health-Institutionen ist es die Datenqualität, bei Leistungserbringern die Prozessoptimierung.

„Das deutsche Gesundheitssystem kann leistungsfähiger, verlässlicher und unbürokratischer werden. Ein echter Fortschritt ist nur möglich, wenn wir Digitalisierung über Sektorengrenzen hinweg denken. Und wenn wir aufhören, Digitalisierung als Selbstzweck zu begreifen", so der Appell von Dr. Eckart Pech.

Top-3-Handlungsfelder: Verbinden, Vereinfachen, Befähigen

Aus der Studie leiten sich drei zentrale Handlungsfelder ab: Verbinden (Interoperabilität und Standards), Vereinfachen (einheitliche Workflows, weniger Doppelerfassung und moderne IT-Architekturen) und Befähigen (Veränderungsmanagement und Qualifizierung). Die nächste Phase der Digitalisierung wird demnach nicht allein durch neue Anwendungen geprägt sein. Entscheidend ist, ob Standards, Daten, Prozesse und Organisationen so zusammenspielen, dass digitale Lösungen im Alltag verlässlich genutzt werden können.

Die vollständigen Ergebnisse sind in der Publikation „Wegweiser Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen – Zwischen Grundlagen und Innovation: Perspektiven aus ÖGD, Public-Health-Institutionen und Leistungserbringern" zusammengefasst.

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Bild: Studie der ]init[ AG weist den Weg in die digitale Zukunft des öffentlichen Gesundheitswesens © ]init[ AG
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Über die Studie

Die Studie „Wegweiser Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen" wurde im Auftrag der ]init[ AG von INNOFACT AG durchgeführt. Befragt wurden 106 Führungskräfte und Entscheider mit Verantwortung für Digitalisierungsentscheidungen, digitale Prozesse oder Schnittstellen aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (n=30) bzw. aus Landesgesundheitsämtern, aus Public-Health-Institutionen (n=26) wie bspw. Ministerien, Behörden und Forschungs-/Dateneinrichtungen auf Bundesebene sowie von Leistungserbringern (n=50), also Universitätskliniken, kommunalen Krankenhäusern oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).

Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen: Wo liegen die größten Hürden? Welche Themen versprechen den größten Effekt? Und welche Voraussetzungen braucht es für den nächsten Schritt? Die Feldzeit lag zwischen dem 16. Juli und dem 17. August 2026. Die Interviews wurden computergestützt telefonisch (CATI) auf Basis eines standardisierten Fragebogens geführt. Die Stichprobe ist gezielt zusammengestellt und nicht repräsentativ; die Ergebnisse zeigen Tendenzen und Wahrnehmungen der befragten Entscheider.

Über die ]init[ AG

Die ]init[ AG für digitale Kommunikation ist einer der umsetzungsstärksten Experten für Ende-zu-Ende-Digitalisierung. Das Leistungsportfolio umfasst das komplette Spektrum an Dienstleistungen in den vier Segmenten Beratung, Entwicklung, Umsetzung und Betrieb für ganzheitlich gedachte Digitalisierung. Der Fokus liegt auf dem öffentlichen Sektor, dem Gesundheitswesen und der Wirtschaft.

Das 1995 gegründete Unternehmen beschäftigt zusammen mit allen Tochtergesellschaften der ]init[-Gruppe in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Portugal und der Tschechischen Republik rund 1.400 Mitarbeitende. Im öffentlichen Gesundheitswesen deckt ]init[ das komplette Spektrum relevanter Organisationen ab: vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) über Gesundheitsministerien und deren nachgeordnete Behörden bis hin zu Einrichtungen der Selbstverwaltung (z. B. Medizinische Dienste) und der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie Leistungserbringern wie Universitätskliniken, Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren.

Zur Studienpublikation:
Wegweiser Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen

Quelle: © ]init[ AG

Bildmaterial: © ]init[ AG