Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verfolgt das legitime Ziel, die finanzielle Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen. Aus Sicht des KH-IT-Vorstandes ist jedoch entscheidend, dass die langfristig dringend benötigte digitale Transformation im Gesundheitswesen nicht den kurzfristigen Kostendämpfungsmaßnahmen zum Opfer fallen.
Insbesondere das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) hat in den vergangenen Jahren einen spürbaren Modernisierungsschub in den Kliniken ausgelöst. Investitionen in digitale Patientenportale, Interoperabilität, IT-Sicherheit und moderne klinische Arbeitsplatzsysteme zeigen erste positive Effekte: effizientere Prozesse, bessere Datenverfügbarkeit und steigende Versorgungsqualität. Dieser Fortschritt ist jedoch fragil. Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der nachhaltige Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen benötigt.
Vor diesem Hintergrund besteht die klare Erwartung, dass das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz diesen eingeschlagenen Weg nicht ausbremst. Eine Reduktion oder Verzögerung digitaler Fördermaßnahmen würde nicht nur bereits angestoßene Projekte gefährden, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens weiter schwächen. Zudem würden Effizienzpotenziale ungenutzt bleiben, die mittel- bis langfristig zur Entlastung des Systems beitragen könnten.
Gerade in Zeiten steigender Kosten und des Fachkräftemangels ist die Digitalisierung der zentrale Hebel, um Prozesse zu automatisieren, Personal zu entlasten und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Politische Maßnahmen sollten daher darauf ausgerichtet sein, den begonnenen Transformationsprozess konsequent fortzuführen und Planungssicherheit für die Krankenhäuser zu schaffen.
Zusammenfassend gilt: Beitragsstabilität und Digitalisierung dürfen nicht als Gegensätze verstanden werden. Vielmehr ist eine kluge, fortgesetzte Investition in digitale Strukturen ein wesentlicher Bestandteil der Lösung. Der durch das KHZG initiierte Fortschritt darf nicht abgewürgt werden – er muss gezielt weiterentwickelt und verstetigt werden.
Andreas Lockau, Vorsitzender des Bundesverbandes, begrüßt ausdrücklich die Aussage von Frau Warken, Bundesministern für Gesundheit der Bundesrepublik Deutschland, in ihrer Keynote bei der DMEA 2026 in Berlin: im Gesundheitswesen soll nicht an der Digitalisierung gespart werden, sondern mit ihr. Damit unterstreicht sie, dass Investitionen in digitale Infrastrukturen und Anwendungen kein Selbstzweck sind, sondern einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Kostendämpfung leisten können.
Gerade digitale Lösungen ermöglichen es, Prozesse zu verschlanken, Medienbrüche zu vermeiden und Ressourcen gezielter einzusetzen. Damit wird deutlich: Eine konsequente Weiterführung der Digitalisierung ist nicht im Widerspruch zur Beitragsstabilität, sondern vielmehr ein entscheidender Hebel, um diese nachhaltig zu erreichen.
Bundesverband der Krankenhaus IT-Leiterinnen/Leiter KH-IT e.V.
Der KH-IT bietet als Berufsverband den Führungskräften aus der Krankenhaus-IT eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Wissen, sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung. Die Mitglieder des Verbandes begleiten und gestalten in verschiedenen Gremien die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder in der Entwicklung vom Techniker zum Wegbereiter
der digitalen Transformation und IT-Strategen.
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Andreas Lockau, Vorsitzender des Bundesverbandes KH-IT










