Digitale Souveränität beginnt an der Schnittstelle

UWS

Veröffentlicht 05.02.2026 11:20, Kim Wehrs

Der aktuelle Zwischenbericht des DigitalRadar Krankenhaus zeigt: Der digitale Reifegrad deutscher Kliniken steigt. Gleichzeitig bleibt die systemübergreifende Vernetzung vielerorts hinter den Erwartungen zurück. Für IT-Verantwortliche bedeutet das: Die technische Ausstattung wächst, die Integrationsaufgabe bleibt.

Interoperabilität ist kein optionales Modernisierungsthema, sondern eine zentrale architektonische Fragestellung. Nur wenn Systeme strukturiert miteinander kommunizieren, entstehen durchgängige Prozesse zwischen Klinik-IT, Pflege, Medizin und Verwaltung.

Systemvielfalt erfolgreich vernetzen

Krankenhäuser verfügen heute über hochspezialisierte Fachlösungen. Jedes System erfüllt seine Funktion, in der Summe entsteht jedoch häufig eine fragmentierte IT-Landschaft. Interoperabilität bietet die Möglichkeit, diese Vielfalt produktiv zu nutzen. Ziel ist nicht die Reduktion funktionaler Spezialisierung, sondern ihre intelligente Vernetzung. Genau hier setzt der Herstellerverbund United Web Solutions (UWS) an. Die 13 mittelständischen Mitgliedsunternehmen sind auf unterschiedliche Versorgungsbereiche spezialisiert und verfolgen ein gemeinsames Ziel: belastbare Schnittstellen und durchgängige Prozesse für die Gesundheitsversorgung.

Mit über 130 produktiven Integrationen und 54 aktiven Herstellerbeziehungen steht der Verbund für Interoperabilität, die sich im operativen Alltag bewährt hat.

Interoperabilität ist Grundlage digitaler Souveränität

Digitale Souveränität im Krankenhaus entsteht nicht allein durch regulatorische Vorgaben oder einzelne Softwareentscheidungen. Sie entsteht dort, wo Häuser die Kontrolle über ihre Datenflüsse, Integrationsstrategien und Weiterentwicklungsoptionen behalten. Und genau das bieten die Mitglieder von UWS.

Offene, standardisierte und zugleich praxistaugliche Schnittstellen sind hierfür entscheidend. Sie ermöglichen es IT-Abteilungen, Systeme flexibel zu kombinieren, Weiterentwicklungen planbar umzusetzen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Interoperabilität wird damit zur strategischen Grundlage einer nachhaltigen IT-Architektur.

ISiK als strategische Chance

Mit § 373 Abs. 5 SGB V wird der Einsatz ISiK-konformer Systeme verbindlich. Für viele Häuser markiert dies einen regulatorischen Meilenstein. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Zertifizierungen allein garantieren noch keine funktionierende Kommunikation im Klinikbetrieb.

Gerade hier liegt jedoch die Chance. ISiK und FHIR bieten erstmals einen klar definierten, bundesweit abgestimmten Rahmen für interoperable Schnittstellen. Richtig genutzt, schaffen sie Planungssicherheit, reduzieren proprietäre Einzelwege und stärken die Investitionssicherheit von Krankenhäusern.

Im UWS-Verbund wird ISiK nicht als Pflichtübung verstanden, sondern als strategisches Instrument zur Standardisierung und Weiterentwicklung. FHIR-basierte Schnittstellen werden konsequent implementiert und dort, wo nationale Spezifikationen noch nicht alle realen Anwendungsfälle abdecken, pragmatisch ergänzt – stets auf Basis etablierter Kommunikationsstandards.

Wichtig dabei: Erweiterungen erfolgen nicht isoliert, sondern mit dem Anspruch, zur Weiterentwicklung des Gesamtsystems beizutragen. Mitglieder des Verbundes bringen ihre Expertise aktiv in Gremien wie den IOP-Expertenkreis der gematik ein. So entstehen Lösungen, die sowohl kurzfristig praktikabel als auch langfristig standardisierungsfähig sind.

Für IT-Leitungen bedeutet das: ISiK kann mehr sein als eine regulatorische Vorgabe. Es kann zum Hebel werden, um bestehende Integrationsarchitekturen zu konsolidieren und zukunftsfähig auszurichten.

Best of Breed – mit tragfähiger Integrationsstrategie

Der Ansatz „Best of Breed“ setzt auf die jeweils fachlich stärkste Lösung pro Versorgungsbereich. In der Praxis scheitert dieses Modell jedoch häufig an unzureichender Abstimmung zwischen Herstellern.

Eine tragfähige Integrationsstrategie erfordert mehr als technische Konnektoren. Sie benötigt gemeinsame Standards, abgestimmte Roadmaps und die Bereitschaft zur Kooperation. Der UWS-Verbund verfolgt diesen Ansatz konsequent und zeigt, dass spezialisierte Systeme bei klar definierten Schnittstellenstrukturen produktiv zusammenspielen können.


UWS

Gelebte Interoperabilität im UWS-Verbund: 130+ Schnittstellen

Praxisbeispiel: Durchgängige Prozesskette in München-Planegg

Wie Interoperabilität konkret wirkt, zeigt die Urologische Klinik München-Planegg. Dort wurden acht Lösungen aus dem UWS-Verbund zu einer durchgängigen digitalen Prozesskette verbunden – vom Erstkontakt über Dokumentation und OP-Planung bis zur Entlassung und Nachsorge.

Das Ergebnis: weniger Medienbrüche, effizientere Abläufe und spürbare Entlastung im klinischen Alltag. Entscheidend war nicht die Einführung einzelner Systeme, sondern ihre konsequente Integration.

Fazit: Interoperabilität als kontinuierliche Aufgabe

Interoperabilität ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender architektonischer Prozess.

Für Krankenhaus-IT bedeutet das: Wer Interoperabilität strategisch denkt und Standards als Chance begreift, stärkt nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch die digitale Souveränität des Hauses.

Wir veröffentlichen bis zur DMEA detaillierte Usecases, die im UWS-Verbund bereits umgesetzt wurden. Unter Aktuelles — United Web Solutions | Professional Health Systems lesen Sie mehr dazu.

Kontakt

United Web Solutions for Healthcare e.V

DMEA: Halle 3.2, Stand A-104
Telefon: +49-40-2442270
E-Mail: info@unitedwebsolutions.de

Internet: unitedwebsolutions.de

Quelle: United Web Solutions for Healthcare e.V
Autor:
Juliane Dannert, freie Journalistin 
Bild:
United Web Solutions for Healthcare e.V


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