Universitätsmedizin Frankfurt schließt Großprojekt der digitalen Infrastruktur erfolgreich ab
Flächendeckendes 5G-Netz verbessert Erreichbarkeit, Zusammenarbeit und digitale Versorgung am gesamten Campus
Die Universitätsmedizin Frankfurt hat den umfassenden Ausbau ihres 5G-Mobilfunknetzes erfolgreich abgeschlossen und damit einen zentralen Schritt in der digitalen Weiterentwick-lung des Klinikums vollzogen. Mit dem Abschluss der letzten Systemumstellungen und der Integration der mobilen Endgeräte in das 5G-Netz ist das Projekt nun vollständig umge-setzt: Die Nutzung der neuen 5G-Infrastruktur im Klinikalltag ist ab sofort vollumfänglich möglich.
Bereits seit der Inbetriebnahme des 5G-Vodafone-Netzes in Haus 23 profitiert die Universitätsmedizin von einer modernen, leistungsfähigen Mobilfunkversorgung. Ziel der jetzt abgeschlossenen Umstellung ist es, die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden weiter zu verbessern und die Daten-Bandbreite im gesamten Klinikbetrieb deutlich zu erhöhen. Eine leistungsfähige Mobilfunkversorgung ist im Klinikalltag von zentraler Bedeutung: Ärztliche Teams, Pflegefachpersonen und weitere Mitarbeitende müssen jederzeit zuverlässig erreichbar sein und zunehmend mobile digitale Anwendungen direkt im Versorgungsalltag nutzen können. Gerade in einem komplexen Gebäudeverbund wie der Universitätsmedizin Frankfurt sind stabile Verbindungen und schnelle Datenübertragungen entscheidend für modernste Medizin und Pflege, effiziente Abläufe sowie eine reibungslose Kommunikation.
Der 5G-Ausbau wurde im Rahmen des EU-Programms CEF Digital mit rund 3,8 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 4,5 Millionen Euro. Die Umsetzung erfolgte seit 2022 in Zusammenarbeit mit Vodafone.
5G als Grundlage moderner Universitätsmedizin
Der Hessische Wissenschafts- und Forschungsminister Timon Gremmels begrüßt das Vorhaben ausdrücklich: „Mit der Etablierung von 5G wird die nächste Stufe der digitalen Infrastruktur erreicht. Wir erhalten damit die Möglichkeit des Remote-Monitorings von Patientendaten in Echtzeit und insbesondere eines breiten Einsatzes mobiler Endgeräte, was auf dieser Technologie beruht. Mit unserem Projekt „digitales Universitätsklinikum 2.0“, welches die Landesregierung in den Jahren 2025 bis 2029 fördert, setzen wir auf dieser Technologie auf – denn die Verfügbarkeit von Daten und deren schnelle Übertragung sind Voraussetzung für Echtzeit-Entscheidungen zur Steuerung des Klinikums und vor allem zum Wohle der Patientinnen und Patienten.“
Auch aus Sicht der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, zeigt das Projekt die Bedeutung leistungsfähiger digitaler Infrastrukturen für die medizinische Versorgung. Die Digitalministerin unterstreicht: „Das Projekt an der Universitätsmedizin Frankfurt zeigt, dass eine leistungsfähige digitale Infrastruktur das Fundament für innovative digitale Anwendungen ist. 5G ermöglicht Datenübertragung in Echtzeit – ein entscheidender Vorteil, insbesondere für Menschen im ländlichen Raum. Sie können sich lange Wege in Spezialkliniken sparen und dennoch von einer Versorgung auf dem Niveau einer Universitätsklinik profitieren. Allein im Rahmen des letzten Mobilfunkpakts wurden über 2.500 5G-Standortmaßnahmen in ganz Hessen umgesetzt. Die Landesregierung hat dafür die Genehmigungsverfahren bereits mehrfach vereinfacht und unterstützt den Mobilfunkausbau in ländlichen Regionen auch finanziell.“
Für Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt, ist der erfolgreiche Abschluss des Netzausbaus ein wichtiger Meilenstein: „Ein flächendeckendes, leistungsfähiges 5G-Netz ist für eine moderne Universitätsmedizin heute ebenso essenziell wie Strom und Wasser. Es bildet die Grundlage dafür, dass unsere Mitarbeitenden innovative digitale Lösungen im Alltag nutzen können – für mehr Effizienz, schnellere Entscheidungen und eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten.“
Vodafone bewertet den erfolgreichen Ausbau als wichtigen Schritt für die weitere Digitalisierung im Gesundheitswesen. Michael Jungwirth aus der Vodafone Geschäftsleitung kommentiert: „Dieses Projekt zeigt: 5G kann Leben retten. Wir haben die Frankfurter Universitätsmedizin zum vollvernetzten Krankenhaus gemacht. Und wir haben hier mit Echtzeit-Mobilfunk neue digitale Services getestet, die helfen, die Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern. Jetzt gilt es, diese neuen Technologien dauerhaft in den Klinikalltag zu integrieren.“
Grundlage für digitale Medizin und vernetzte Versorgung
Bereits während der Bauphase wurden verschiedene Anwendungsfälle getestet, um die Patientenversorgung durch digitale Anwendungen weiter zu verbessern. Grundlage ist das Förderprojekt „Digitales Universitätsklinikum Frankfurt“, das 2018 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst initiiert wurde. Mit der 5G-Infrastruktur werden diese Projekte auf ein neues technisches Niveau gehoben.
Anwendungsbeispiel: Tele-Heart-UHF – Spezialistenhilfe per 5G
Mit Hilfe des 5G-Netzes können Ärztinnen und Ärzte im kollegialen Austausch ein spezialisiertes Herz-Team in Frankfurt kontaktieren – per Video in Echtzeit. Dabei können strukturierte Falldaten sowie Bildinformationen direkt übermittelt werden. So erhalten Patientinnen und Patienten mit akuten Herzproblemen rasch eine Zweitmeinung und eine klare Handlungsempfehlung. Ein Beispiel: Eine Patientin mit Fieber und Schmerzen wird untersucht. Die Diagnose deutet auf eine schwere Entzündung der Herzklappen hin. Über das 5G-gestützte System wird sofort das Herz-Team zugeschaltet, das anhand der übermittelten Daten eine Verlegung zur dringenden OP empfiehlt.
Anwendungsbeispiel: Lumify – Ultraschall mit Live-Beratung
Dank mobiler Ultraschallgeräte und einer Kollaborationsplattform können auch komplexe Fälle sofort digital besprochen werden. Die Untersuchung erfolgt direkt in der Notaufnahme, das Bild wird live an ein erfahrenes Ärzteteam übertragen, mit Kommentaren und Rückfragen in Echtzeit. Die Software funktioniert auf Tablets, PCs oder Smartphones. So ist ortsunabhängige Diagnostik möglich, ohne lange Wege oder Zeitverlust.
Anwendungsbeispiel: 5G-Tracking im Klinikalltag
In der Testphase befindet sich derzeit ein Ortungssystem für medizinisches Equipment und Proben, von Betten über EKGs bis zu Ultraschallgeräten und zum Beispiel Laborproben. Mit 5G-SIM-Karten ausgestattet, können diese jederzeit im Gebäude sowie auf dem gesamten Klinikgelände lokalisiert werden.
Das spart wertvolle Zeit, wenn es darauf ankommt: Das Team weiß sofort, wo das nächste freie Bett oder benötigte Gerät steht oder wo eine dringende Probe sich befindet und muss nicht lange suchen.
Diese Anwendungen ermöglichen schnellere Entscheidungen, reduzieren Wegezeiten und verbessern die klinische Zusammenarbeit.
650 Antennen für flächendeckende Versorgung
Im Rahmen des Projekts wurden über 650 5G-Antennen im Hauptgebäude und auf dem gesamten Klinikgelände installiert. Damit ist eine nahezu vollständige Mobilfunkabdeckung im Innen- und Außenbereich sichergestellt. Ergänzend wurden rund 24.000 Meter CAT7-Kabel sowie 10.700 Meter Lichtwellenleiter (LWL) verlegt. Die Infrastruktur umfasst zudem 458 Distributed Antenna Systems (DOTs), sieben GPS-Antennen, 59 Indoor Radio Units (IRUs), zwölf Baseband-Einheiten sowie 36 Technikräume auf dem Campus.
Für weitere Informationen:
Nico Sorg
CIO und Dezernatsleitung
(DICT) Informations- und Kommunikationstechnologie IT-Infrastrukturmanagement
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 77 44
E-Mail: nico.sorg@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de
Quelle: Universitätsklinikum Frankfurt
Bild: Bild auf Basis des Originalfotos der Universitätsmedizin Frankfurt redaktionell bearbeitet und digital ergänzt, generiert mit ChatCPT/OpenAI










