Augmented Reality-Brille im OP: Vivantes erprobt neuartige Navigation bei Knieprothesen -Digitale Daten im Blickfeld erleichtern Operateur*innen präzises Arbeiten.
Eine neue digitale Navigationstechnologie unterstützte am 30. Juli erstmals europaweit Operateur*innen am Vivantes Klinikum Am Urban bei der Implantation einer Knieprothese. Während des Eingriffs werden wichtige Messdaten direkt ins Sichtfeld eingeblendet und vereinfachen so die präzise Ausrichtung der Implantatkomponenten. Mit der Erprobung neuer digitaler Verfahren entwickelt Vivantes die Patientenversorgung kontinuierlich weiter und prüft deren Nutzen im klinischen Alltag.
Wichtige Koordinaten immer im Blick
Bei dem Verfahren tragen die Operateur*innen während der Operation eine Augmented-Reality-Datenbrille. Deren integrierte Kamera erfasst die Position der Instrumente und anatomischer Orientierungspunkte in Echtzeit. Mithilfe intelligenter Bildverarbeitung und Navigationsalgorithmen berechnet das System unter anderem Achsen, Winkel und Resektionshöhen und blendet diese Informationen direkt in das Sichtfeld ein.
Prof. Dr. med. Mohssen Hakimi, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Vivantes Klinikum Am Urban: „Ich konnte den ersten Eingriff dieser Art europaweit am Vivantes Klinikum Am Urban leiten. Meine Erfahrung ist: Die Technologie sorgt für noch bessere Orientierung während der Operation, da ich die Messdaten immer sehe. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der Markraum des Oberschenkels zur Achsbestimmung nicht mehr eröffnet beziehungsweise aufgebohrt werden muss. Dies vereinfacht den Operationsablauf, reduziert das Risiko einer Embolie während der Prothesenimplantation und erhöht somit die Patientensicherheit. Die chirurgischen Entscheidungen sowie die Implantation der Knieprothese erfolgen weiterhin ausschließlich durch uns als Operierende."
Unterstützung für präzises Arbeiten im OP
Die digitale Navigation kann den Arbeitsablauf im Operationssaal gleich mehrfach unterstützen: Da die relevanten Informationen immer unmittelbar durch die Brille sichtbar sind, müssen Operateur*innen ihren Blick nicht zwischen Operation und einem separaten Monitor wechseln. Gleichzeitig liefert das System während des Eingriffs relevante Messwerte zur Ausrichtung der Implantatkomponenten und dokumentiert diese. Im Vergleich zu klassischen Navigationssystemen kommt die Technologie ohne einen separaten Navigationsturm aus und benötigt keine zusätzliche Infrastruktur im Operationssaal. Dadurch lässt sie sich flexibel einsetzen und unterstützt auch ein besseres ergonomisches Arbeiten.
Mögliche Vorteile für Patient*innen
Für Patient*innen können sich Vorteile durch die präzise und reproduzierbare Ausrichtung der Knieprothese ergeben. Denn eine exakte Positionierung der einzelnen Implantatkomponenten gilt als entscheidend für ein gut funktionierendes künstliches Kniegelenk. Darüber hinaus kommt das Verfahren mit weniger zusätzlichen Instrumenten aus und erfordert keine Eröffnung des Markraums, wie sie bei einigen herkömmlichen Ausrichtungsmethoden in der Regel erforderlich ist. Dies könnte den Eingriff schonender gestalten. Ob und in welchem Umfang sich daraus Vorteile für den Heilungsverlauf oder die langfristige Funktion ergeben, wird durch die weitere klinische Erprobung und wissenschaftliche Untersuchungen zu bewerten sein.
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Quelle: © Vivantes - Netzwerk für Gesundheit
Bild: © Vivantes - Netzwerk für Gesundheit










