Daten, Algorithmen, Medizin: Charité treibt KI-Integration in Life Sciences voran

BIH

Veröffentlicht 23.04.2026 08:50, Kerstin Müller

bio:cap 2026: Wo KI auf Life-Science trifft - Charité initiiert erste „bio:cap“ mit – Künstliche Intelligenz im Fokus

Wenn sich im Juni Forschende, Start-ups und Investoren aus der internationalen Life-Science-Szene auf der bio:cap in Berlin treffen, ist die Charité – Universitätsmedizin Berlin eine der treibenden Kräfte hinter der Veranstaltung. Sie hat das neue Konferenzformat gemeinsam mit dem Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), der Messe Berlin und dem Hasso-Plattner-Institut ins Leben gerufen und wirkt prägend an der inhaltlichen Ausrichtung und Programmgestaltung mit.

Bild: © Messe Berlin GmbH

Die bio:cap, die vom 9. bis 11. Juni im CityCube Berlin stattfindet, versteht sich als „Life-Science & AI Investival“ – eine Mischung aus Investorenkonferenz, Innovationsplattform und Wissenschaftstreffen. Ziel der Veranstaltung ist es, Brücken zu schlagen: zwischen Forschung und Praxis, zwischen Start-ups und Kapitalgebern, zwischen Visionen und ihrer Umsetzung. Im Fokus stehen die drängendsten Fragen der biomedizinischen Forschung und Gesundheitswirtschaft: Wie beschleunigt KI die Entwicklung neuer Therapien? Welche Technologien revolutionieren die Diagnostik? Und wie gelingt der Transfer von Erkenntnissen aus dem Labor in die klinische Anwendung?

Die Panels und Keynotes beschäftigen sich vorwiegend mit der steigenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Wirkstoffentwicklung und mit neuen Ansätzen in Zell- und Gentherapien. Weitere Schwerpunkte sind personalisierte Medizin und moderne Diagnostik, regulatorische Rahmenbedingungen für Innovationen sowie neue Modelle für Finanzierung und Kommerzialisierung von Biotech-Unternehmen. Auch Fragen der Prävention und Langlebigkeitsforschung sollen diskutiert werden.

Charité und BIH als treibende Kräfte

Impulse aus der Medizin kommen dabei auch von Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité sowie von Eicke Latz, Professor für Experimentelle Rheumatologie an der Charité und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums. Sie gehören dem internationalen Steering Committee der Konferenz an, das die Schwerpunkte der Veranstaltung festlegt. Prof. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs, wird als Speaker bei der bio:cap die Perspektive der Charité und des BIH zu Translation und klinischer Forschung einbringen.

„Der entscheidende Fortschritt in der Medizin entsteht heute nicht allein in der Entdeckung, sondern in der Umsetzung. Die Charité versteht sich dabei als Brücke zwischen Forschung und Versorgung. Mit der bio:cap schaffen wir eine Plattform, die Akteure aus Wissenschaft, Start-ups, Industrie und Kapital gezielt zusammenbringt, um Innovationen schneller und systematischer vom Labor zum Patienten zu übersetzen – etwa in Bereichen wie Präzisionsmedizin oder KI-gestützter Diagnostik“, sagt Heyo K. Kroemer.

Christopher Baum betont: „Biomedizinische Translation ist kein linearer Prozess, sondern ein vielschichtiges Zusammenspiel von verschiedenen Akteur:innen – und genau diese kommen auf der bio:cap zusammen. Hier diskutieren wir nicht nur über Fortschritte bei KI oder Gentherapien, sondern vor allem darüber, wie wir diese Technologien schnell, sicher und skalierbar vom Labor in die praktische Anwendung bringen, damit Patient:innen davon profitieren können. Das BIH unterstützt diesen Transfer mit gezielten Programmen, und auch die bio:cap als einen Katalysator, um Berlin international als globalen Hotspot für Life-Science-Innovationen zu etablieren.“

Hochkarätige Gäste aus Forschung, Industrie und Politik

Zu den angekündigten Sprecher:innen zählen prominente Namen aus Forschung und Industrie. Erwartet wird unter anderem der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Stefan W. Hell, dessen Arbeiten zur hochauflösenden Fluoreszenzmikroskopie neue Einblicke in biologische Prozesse ermöglicht haben. Für die Pharmaindustrie nimmt unter anderem Stefan Oelrich, Vorstandsmitglied der Bayer AG, teil. Ebenfalls auf dem Programm steht der Biotech-Unternehmer Dr. Rodger Novak, Pionier der Genom-Editierung und Mitgründer von CRISPR Therapeutics.

Weitere Beiträge werden die Schnittstelle von Medizin, Datenwissenschaft und Unternehmensgründung beleuchten. Auch Vertreter:innen der europäischen Politik, darunter Kristin Schreiber, Direktorin der Europäischen Kommission, werden erwartet, um regulatorische Fragen für die Life-Science-Industrie zu diskutieren.

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Im Labor © Charité | Arne Sattler

Vom Labor zur Marktreife

Das Engagement für die bio:cap unterstreicht das gemeinsame Ziel von Charité und BIH, biomedizinische Forschung schneller in medizinische Innovationen zu überführen. Die Charité steht dabei für exzellente klinische und wissenschaftliche Forschung, während das BIH mit seinen Programmen gezielt den Weg von der Idee zur Anwendung unterstützt. Ein Austausch mit der internationalen Innovations- und Investorenszene eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, medizinische Entwicklungen weiter voranzubringen.

„Die Charité engagiert sich bei der bio:cap, weil wir als eine der größten Universitätskliniken Europas international in Forschung und Klinik mit starken Partnern kooperieren und uns nun noch stärker mit Start-ups und Investoren vernetzen wollen“, so Prof. Kroemer. „Unser Engagement unterstreicht unsere Verantwortung als europäische akademische Institution: Wir wollen den internationalen Dialog fördern und aktiv ein grenzüberschreitendes Ökosystem aufbauen, das wissenschaftliche Exzellenz in patientenorientierte Lösungen übersetzt.“

Weitere Informationen zur bio:cap auf der Website der Messe Berlin


Quelle: © Charité – Universitätsmedizin Berlin

Bild: © Charité | Arne Sattler, © Messe Berlin GmbH 


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