Bundesverband entwickelte jährliches Tagungsprogramm

Teil 4: KH-IT Frühjahrs - und Herbsttagungen sind Trendsetter für die Branche

Veröffentlicht 13.09.2026 13:00, Kim Wehrs

In den folgenden Jahren entwickelte sich ein neues Tagungskonzept. Der Bundesverband hielt und hält bis heute jährlich zwei Veranstaltungen ab, die Frühjahrs und die Herbsttagung. Diese Veranstaltungen und insbesondere die Themen sind nicht selten die Trendsetter der Branche.

Foto: v. l.: Horst-Dieter Beha, Gerhard Härdter, Timo Baumann, Heiko Ries, Andreas Barchfeld, Prof. Dr. Martin Staemmler, Prof. Dr. Anke Simon, Bernd Behrend, Maria Schedy, Günter Gartner

KH-IT-Herbsttagung in Stade 2005

Unter dem Generalthema „IT-Notfallvorsorge“ stand die Herbsttagung des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT Leiterinnen und -Leiter (KH-IT), die in der Zeit vom 19. bis 20. September 2005 in den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude stattfand. Das Thema IT-Sicherheit war mittlerweile auch ein Bilanz-Bewertungsposten von Wirtschaftsprüfern geworden. Andreas Lockau, IT-Leiter des St. Marien-Hospitals in Hamm, machte dies in seinem Vortrag „IT-Verfügbarkeit – ein Posten in der unternehmerischen Bilanz“ deutlich. Die IT Abteilungen kommen immer weniger darum herum, den Wirtschaftsprüfern schlüssige IT-Konzepte vorzulegen. Zur Bewertung der operationellen Risiken nach Basel II werden aber genau solche Faktoren wie exakte Dokumentation,Notfallpläne, Security-Policy oder IT-Verfügbarkeit geprüft. Sie sind inzwischen Teil der Unternehmensbewertung.

IT-Notfallvorsorge mehr als lästige Pflicht

Eine schlüssige IT-Notfallvorsorge ist nach einhelliger Meinung aller Tagungsteilnehmer dringend geboten, doch längst nicht Praxis in allen Häusern. Dabei sollte die Notfallvorsorge nicht als lästige Pflichtübung verstanden werden, sondern integraler Bestandteil einer IT-Dienstleistung sein. Das machte Professor Dr. Martin Staemmler von der Fachhochschule Stralsund in seinem Vortrag „IT-Notfallvorsorge – Eine Verpflichtung aus Normen und Gesetzen“ deutlich. Neben einem vitalen Eigeninteresse der Krankenhäuser am Thema IT-Notfallvorsorge gäbe es eine Reihe von unterschiedlichsten Vorschriften, aus denen diese Verpflichtung zwingend hervorgebe. So sei die Verpflichtungen zur Notfallvorsorge beispielsweise aus Information Lifecycle, Bundesdatenschutzgesetz, Schweigepflicht (SGB, MBO), Röntgenverordnung, Risikomanagement, Dokumentationspflicht, Sorgfaltspflicht und Haftung obligatorisch.

Ein IT-Notfall habe in erste Linie folgende Ursachen: höhere Gewalt, organisatorische Mängel, menschliche Fehlhandlungen, technisches Versagen oder vorsätzliche Handlungen. Als Tools zur Analyse, Bewertung und Umsetzung nannte Staemmler den BSI-IT-Grundschutz und BSI-Standards, Infrastructure Library (ITIL) und die ISO 27000-Standard-Familie.

Engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kliniken nötig

Das nicht alles Gold ist, was glänzt zwischen Anwendern und Anbietern, machte die Podiumsdiskussion „Was sind Service-Level-Agreements wert“ deutlich. Hier zeigten sich in lebhafter Diskussion, bei der sich auch die Zuhörer rege beteiligten, die unterschiedlichen Wünsche und Vorstellungen der Krankenhäuser und der Industrie. Für den entsprechenden „Pfeffer“ in der Diskussion sorgte die lockere und teilweise provokante Moderation von Prof. Dr. Paul Schmücker von der Hochschule Mannheim. Ob Preisgestaltung, Reaktionszeit oder Umfang und Schnelligkeit der Bearbeitung, es war nicht zu verkennen, dass die angereisten IT-Spezialisten aus den Krankenhäusern mit vielen von
der Industrie gezeigten Angeboten und Praktiken alles andere als zufrieden waren. Eine Lösung kann zukünftig nur in einer engeren Zusammenarbeit liegen, war die einhellige Meinung.

Podium

Podiumsdiskussion in Stade: v. l.: Prof. Dr. Paul Schmücker, Hochschule Mannheim;
Günter Gartner, Klinikum Karlsruhe; Joerg Modelmeyer, Siemens; Jens Uwe Thieme,
iSOFT; Ralph Hirsch, Agfa Healthcare.


Erfahrungsaustausch in lockerer Runde


Die Abendveranstaltung stand unter dem Motto „Kurs halten“. Eine fünfstündige Schiffstour auf der Elbe mit dem Romantikschiff „Germania“ führte von Stade bis in den Hamburger Hafen. Hier hatten die Teilnehmer, zum größten Teil KH-IT-Mitglieder, die Möglichkeit zum weiteren Erfahrungsaustausch in lockerer Runde. Der Bundesverband der KH-IT-Leiter stand in diesem Jahr kurz vor der denkwürdigen Mitgliederzahl von 300. Damals waren es 292 IT-Leiter, die sich in diesem Verband organisiert haben. Vorsitzender Heiko Ries: „Wir hoffen diese magische Zahl in Kürze geknackt zu haben.“ Library (ITIL) und die ISO 27000-Standard-Familie.

Abend

Abendveranstaltung: mit der „MS Germania“ ging es von Stade bis in den Hamburger Hafen.


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Quelle Text und Bilder: Buch "Die Geschichte der Health-IT" Autoren: Hartmuth, Kai und Kim Wehrs 

 


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