Neues interaktives Lernformat zum „Tag der Patientensicherheit“ an der Kreisklinik Roth etabliert
Teamwork gegen Risiken: „STOP! iT“ macht Fehler im „Room of Horror“ virtuell sichtbar – und Teams stärker!
Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit stellt die Kreisklinik Roth ihr innovatives Schulungsprojekt „STOP! iT“ vor. In einem realitätsnah gestalteten Patientenzimmer such-en Mitarbeitende gemeinsam nach versteckten Risiken und entwickeln daraus konkrete Verbesserungen für den Klinikalltag.
Der Welttag der Patientensicherheit findet jährlich am 17. September statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“.
Wie Patientensicherheit praxisnah vermittelt und gleichzeitig weiterentwickelt werden kann, zeigt die Kreisklinik Roth mit dem Projekt „STOP! iT“. Das interaktive und digital unterstützte Lernmodul basiert auf dem Konzept des sogenannten „Room of Horror“. Dabei wird ein Patientenzimmer realitätsnah vorbereitet und mit bewusst eingebauten Fehlern und Gefahrenquellen versehen. Die Teilnehmenden müssen diese innerhalb einer vorgegebenen Zeit erkennen, bewerten und anschließend gemeinsam aufarbeiten.
Die Szenarien stammen unmittelbar aus dem klinischen Alltag. Thematisiert werden beispielsweise Risiken bei der Medikamentengabe, fehlende oder widersprüchliche Informationen, Hygienemängel sowie Gefahren bei der Versorgung sturz- oder dekubitusgefährdeter Patientinnen und Patienten. Auch anonymisierte Erkenntnisse aus dem klinikeigenen Fehlermeldesystem CIRS, geltende Hausstandards und Erfahrungen aus dem Qualitäts- und Risikomanagement fließen in die Schulung ein.
Das Besondere an „STOP! iT“ ist die Verbindung aus praktischer Simulation und Wissensvermittlung durch ein ergänzendes digitales Lernmodul. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen betrachten die Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven. Nach der Fehlersuche bearbeiten sie die Fälle gemeinsam an dem Lernmodul, diskutieren Ursachen und entwickeln mögliche Verbesserungen für die tägliche Arbeit.
„Patientensicherheit entsteht nicht allein durch Standards und Vorgaben. Sie entsteht vor allem dann, wenn Mitarbeitende genau hinschauen, offen miteinander sprechen und gemeinsam aus kritischen Situationen lernen“, so Michael Christ stellvertretender Pflegedienstleiter.
Besonders positiv bewertet wurden der unmittelbare Praxisbezug, die digitale und interaktive Gestaltung sowie der Austausch zwischen den Berufsgruppen. Hinweise aus den Schulungen werden ausgewertet und können direkt in die Überarbeitung von Behandlungs- und Pflegestandards einfließen.
Entwickelt wurde „STOP! iT“ von einem interprofessionellen Projektteam aus Pflegedienstleitung, Pflegewissenschaft, Pflegepädagogik, klinischem Risikomanagement und der IT. Die technische Struktur ermöglicht es, neue Themen und Versorgungssituationen mit vergleichsweise geringem Aufwand einzubinden.
Mit „STOP! iT“ versteht die Kreisklinik Roth Patientensicherheit nicht als einmalige Aktion, sondern als kontinuierlichen Lernprozess. Das Projekt fördert eine offene Sicherheits- und Kommunikationskultur, stärkt das gegenseitige Verständnis der Berufsgruppen und macht deutlich: Jeder erkannte Risikofaktor kann dazu beitragen, die Versorgung von Patientinnen und Patienten noch sicherer zu gestalten.
Quelle: Kreisklinik Roth
Bild: Kreisklinik Roth










