Cluster stärkt KI-basierte Medizin und treibt klinische Innovationen voran

IGD

Veröffentlicht 03.03.2026 09:10, Kerstin Müller

Gesundheitsforschung, Innovation und Klinikpraxis enger verzahnt. Neues Innovations-cluster stärkt Rhein-Main-Region. Führende Darmstädter Akteure aus Medizin, Wissen-schaft und Industrie bauen ein Health Care Innovation Cluster auf. Ziel ist es, die Rhein-Main-Region als Standort für angewandte Gesundheitsforschung, KI-basierte Medizin und klinische Innovationen zu stärken. Das Cluster fördert die Vernetzung, klinische Studien sowie Ausgründungen und schafft neue Infrastrukturen für Forschung, Transfer und Versorgung.

Bild: Die Unterzeichner des Letters of Intent (von links nach rechts): Prof. Dr. med. Michael Wild/ Klinikum Darmstadt, Dr.-Ing. Christoph Rensing/TU Darmstadt, Dr. Sebastian Hoff/Merck, Dr. Wolfgang Müller-Wittig/Fraunhofer IGD, Prof. Dr. Thomas Walther/TU Darmstadt, Dr. Wolfgang Heenes/hessian.AI, Prof. Dr. med. Rainer Kollmar/ Klinikum Darmstadt, Dr. med. Jörg Noetzel/ Klinikum Darmstadt, Daniel Pfeffer/HEAG, Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend/HEAG. Foto: TU Darmstadt/Patrick Bal Anzeigen

Mit der Unterzeichnung eines Letter of Intent haben führende Institutionen aus Medizin, Wissenschaft und Industrie den Aufbau des Health Care Innovation Clusters in Darmstadt auf den Weg gebracht. Beteiligt sind das Klinikum Darmstadt, die Technische Universität Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, hessian.AI, die HEAG Holding AG sowie Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Ziel ist es, die Rhein-Main-Region als führenden Standort für angewandte Gesundheitsforschung, medizinische Innovationen und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen zu etablieren.

„Mit diesem Cluster ergänzt die TU Darmstadt ihr Innovationsportfolio um den bedeutenden Zukunftsbaustein Health Care“, stellt Professor Thomas Walther, Vizepräsident für Innovation und Internationales der TU Darmstadt, fest und führt weiter aus: „Unsere Forschungs- und Start-up-Gemeinschaft mit klarem Fokus auf Relevanz kann über dieses Cluster neue Wirkungsfelder erschließen, leichteren Zugang zu medizinischen Problemstellungen gewinnen sowie die Entwicklungen schneller in die Anwendung bringen. Und so letztlich zum Wohle aller beitragen.“

„Mit dem Health Care Innovation Cluster schaffen wir eine Struktur, in der Innovation nicht neben der Versorgung entsteht, sondern aus der Versorgung heraus“, erklärt Dr. Jörg Noetzel, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Darmstadt. „Das Klinikum möchte damit zum aktiven Entwicklungspartner für Wissenschaft und Industrie werden – mit dem klaren Ziel, medizinischen Fortschritt schneller zu den Patientinnen und Patienten sowie innovative Arbeitsabläufe für die medizinischen Fachkräfte in die Umsetzung zu bringen.“

„Krankenhaus der Zukunft“

Innovative Medizinprodukte, digitale Gesundheitslösungen und KI-basierte Verfahren werden in direkter Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus entwickelt, wissenschaftlich evaluiert und im Versorgungsalltag erprobt. „Mit dem Innovationscluster entsteht in Darmstadt ein klinisches Reallabor für das „Krankenhaus der Zukunft“ – häufig als Krankenhaus 4.0 oder 5.0 beschrieben, in dem Digitalisierung, Automatisierung, datengetriebene Medizin und patientenzentrierte Versorgung systematisch zusammengeführt werden“, so Professor Rainer Kollmar, Sprecher der Direktoren am Klinikum Darmstadt.

Das Fraunhofer IGD bringt seine Expertise in der angewandten Forschung und bei digitalen Gesundheitsanwendungen in den Aufbau des Clusters ein. „In diesem Umfeld verbinden wir kurze Wege und praxisnahe Entwicklung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten, um Anwendungen schnell in die klinische Praxis zu transferieren“, betont Dr. Matthias Unbescheiden, Institutsleiter des Fraunhofer IGD.

„Bei Merck entstehen Innovationen aus Wissenschaft und Technologie – und im engen Schulterschluss mit starken Partnern. Gerade in der Digitalisierung sehen wir einen Schlüssel, um Fortschritt schneller in die Versorgung zu bringen. Durch das Health Care Innovation Cluster unterstreicht Merck sein langjähriges Engagement in der Region und stärkt den agilen Austausch mit lokalen Exzellenzpartnern. Wir freuen uns, als Teil des Projekts Innovationen im Sinne der Patientinnen und Patienten voranzubringen – von der klinischen Prüfung bis zur Umsetzung in der Versorgung“, sagt Florian Schick, Geschäftsführer Merck Healthcare Germany.

Professorin Tanja Brühl,
Präsidentin der TU Darmstadt und Vorsitzende des Kuratoriums von hessian.AI

„Ich freue mich sehr, dass mit dem geplanten Healthcare Innovation Cluster der Innovationsstandort Hessen weiter an Signifikanz gewinnt. Als Konsortium bedeutender Partner:innen bauen wir nicht nur unser Forschungs- und Kooperationsportfolio im Bereich eines wichtigen Themenfelds aus, sondern leisten angesichts der demographischen Entwicklungen einen wirkungsvollen Beitrag für die Gesellschaft. Dies passt ausgezeichnet zur gelebten Vision von hessian.AI, exzellente Forschung, Bildung und Innovation zu verbinden, um einen Unterschied für Morgen zu machen.“

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Bild: Professorin Tanja Brühl, Präsidentin der TU Darmstadt und Vorsitzende des Kuratoriums von hessian.AI

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der klinischen Studienlandschaft. Das Cluster soll als Plattform dienen, um klinische Studien frühzeitig in Entwicklungsprozesse zu integrieren, neue Studienformate zu ermöglichen und die Attraktivität des Standorts für nationale und internationale Forschungs- und Industriepartner zu erhöhen. Dies stärkt nicht nur die medizinische Forschung, sondern verbessert auch den Zugang von Patientinnen und Patienten zu innovativen Therapien.

Gleichzeitig versteht sich das Cluster als Motor für Innovation, Start-ups und Ausgründungen. Junge Unternehmen und technologieorientierte Gründungsteams erhalten Zugang zu klinischer Expertise, Dateninfrastrukturen, Studienplattformen und industriellen Partnern. Damit wird Darmstadt gezielt als Gründungs- und Transferstandort im Bereich Health Care erweitert – und leistet einen wichtigen Beitrag für Wertschöpfung, Beschäftigung und Fachkräftebindung in Darmstadt und der Region.

Knotenpunkt für Gesundheitsinnovation

Die aus Darmstadt initiierte Kooperation soll perspektivisch regional ausgedehnt werden. Die Rhein-Main-Region mit weiteren Hochschulen und potentiellen Partnern bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt und die geplante Einbindung weiterer Hochschulen entsteht ein regional vernetztes, medizinisches Innovationsökosystem, das Forschung, Lehre und klinische Anwendung verbindet. Für Studierende, Promovierende und wissenschaftliche Talente eröffnet dies neue Qualifizierungs- und Karrierewege an der Schnittstelle von Medizin, Ingenieurwissenschaften, Informatik und KI.

 

Quelle: Technische Universität Darmstadt

Bildmaterial: Bild: TU Darmstadt/Patrick Bal

 


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