Cybersicherheit in der Klinik-TGA: Experten warnen vor Unterschätzung der neuen NIS2-Pflichten
Ob OP-Belüftung, Medikamentenkühlung oder Notstromversorgung: Die technische Gebäudeausrüstung (TGA) in Krankenhäusern ist lebenswichtig. Mit dem Inkrafttreten der europäischen NIS2-Richtlinie und dem KRITIS-Dachgesetz rückt eine oft vernachlässigte Schwachstelle in den Fokus der Regulierungsbehörden: die operative Gebäudetechnik (OT).
„In der Vergangenheit konzentrierte sich die IT-Sicherheit in Kliniken vor allem auf Patientenakten und die Büro-IT. Angreifer suchen sich jedoch zunehmend Wege über die Anlagentechnik“, erklärt Christian Wild, Experte für Gebäudeleittechnik und Geschäftsführer der ICONAG-Leittechnik GmbH. „Fällt durch eine Attacke die Reinstraumlüftung oder die OP-Klimatisierung aus, bedroht das direkt die Patientensicherheit und führt zum sofortigen Aufnahmestopp. Cybersicherheit in der TGA ist daher keine reine Technikfrage mehr, sondern eine zentrale Führungsaufgabe.“
Spezifische Pflichten für die Klinikleitung
Um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und persönliche Haftungsrisiken der Geschäftsleitung zu vermeiden, betont der Experte die Notwendigkeit einer klaren Sicherheitsarchitektur. Zunächst müssen medizinische Netze, Gebäudeleittechnik und die klassische IT konsequent voneinander getrennt werden, damit sich potenzielle Angriffe aus dem Büro-Netzwerk nicht auf die Gebäudesteuerung ausbreiten können.
Ebenso kritisch ist die strenge Kontrolle externer Fernwartungszugänge von TGA-Dienstleistern, die zeitlich begrenzt, verschlüsselt und lückenlos dokumentiert sein sollten.
Statt auf isolierte Insel-Lösungen zu setzen, empfiehlt der Experte, Sicherheitskonzepte konsequent auf etablierten Branchenstandards wie der IEC 62443 oder den BSI-Grundschutz-Bausteinen für das technische Gebäudemanagement aufzubauen. „Der Schutz der Gebäudetechnik darf die medizinischen Abläufe im Alltag nicht behindern, muss aber im Ernstfall standhalten“, resümiert Christian Wild.
Über ICONAG:
Die ICONAG-Leittechnik GmbH aus Idar-Oberstein entwickelt seit 1996 herstellerneutrale Software für Gebäudeleittechnik und Energiemanagement. Die modulare B-CON Software-Suite integriert nahtlos heterogene Systemlandschaften: BACnet, Modbus, KNX, M-Bus, OPC und offene Schnittstellen ermöglichen die Zusammenarbeit mit CAFM-, ERP- und Drittsystemen. Von der Einzelliegenschaft bis zum globalen Portfolio macht ICONAG Gebäude durch digitale Zwillinge und KI-Integration zukunftsfähig. Weitere Informationen: www.iconag.com
Quelle: ICONAG-Leittechnik GmbH – übermittelt durch: BESTFALL GmbH
Symbolbild: KI-Illustration, generiert mit ChatCPT/OpenAI










