DGD Lungenklinik Hemer führt roboterassistiertes Bronchoskopiesystem ION ein

CT

Veröffentlicht 21.04.2026 12:20, Kerstin Müller

Meilenstein in der Lungenkrebs-Früherkennung: Die DGD Lungenklinik Hemer, ein seit 2009 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ausgewiesenes Lungenkrebszentrum, erreicht einen bedeutenden Meilenstein in der Diagnostik von Lungenkrebs und in der Abklärung unklarer Lungenbefunde. Mit der Einführung des roboterassistierten Bronchoskopiesys-tems ION und der bereits im letzten Jahr angeschafften Cone-Beam-CT-Technologie stellt sich die renommierte Fachklinik technologisch neu auf, um Patientinnen und Patienten die bestmögliche Früherkennung und Abklärung von Lungenerkrankungen zu bieten.

Bild: Mit Stolz präsentiert der Chefarzt der Pneumologie der Lungenklinik Hemer Prof. Dr. med. Kaid Darwiche das neue, roboterassistierte Bronchoskopiesystem ION, das in Kombination mit einem Cone-Beam-CT für die bestmögliche Früherkennung und Abklärung von Lungenerkrankungen nun erstmalig in Deutschland zum Einsatz kommt. (Foto: Anja Haak, DGD Lungenklinik Hemer)

Neues Lungenkrebsscreening in Deutschland

Am 1. April 2026 wurde das Lungenkrebsscreening für langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Ziel ist es, Lungenkrebs deutlich früher zu erkennen, denn bislang wird die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

„Dieses Jahr startet in Deutschland das Lungenkrebsscreening für aktuelle und ehemalige Raucher“, erklärt Professor Kaid Darwiche, Chefarzt der Pneumologie. „Das Niedrigdosis-CT ermöglicht es, Lungentumore in einem früheren Stadium zu erkennen. Gleichzeitig entdecken wir auch viele gutartige Befunde, deren Abklärung hochpräzise Technik erfordert.“

Denn bei Screening-Untersuchungen zeigen sich bei rund 40 Prozent der CT-Untersuchungen Auffälligkeiten, die weiter abgeklärt werden müssen. Nur ein kleiner Teil – weniger als fünf Prozent – erweist sich letztlich als bösartiger Tumor. Umso wichtiger ist eine sichere und möglichst schonende Diagnostik.

Hochmoderne Technologie für präzise Diagnostik

Als DKG-zertifiziertes Lungenkrebszentrum vereint die Lungenklinik modernste Verfahren mit hoher fachlicher Expertise. Das Cone-Beam-CT ist ein hochmodernes Röntgengerät, das dreidimensionale Bilder der Lunge während der Lungenspiegelung liefert. In Kombination mit dem neuen roboterassistierten ION-Bronchoskopiesystem ermöglicht es eine präzise Planung und Durchführung von minimalinvasiven Biopsien.

Selbst kleine, schwer zugängliche Lungenherde oder Tumoren in den äußeren Bereichen der Lunge können mit dieser Technik sicher erreicht werden.

Die Entnahme von Gewebeproben in der Lunge gehört zu den anspruchsvollsten diagnostischen Eingriffen der Pneumologie. Kleine Herde von nur fünf bis zehn Millimetern Größe sind häufig schwer erreichbar – zudem handelt es sich bei der Lunge um ein „bewegliches Ziel“, da sie sich durch die Atmung kontinuierlich bewegt.

Die kombinierte Untersuchung mit Cone-Beam-CT und roboterassistierter Bronchoskopie erfolgt für die Patienten unter Narkose. Dabei wird ein besonders dünner, flexibler Katheter mit integrierter Kamera und Sensorik über Mund, Luftröhre und Bronchien in die Lunge eingeführt. Der Arzt steuert das System über eine Konsole und navigiert den Katheter millimetergenau zu den Lungenherden. Parallel dazu überprüft das Cone-Beam-CT die exakte Position des Instruments, sodass die Entnahme der Gewebeprobe mit höchster Präzision gelingt.

Das Niedrigdosis-3D-Bildgebungsverfahren zeigt während der Untersuchung exakt, an welcher Stelle sich das Biopsieinstrument in der Lunge befindet und hilft, Fehlentnahmen zu vermeiden.

Das Zusammenwirken von roboterassistierter Bronchoskopie und spezialisiertem Cone-Beam-CT mit sogenannter „augmentierter Durchleuchtung“ macht die Lungenklinik zu einem von nur wenigen Zentren in Europa mit dieser Spitzentechnologie. Die DGD Lungenklinik Hemer ist eine von drei Kliniken in Europa, die diese spezielle Gerätekombination einsetzt – und die erste Einrichtung, in der während der Bronchoskopie zusätzlich eine Schnell-Zytologie eingesetzt wird.

Netzwerk und KI-gestützte Bildauswertung

Das eigentliche Lungenkrebsscreening erfolgt zunächst ambulant in radiologischen Praxen. Dafür hat sich bereits ein überregionales Netzwerk von Radiologien gebildet, das bis in den Raum Dortmund reicht. In vielen Praxen wird die Bildbefundung bereits durch künstliche Intelligenz unterstützt.

Die KI analysiert die CT-Aufnahmen und erkennt Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten im gesamten Spektrum möglicher Lungenerkrankungen. Die endgültige Bewertung übernimmt jedoch immer der Radiologe.

Stimmen KI-Analyse und radiologische Einschätzung überein, wird der Patient im Falle einer weiteren Abklärung – etwa mittels neuer roboterassistierter Bronchoskopie – in ein spezialisiertes Zentrum wie die Lungenklinik Hemer überwiesen.

Schnelle und zuverlässige Diagnostik

Während des Eingriffs kann bereits eine erste Einschätzung erfolgen: Noch während der Untersuchung wird eine sogenannte Schnell-Zytologie durchgeführt, bei der die entnommene Gewebeprobe direkt untersucht wird. So erhält das Behandlungsteam bereits während des Eingriffs Hinweise auf die Beschaffenheit des Gewebes.

„Wir wollen größtmögliche Klarheit für die Patientinnen und Patienten schaffen und gleichzeitig eine möglichst schonende Medizin umsetzen“, betont Prof. Darwiche.

Hohe Akzeptanz und starke Teamarbeit

Der erste Einsatz der neuen Technologie fand am 26. März statt. Auch Hemers Bürgermeister Christian Schweitzer informierte sich vor Ort über das innovative Verfahren und zeigte sich beeindruckt: „Wir können in Hemer sehr stolz auf diese Spitzenmedizin sein.“

Die Einführung der neuen Technik wurde intensiv vorbereitet. Mitarbeitende der Klinik wurden im Rahmen eines Trainingsprogramms unter anderem in Straßburg geschult.

„Die Akzeptanz im Team ist sehr hoch“, berichtet Florian Hofsäß, Leiter der Endoskopie-Assistenz. „Die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten, Pflege, IT und den Herstellerfirmen funktioniert hervorragend. Am Ende steht immer der zufriedene Patient, für den wir das Bestmögliche erreichen wollen.“

Mit dieser hochmodernen Ausstattung ist die Lungenklinik Hemer optimal auf die kommenden Anforderungen der Lungenkrebs-Früherkennung vorbereitet. Innovative Technologien in Kombination mit fachlicher Expertise ermöglichen frühzeitige und hochzuverlässige Diagnosen, schonende Eingriffe und eine bestmögliche Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Lungenerkrankungen.

Quelle: © DGD Lungenklinik Hemer

Foto: Anja Haak, DGD Lungenklinik Hemer


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