Gesundheitsdigitalisierung gewinnt an Akzeptanz, Nutzung bleibt ausbaufähig

Veröffentlicht 16.10.2026 10:00, Kerstin Müller

Aktuelle Erkenntnisse zum Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die von Deloitte durchgeführten repräsentativen Umfragen zur Digitalisierung im Gesund-heitswesen erfassen die Perspektive der Bürger:innen auf Maßnahmen aus der Digitalisie-rungsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums, wie z.B. „Opt-out“ ePA, assistierte Telemedizin oder E-Rezept. Die Ergebnisse der seit 2023 bisher durchgeführten Befragun-gen zeigten zum einen geringe Kenntnisstände über bereits bestehende Anwendungen und Tools und zum anderen große Anteile unentschlossener Bürger:innen in Bezug auf neue Maßnahmen. In den aktuellen Befragungen 2025 und 2026 setzen wir einen Schwerpunkt auf die Bereitstellung von Gesundheitsdaten und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Wir zeigen auf, welche Fortschritte in den vergangenen Jahren gemacht wurden und welche unausgeschöpften Potenziale weiterhin beste-hen.

Download Befragung „Digitalisierung im Gesundheitswesen 2026“ (Oktober 2026)

Download Kurzbefragung "GenAI in der Gesundheitsversorgung" (Januar 2026)

Kontext: Digitalisierungsstrategie des Gesundheitsministeriums adressiert Nachholbedarf

Eine Vielzahl digitaler Anwendungen und Tools, wie z.B. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte (ePA), wurden in den vergangenen Jahren in das deutsche Gesundheitswesen integriert. Nichtsdestotrotz besteht hinsichtlich der Digitalisierung im Gesundheitswesen im internationalen Vergleich mit führenden Ländern wie Dänemark, Estland oder Israel erheblicher Aufholbedarf.

Zur stärkeren Etablierung digitaler Anwendungen und Tools im Gesundheitswesen hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im Frühjahr 2023 erstmals eine Digitalisierungsstrategie verabschiedet und entsprechende Gesetze, wie z.B. das Digital-Gesetz (DigiG), Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) und Medizinforschungsgesetz (MFG) eingebracht. Diese Digitalisierungsstrategie wurde im Jahr 2026 weiterentwickelt, um aktuellen Entwicklungen wie z.B. dem Aufbau des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS), den Fortschritten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie der Etablierung eines Primärversorgungssystems Rechnung zu tragen.

Parallel dazu treiben Gesundheitsanbieter im ersten und zweiten Gesundheitsmarkt ihre Initiativen voran. Insbesondere die Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz haben in den letzten Jahren stark zugenommen und spätestens mit Generativer KI auch die breite Bevölkerung erreicht.

Stand der Digitalisierung 2026 (Versichertenbefragung Oktober 2026)

Im Rahmen einer Online-Befragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen haben wir Kenntnisstände, Nutzungsquoten und Herausforderungen zu aktuellen Digitalisierungsthemen im deutschen Gesundheitswesen abgefragt. In dieser Befragung haben wir uns auf folgende Themen und Fragestellungen fokussiert:

Gesundheitsdaten

  • Hat sich die Bereitschaft zum Teilen von eigenen Gesundheitsdaten vor dem Hintergrund der vermehrten Anwendungsfälle erhöht?
  • Welche Vorteile stehen für Bürger:innen beim Teilen von Gesundheitsdaten im Vordergrund?
  • Wem vertrauen Bürger:innen beim Umgang mit ihren Gesundheitsdaten am meisten?

Elektronische Patientenakte (ePA)

  • Kennen Bürger:innen die neue Opt-Out ePA?
  • Sind sie bereit, die neue Opt-Out ePA zu verwenden oder planen sie zukünftig zu widersprechen bzw. haben bereits widersprochen? Sind die gesetzten Ziele (20% Widerspruchsquote) realistisch?
  • Was sind mögliche Gründe für den Widerspruch? Ist das Thema Datensicherheit für Bürger:innen in dem Kontext ein relevantes Kriterium zum Widerspruch?

E-Rezept

  • Wie sieht die Zufriedenheit bei Bürger:innen aus, nachdem das E-Rezept 2024 eingeführt wurde?
  • Was sind mögliche Gründe, wenn sie nicht zufrieden waren? Sind die anfänglich bekannt gewordenen technischen Probleme weiterhin relevant?
  • Welcher Einlöseweg für das E-Rezept wird am häufigsten genutzt? Von welchen Bevölkerungsgruppen?

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

  • Wie sehen die Kenntnisstände der Bürger:innenknapp fünf Jahre nach Aufnahme der ersten DiGA in das DiGA-Verzeichnis aus?
  • Haben sich die Nutzungsquoten sowohl generell als auch bis zum Verschreibungsende verbessert?

Telemedizin

  • Wie sehen die Kenntnisstände der Bürger:innen zum Thema Telemedizin aus?
  • Inwiefern erreicht Telemedizin vulnerable Gruppen, z.B. in ländlichen Regionen?

Drei zentrale Ergebnisse der aktuellen Befragung 2026

  1. Die Bevölkerung steht der Digitalisierung des Gesundheitswesens grundsätzlich offen gegenüber. Fast zwei Drittel sind bereit, Gesundheitsdaten zu teilen, mehr als 80 Prozent erkennen darin konkrete Vorteile und die Mehrheit unterstützt datenbasierte Präventionsmaßnahmen.
  2. Trotz dieser Offenheit bleibt der digitale Durchbruch vieler Anwendungen aus. Rund 40 Prozent kennen die ePA oder ihre Funktionen nicht, über 80 Prozent haben noch keine Telemedizin genutzt und die Mehrheit kennt digitale Gesundheitsanwendungen weiterhin nicht.
  3. Wie Digitalisierung erfolgreich skaliert werden kann, zeigt das E-Rezept. Hohe Nutzerzahlen und eine Zufriedenheit von über 90 Prozent belegen, dass digitale Lösungen insbesondere dann angenommen werden, wenn ihr Nutzen unmittelbar sichtbar ist und sie sich einfach in bestehende Versorgungspfade integrieren lassen.

Für weitere Diskussionen stehen wir gerne zur Verfügung.

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse (Oktober 2026) herunter und erfahren Sie mehr Details.

GenAI wird zum relevanten Akteur der Gesundheitsversorgung in Deutschland (Versichertenbefragung Januar 2026)

Im Rahmen einer Kurzbefragung unter 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen haben wir untersucht, wie generative KI-Anwendungen – etwa ChatGPT, Copilot, Gemini, Perplexity oder Claude – bereits heute für Gesundheitsfragen genutzt werden, beispielsweise zur Abklärung von Krankheitssymptomen. Die Ergebnisse zeigen: Diese Technologien übernehmen zunehmend eine tragende Rolle im Gesundheitskontext. Besonders relevant ist ihr Einfluss auf die Versorgungssteuerung – etwa bei der Entscheidung, ob ein Arztbesuch oder der Gang in die Notaufnahme erforderlich ist oder nicht. Welche weitreichenden Implikationen für Akteure des Gesundheitssystems bringt dies mit sich?

Laden Sie hier unsere Publikation herunter und erfahren Sie mehr.

„Die Patienten übertragen ihre Gewohnheiten aus anderen Lebensbereichen auf den Gesundheitsmarkt. Medizinische Leistungserbringer wie Ärzte und Krankenhäuser, aber auch die Krankenkassen sind gut beraten, dieser Entwicklung durch den gezielten Ausbau digitaler Gesundheitsangebote gerecht zu werden. Im Moment sind die Patienten dem Gesundheitsmarkt voraus.“  - Ibo Teuber, Sector Lead Health Care

 

Laden Sie hier unsere weiteren Befragungen aus den vergangenen Jahren zum Thema herunter:

Stand der Digitalisierung (Versichertenbefragung September 2025)

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse (September 2025) herunter und erfahren Sie mehr Details.

Cyber-Sicherheit im Krankenhaus (Versichertenbefragung März 2025)

In Zeiten der voranschreitenden digitalen Transformation sind Krankenhäuser nicht nur Leistungserbringer, sondern auch „Datentreuhänder“. Mit verstärkter digitaler Vernetzung stellen sich Bürger:innen immer häufiger die Frage: Wie sicher sind meine Gesundheitsdaten im Krankenhaus? Der jährliche Bericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt, dass gerade Krankenhäuser immer öfter ins Fadenkreuz von Cyber-Attacken geraten. Sensible Gesundheitsinformationen und die lebenswichtige Infrastruktur des Gesundheitswesens machen sie zu attraktiven Zielen für Online-Kriminelle.

Trotz dieses alarmierenden Kontextes zeigt unsere aktuelle repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen, dass ein beachtlicher Anteil der Bevölkerung - 73 Prozent, um genau zu sein – „großes“ bis „volles“ Vertrauen in die Sicherheit ihrer Gesundheitsinformationen im Krankenhaus hat. Warum ist das Vertrauen so hoch, und vor allem, wie können Krankenhäuser ihre Cyber-Resilienz weiter erhöhen, um sich noch effektiver gegen Cyber-Attacken zu schützen?

Laden Sie hier unsere Publikation „Erhöhung der Cyber-Resilienz von Krankenhäusern" herunter und erfahren Sie mehr Details.

Stand der Digitalisierung (Versichertenbefragung Oktober 2024)

Im Rahmen einer Online-Befragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen haben wir die Nutzungsbereitschaft bzw. Widerspruchsgründe im Zuge der anstehenden Einführung der „Opt-out“ ePA nach unserer erstmaligen Befragung im Jahr 2023 abgefragt. Darüber hinaus haben wir das Thema der Nutzung von Gesundheitsdaten erneut aufgegriffen und Fragen nach dem Mehrwert der Datennutzung, der Bereitschaft zum Datenaustausch und den vertrauenswürdigsten Akteuren gestellt.

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse herunter und erfahren Sie mehr Details.

Krankenhaus-Vergleichsportale und Präventionsansätze (Versichertenbefragung Juni 2024)

Im Rahmen einer Online-Befragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen haben wir im Zuge der Einführung des Bundes-Klinik-Atlas die Relevanz von Krankenhaus-Vergleichsportalen bei der Auswahl von Krankenhäusern im Vergleich zu etablierten Kriterien (wie z.B. Wohnortnähe) untersucht. Darüber hinaus haben wir im Zusammenhang mit den Präventionsvorhaben der Bundesregierung die Relevanz und Offenheit unterschiedlicher Präventionsansätze (z.B. Bonusprogramme und Risikoprämien) unter Bürger:innen abgefragt.

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse herunter und erfahren Sie weitere Details. 

E-Rezept (Versichertenbefragung Februar 2024)

Die Ergebnisse unserer repräsentativen Online-Befragung unter GKV-Versicherten zeigen, dass zwar zwei Monate nach der verpflichtenden Einführung mehr als 30 Prozent der Befragten Probleme bei der Ausstellung bzw. Einlösung des E-Rezepts hatten, aber auch, dass mehr als 80 Prozent zufrieden bis sehr zufrieden mit dem E-Rezept sind. Neben technischen Optimierungspotenzialen bestehen auch weitere Hebel zur Steigerung der Marktdurchdringung. So sind z.B. die Möglichkeit für Chroniker:innen (oder andere Patientengruppen), Wiederholungsrezepte ausgestellt zu bekommen, noch zu wenig bekannt.

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse herunter und erfahren Sie mehr Details.

Stand der Digitalisierung (Versichertenbefragung November 2023)

Im Rahmen repräsentativen Online-Befragung mit einer Stichprobe von 1.000 Personen haben wir uns darauf fokussiert, wie die deutsche Bevölkerung auf die in der Digitalisierungsstrategie des BMG formulierten Ziele und Vorhaben blickt. Die Erhebung fand Ende August 2023 statt. Konkret werden im Rahmen unserer Studie folgende relevante Fragestellungen Richtung Kenntnisstände und Nutzungsquoten/-bereitschaft bei diesen digitalen Gesundheitsanwendungen abgefragt: Elektronische Patientenakte (ePA), Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken, Assistierte Telemedizin, E-Rezept, Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA).

Die Ergebnisse unserer Studie verdeutlichen: Das Problem liegt weniger in der Verfügbarkeit digitaler Anwendungen, sondern v.a. in ihrer Akzeptanz bzw. Nutzung durch Bürger:innen und relevante Stakeholder. So können beispielsweise weder DiGA noch ePA auch mehrere Jahre nach ihrer Einführung eine breite Marktdurchdringung verzeichnen. Zudem gingen nach einem anfänglichen Anstieg während der Corona-Pandemie die Nutzungszahlen der Videosprechstunden wieder zurück.

Laden Sie hier unsere Zusammenfassung der Befragungsergebnisse herunter und erfahren Sie mehr Details.

Für weitere Details stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns:  

Michael Dohrmann - Industry Lead Life Sciences & Health Care

mdohrmann@deloitte.de - +49 89 290367638

 

Ibo Teuber - Sector Lead Health Care

iteuber@deloitte.de - +49 89 290367839

 

Dr. Gregor-Konstantin Elbel - Lead Health Care Payer (GKV)

gelbel@deloitte.de - +49 89 290363104

 

Marc Jasper - Partner | Health Care/GKV

majasper@deloitte.de - +49 162 5728959

 

Dr. Frank Bressau - Senior Manager Industry Insights | Life Sciences & Health Care

fbressau@deloitte.de - +49 89 29036 8398

 

Dr. Tobias Langenberg - Manager | Life Sciences & Health Care

tlangenberg@deloitte.de - +49 211 8772 4614

Quelle: © Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Symbolbild: greenbutterfly/AdobeStock


Lesen Sie mehr zum Thema "Digitalisierung"

Lesen Sie hier die neuesten Beiträge

Agenten: Governance vor Go-live
IT-Management
Agent
Diese Webseite verwendet Cookies.   Mehr Info.      oder