Digitale Vernetzung in den Rehabilitations- und Vorsorgekliniken nimmt Fahrt auf

DKTIG

Veröffentlicht 10.06.2022 09:30, Dagmar Finlayson

Die ersten Rehabilitations- und Vorsorgekliniken haben mit der Anbindung an die Telematikinfrastruktur einen Meilenstein im Zuge der zunehmenden Digitalisierung im Gesundheitswesen erreicht. Damit ist sichergestellt, dass die Einrichtungen am sicheren Datenaustausch, der in anderen Bereichen wie Krankenhäusern und Arztpraxen bereits Einzug gehalten hat, teilnehmen und davon profitieren können.

Unter den mittlerweile 46 Rehabilitations- und Vorsorgekliniken, die sich über einen von der Deutschen Krankenhaus TrustCenter und Informationsverarbeitung GmbH (DKTIG) herausgegebenen Institutionsausweis gegenüber der Telematikinfrastruktur authentisieren können, sind fünf Rehabilitationskliniken, die im Rahmen eines bayerischen Forschungsprojektes „Digitales Rehabilitationskonsil mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur (Reha-/TI-Konsil)“ als Vorreiter die modelhafte Anbindung an die Telematikinfrastruktur als „Best Practice“ umgesetzt haben.

Die DKTIG hat das Forschungsprojekt der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg mit Workshops zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und fachlicher Expertise unterstützt. „Von den umfassenden Erfahrungen aus der Anbindung der Krankenhäuser an die Telematikinfrastruktur profitieren nunmehr die Rehabilitations- und Vorsorgekliniken“, so René Schubert, Geschäftsführer der DKTIG.

„Alle Ergebnisse des Projektes werden in einem Leitfaden dargestellt“, erklärt Prof. Georgios Raptis vom eHealth Labor der OTH Regensburg. „Zudem wurde der nächste Baustein des Projektes – eine repräsentative Bestandsaufnahme des Digitalisierungsgrades der Reha-Einrichtungen in Bayern und Handlungsempfehlungen für den zukünftigen Ausbau der Digitalisierung – bereits umgesetzt.“

Aus den zahlreichen Rückmeldungen der Rehabilitations- und Vorsorgekliniken auch in der Geschäftsstelle der DKTIG wird deutlich, dass die Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie in diesem Bereich erst langsam Fahrt aufnimmt. Mit Blick auf die Chancen der Verbesserung von patientennahen Prozessen, aber auch Kosteneffekten stellen sich die Rehabilitations- und Vorsorgekliniken den Herausforderungen. Insbesondere die weiterhin ausstehende Vereinbarung zur Refinanzierung der Kosten für die Telematikinfrastruktur stellt eine Hürde dar, um Planungssicherheit zu erreichen.

Die DKTIG wird die Rehabilitations- und Vorsorgekliniken – wie Krankenhäuser auch - weiterhin beim Rollout der Telematikinfrastruktur begleiten. „Wir müssen im Gespräch bleiben, Digitalisierung bedeutet auch, miteinander zu reden“, ergänzt Schubert.

Das Projekt der OTH Regensburg wird durch das Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium gefördert, Informationen zum Projekt „Reha-/TI-Konsil“ sind unter https://rehakonsil.rchst.de/ zu finden.

Die DKTIG wurde am 2. Oktober 1996 gegründet und hat ihren Sitz in Leipzig. Die DKTIG wird gemeinsam getragen von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den 16 Landeskrankenhausgesellschaften. Die DKTIG unterstützt die deutschen Krankenhäuser bei der Erfüllung von Sicherheitsanforderungen insbesondere im Zusammenhang mit der Übermittlung von patientenbezogenen Daten und nimmt die Trustcenter-Funktion für Krankenhäuser bei der Datenübermittlung entsprechend § 301 SGB V sowie im Rahmen der Telematikinfrastruktur wahr. Darüber hinaus betreut die DKTIG verschiedene Benchmark- und Kalkulationsprojekte der deutschen Krankenhäuser sowie der Landeskrankenhausgesellschaften.

Quelle: Deutsche Krankenhaus TrustCenter und Informationsverarbeitung GmbH (DKTIG)

Symbolbild: Pixabay/geralt


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