Unimedizin hilft Corona-Infizierten via App

Corona

Veröffentlicht 16.11.2020 16:00

Freiwillige Fernüberwachung durch Projekt „Sepsisdialog“

Die Universitätsmedizin Greifswald unterstützt Corona-Infizierte mit einer neuartigen App. Über diese überwacht sie wichtige Werte und beobachtet die Symptommeldungen, die Teilnehmende über ihr Smartphone übermitteln. Dadurch können diese gewarnt werden, wenn diese Werte kritisch werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Interessierte können sich beim Sepsisdialog melden, einem Qualitätsmanagement-Projekt der UMG.

Wer positiv auf Corona getestet wurde, kann sich vom Projekt Sepsisdialog der Unimedizin Greifswald via App unterstützen lassen. Betreffende können freiwillig Symptome in ihr Smartphone eingeben, sobald sie sich angemeldet haben. Über ein kleines Zusatzgerät wird ab dann die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Verschlechtert sich diese, kontaktieren die Mitarbeiter des Sepsisdialogs die Patienten und geben Empfehlungen. Dazu kann der Hinweis gehören, sich ins Krankenhaus zu begeben, aber auch, den Rettungsdienst zu rufen. Bisher wird verschlechterte Sauerstoffversorgung oft nicht bemerkt, solange die Betroffenen noch keine Luftnot verspüren. Diese sogenannte silent hypoxia zu erkennen und möglichst früh zu behandeln, kann Patienten retten und zusätzlich die Intensivkapazitäten schonen. Wenn Corona-Patienten wegen des Lungenversagens auf der Intensivstation behandelt werden müssen, zeigen Sie ein Krankheitsbild, das der Sepsis sehr ähnlich ist, erklärt Dr. Matthias Gründling, Intensivmedi-ziner und Initiator des Projekts: „Dass wir versuchen, solche schweren Verläufe zu verhindern und uns um die Prävention kümmern, ist daher selbstverständlich für das Team des Sepsisdialogs.“ Teilnehmen können positiv Getestete in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. Interessierte benötigen lediglich ein Smartphone. Sie können sich unter sepsis@uni-greifswald.de melden und bekommen dann die Zugangsdaten zugeschickt. Die App können sie sich im App-store herunterladen. Da positiv Getestete in Quarantäne bleiben müssen, können Sie das Zusatzgerät zur Messung der Sauer-stoffsättigung durch eine Person Ihres Vertrauens abholen lassen. 2Der Sepsisdialog kümmert sich seit mehr als zehn Jahren darum die Qualität im Erkennen, der Diagnostik und der Therapie von Sepsis zu verbessern. Vor drei Jahren errang das Projekt den „Global Sepsis Award 2017“.

Quelle: Universitätsmedizin Greifswald   Bild: Antares


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