Deutschland als KI-Standort zukunftsfähig gestalten

Veröffentlicht 29.05.2026 10:00, Kerstin Müller

Die Sicherung Deutschlands als leistungsfähiger IT-Standort erfordert eine konsequente Anpassung der digitalen Infrastrukturen an die rasant wachsenden Anforderungen der Künstlichen Intelligenz. Speziell im Gesundheitswesen, wo KI-Anwendungen bereits heute revolutionäre Fortschritte ermöglichen, zeigt sich der dringende Bedarf an spezialisierten Rechenzentrumslösungen. Hier muss eine klare Strategie verfolgt werden, um Rechen-zentrumskapazitäten, die gezielt für KI-Anwendungen ausgelegt sind, aufzubauen.

Bild: Susanne Back, Leiterin Vertrieb Region Südwest bei der DeRZ - Deutsche Rechenzentren GmbH

Energieeffizienz stellt Betreiber vor große Herausforderungen. Der Stromverbrauch ist ein markanter Faktor, der die Betreiber im Zuge der Umsetzung moderner und zukunftsfähiger Rechenzentren vor Herausforderungen stellt. Der überproportionale Anstieg durch KI-Anwendungen ist besonders prägnant, da diese im Vergleich zu herkömmlichen Workloads einen sehr viel höheren Energiebedarf aufweisen. In Deutschland liegt der Stromverbrauch aktuell bei etwa 20 TWh pro Jahr und könnte sich laut aktueller Prognosen bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Speziell im Gesundheitssektor wird dieser Trend deutlich. Innovative Diagnostikmöglichkeiten, datenbasierte Forschung, die Erstellung individueller Therapiepläne, automatisierte Dokumentationsaufgaben oder Belegplanungen werden bereits heute vielerorts umgesetzt.

Speziell seit Inkrafttreten des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) müssen Betreiber daher innovative Lösungen zur Energiereduzierung umsetzen. Dafür sind ganzheitliche Konzepte für Neubauten und die Optimierung bestehender Infrastrukturen notwendig, die gemeinsam mit Experten erarbeitet und umgesetzt werden können.

Abgesehen von der energetischen Seite ist auch für die allgemeine Umsetzung einer zukunftsfähigen KI-Strategie der richtige Partner unabdingbar. In Workshops und Strategiegesprächen wird gemeinsam mit dem Anwender die individuelle KI-Strategie erarbeitet. Der Gesundheitsbereich stellt dabei besondere Anforderungen: Niedrige Latenzzeiten und hohe Bandbreiten sind essenziell für zeitkritische KI-Anwendungen, während höchste Sicherheitsstandards für sensible Patientendaten gewährleistet werden müssen. Häufig scheitert die Umsetzung an fehlenden Skills und Ressourcen in den IT-Abteilungen sowie an leistungsfähigen technischen Infrastrukturen. Hier sind pragmatische Lösungen gefragt. Beispielsweise durch das Outsourcing des TGA-Managements können IT-Verantwortliche entlastet werden, um ihre knappen Ressourcen gezielt für KI- und IT-Projekte einzusetzen.

Die Bestandsoptimierung wird häufig favorisiert

Aufgrund zögerlicher Neuinvestitionen ist aktuell ein Trend hin zur Optimierung bestehender Infrastrukturen zu erkennen. Hier sind Strategien gefragt, um Bestandsrechenzentren für KI-Workloads zu ertüchtigen und hinsichtlich des Energiebedarfs zu optimieren. Neben dem Stromverbrauch müssen Kühlkapazitäten massiv ausgebaut werden, da KI-Beschleuniger wie GPUs erheblich mehr Abwärme erzeugen. Hocheffiziente Kühlmethoden wie Direct Liquid Cooling (DLC) sind an dieser Stelle eine gute Lösung, da die Abwärme durch integrierte Wärmerückgewinnungssysteme genutzt werden kann, was wiederum die Gesamtenergieeffizienz verbessert.

Eine echte Alternative stellen zudem spezielle KI-Container-Lösungen dar. Vorkonfigurierte Einheiten bieten eine sofort einsatzfähige KI-Infrastruktur außerhalb des bestehenden Rechenzentrums. Diese Komplettlösungen erfordern lediglich eine vorhandene Freifläche, ausreichende Energieversorgung und eine leistungsstarke Glasfaseranbindung an das bestehende Netzwerk. Die Container werden vorkonfektioniert mit der notwendigen Hardware für spezifische KI-Anwendungsfälle ausgestattet und ermöglichen einen schnelleren Projektstart. Dabei liegt ein wesentlicher Vorteil in ihrer Autonomie.

Aktuelle Studien belegen das außergewöhnliche Potenzial von KI-Investitionen: Der durchschnittliche Return on Investment beträgt 3,50 Euro für jeden investierten Euro. Zukunftsorientierte Kliniken, die bereits KI-Technologien einsetzen, erzielen in Sachen Forschung, aber auch wirtschaftlich gesehen, Fortschritte und sichern sich damit entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Text: Susanne Back, Leiterin Vertrieb Region Südwest bei der DeRZ - Deutsche Rechenzentren GmbH 

Quelle: Krankenhaus-IT Journal, Ausgabe 02/2026

Bild: Susanne Back, Leiterin Vertrieb Region Südwest bei der DeRZ - Deutsche Rechenzentren GmbH

 


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