Health IT Talk Berlin Brandenburg: Digitale Transformation der Johannesstift Diakonie

Veröffentlicht 22.10.2026 17:30, Kim Wehrs

Wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und eine hochverfügbare IT in einem großen Gesundheits- und Sozialunternehmen zusammenwirken, zeigte Prof. Dr. med. Lutz Fritsche, Vorstand Medizin der Johannesstift Diakonie gAG, beim Health IT Talk Berlin-Brandenburg im Oktober 2026. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. med. Dipl.-Inf. Adrian Schuster, Vorsitzender der BVMI-Landesvertretung Berlin-Brandenburg.

 „In der Johannesstift Diakonie setzen wir auf moderne Technologien, um die Versorgung auf höchstem Niveau zu sichern – effizient, persönlich und zukunftsorientiert“, so Fritsche. Die digitale Strategie des Unternehmens zielt auf modernisierte Krankenhaus- und Pflegeprozesse, weniger Bürokratie, entlastete Mitarbeitende und bessere digitale Services für Patientinnen und Patienten.

KIS-Partnerschaft

Ein Kernstück ist die im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes geschlossene Innovationspartnerschaft mit der NEXUS AG. Statt einzelner Lizenzen nutzt die Johannesstift Diakonie ein unlimitiertes Lizenzmodell. Die integrierten Prozesse sollen an allen zehn Krankenhausstandorten Medienbrüche vermeiden und mehr Zeit für die Patientennähe schaffen.

Sicherheit nach Cyberangriff

Nach einem schweren Ransomware-Angriff im Herbst 2024 steht die Cybersicherheit im Mittelpunkt. Die Johannesstift Diakonie baut Früherkennungssysteme, Netzwerksicherheit und Backup-Architekturen aus, um den Betrieb zu schützen und Patientendaten abzusichern.

Die operative IT übernimmt die Conciliamus GmbH, der interne IT-Dienstleister des Verbunds. Sie betreut über 4.500 Arbeitsplätze und betreibt ein hochverfügbares, gespiegeltes Rechenzentrum in Berlin.

KI in der Versorgung

Geplant ist der Einsatz einer „On-Premise-KI“, also Künstlicher Intelligenz in der hauseigenen Infrastruktur. Grundlage sind die KI-Leitlinien des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung von 2024, die eine verantwortungsvolle, sichere und ethische Nutzung ermöglichen sollen.

Aktuelle Projekte umfassen Frühwarnsysteme für Sepsis, akutes Nierenversagen sowie Sturz- und Dekubitusrisiken, Ambient Listening, radiologische Befundungsunterstützung und einen Chatbot für Unternehmenswissen. Zugleich signalisiert die Praxis: Cloud-KI kann Datenschutzrisiken bergen, und rechtlich zulässig heißt nicht automatisch inhaltlich korrekt.

Johannesstift Diakonie-Profil

Die Johannesstift Diakonie ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in Berlin und Nordostdeutschland. Sie ist in sechs Bundesländern aktiv und bietet unter anderem Krankenhäuser, Pflege- und Wohneinrichtungen, Hospize, Angebote für Menschen mit Behinderungen sowie Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Über den Health-IT-Talk

Der monatliche Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg bringt Expertinnen und Experten aus Medizin, Industrie, Politik und Digital Health zusammen. Die 2007 gegründete, nichtkommerzielle Reihe wird von BVMI, TMF, KH-IT und SIBB unterstützt und ist kostenfrei.
www.health-it-talk.de

 Fritsche

Foto: Prof. Dr. med. Lutz Fritsche, Vorstand Medizin, Johannesstift Diakonie gAG, Berlin

 


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