Mit Wachstum an die Spitze

Interview

Veröffentlicht 09.07.2021 09:00, kiw

Die Dedalus Gruppe ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und strebt weiter nach oben. Das Unternehmen orientiert sich in Richtung Weltmarktspitze. Zum weiteren Weg äußert sich Winfried Post,
General Manager und Geschäftsführer Dedalus HealthCare DACH.


Welche Mission verfolgt die Dedalus Gruppe?

W. Post: Wir wollen Gesundheitseinrichtungen – allen voran Ärzte, Pflegekräfte und anderes Gesundheitspersonal – mit unseren Lösungen dabei unterstützen, ihre Patienten optimal zu versorgen. Darüber hinaus wollen wir jedem die Möglichkeit geben, sich für seine eigene Gesundheit und sein Wohlbefinden zu engagieren. Dafür müssen Gesundheitsdienstleistungen leicht zugänglich sein, wozu wir beitragen wollen. Und wir wollen dabei helfen, die Fragmentierung und die Sektorengrenzen im Gesundheitswesen zu überwinden. Dazu gehört auch eine stärkere Vernetzung und ein nachhaltigeres Arbeiten, was Kosten und Umweltbelastung reduzieren kann.
Health IT hat aber grundsätzlich in allen Bereichen des Gesundheitswesens eine große Bedeutung, auch bei Versicherungen, Apotheken oder ambulanten Pflegediensten. Als Marktführer im Bereich der Krankenhaus-Informationssysteme sind wir Teil dieses dynamischen Marktes. Aufgrund unserer herausgehobenen Position sehen wir uns als Treiber innovativer Entwicklungen. Wir erwarten, dass dies durch das
Krankenhauszukunftsgesetz weiter gefördert wird.


Worauf gründet sich die herausgehobene Position?

W. Post: Auf Fakten. 2020 haben wir beispielsweise 20 Krankenhäuser als neue ORBIS KIS-Kunden gewonnen. In den Bereichen Radiologie- und Kardiologie-IT haben wir den höchsten Auftragseingang aller Zeiten erzielt. Auch alle anderen Segmente tragen maßgeblich zum Jahresumsatz von 222 Millionen Euro bei. Heute arbeiten täglich gut 700.000 Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit unseren Systemen, über 40 Prozent aller stationären Fälle werden in Deutschland darüber abgewickelt. Wir als DACH-Organisation sind ein sehr bedeutender Teil von Dedalus geworden und stehen für ein Drittel des Gesamtumsatzes.


Worauf führen Sie die guten Zahlen zurück?

W. Post: Auf gute Lösungen, unser Know-how und sehr viel Fleiß. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Health IT, also Software, IT-Lösungen und Hightech für das Gesundheitswesen. Wir zählen allein 880 Einrichtungen, die in der DACH-Region mit unserem Krankenhaus-Informationssystem ORBIS arbeiten. Diese Position hilft uns bei der Entwicklung neuer Lösungen, weil wir sie ganz nah an den Bedürfnissen der Anwender ausrichten können.


Nun hat Dedalus vor gut einem Jahr den Big Player Agfa HealthCare übernommen. Wie verläuft die Integration?

W. Post: Eine Integration ist auf verschiedenen Ebenen immer mit sehr viel Arbeit verbunden. Wir sind aber absolut im Plan. Da Dedalus vorher keinerlei Aktivitäten in der DACH-Region hatte, konnten wir unser gesamtes Produktportfolio beibehalten, ohne Lösungen integrieren zu müssen. Das hat uns eine Menge Zeit und Mühe erspart, die wir in unsere Kunden investiert haben. Notwendige Anpassungen bezogen sich lediglich auf unsere internen Prozesse. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.


Nun expandieren Sie weiter.

W. Post: Das stimmt. Zum 1. April haben wir die Health ITSparte von DXC Technology übernommen. Damit sind wir nun auch sehr stark in Großbritannien und Irland, Skandinavien, Spanien sowie Australien vertreten. Unser neues Unternehmen steuert etablierte Cloudlösungen bei, die auch für den DACH-Markt interessant werden könnten. Das Unternehmen hat sich bei der Umwandlung traditionell gehosteter Dienste in hochsichere Cloud-Plattform-Services und bei der Sicherung von Versorgungsprozessen durch die Bereitstellung einer einheitlichen Datenplattform bereits einen guten Namen gemacht. Darüber hinaus wird DXC Technology unser Portfolio um neue Komponenten erweitern, beispielsweise um eine Multi-Ressourcen-Unternehmensplanung und das Closed-Loop-Medikationsmanagement. Auch Technologien wie Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen sowie die Verarbeitung natürlicher Sprache – alles Punkte, die die Diskussion von Klinikmanagern bereits heute bestimmen – bringt DXC Technology ein. Ein Beispiel für die Umsetzung der Technologien ist die Frage, wie man klinische Risiken für bestimmte Bevölkerungsgruppen nahezu in Echtzeit identifizieren kann. Das wird die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern.
Ebenfalls neu in der Dedalus-Familie ist Amphi Systems. Das 2015 in Aalborg, Dänemark, gegründete Unternehmen bringt seine Lösungen zum Aufbau einer vorklinischen Patientenakte und Software für den Rettungswagen ein.



Steht in Sachen Akquisition noch mehr zu erwarten?

W. Post: Wir haben immer gesagt, dass zuerst einmal organisches Wachstum generieren müssen, um anorganisch wachsen zu können. nach dem überzeugenden letzten Geschäftsjahr haben wir uns mit anderen Unternehmen verstärkt. Auch diesen Weg werden wir weitergehen, wenn es Sinn macht und unser Portfolio stärkt. Es ist nicht unsere Absicht, lediglich Marktanteile zu kaufen.


Sehen Sie da überhaupt noch Potenzial, Herr Post?

W. Post: Unbedingt. Die DACH-Region ist unser größter Markt. Hier betreuen wir über 1.500 Krankenhäuser und wachsen in Deutschland, Österreich sowie in der Schweiz gleichermaßen und in allen Bereichen. Der Weg ist aber noch nicht zu Ende. Zum einen hilft uns das Bekenntnis der Regierungen zur weiteren Digitalisierung des Gesundheitssektors, zum anderen hat die Corona-Pandemie uns allen die Defizite
noch einmal klar vor Augen geführt. Das Krankenhauszukunftsgesetz wird bereits als Anreizsystem für Investitionen wahr- und angenommen. Hier werden sich auch weiterhin viele Möglichkeiten ergeben, wie wir gemeinsam mit unseren Kunden die immer noch vorhandene Digitalisierungslücke schließen können.


Vielen Dank für die Einblicke, Herr Post.


Quelle: Premium Messejournal 2021, Beileger des Krankenhaus-IT Journal 03/2021


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