Charité-Ausgründungen fördern Innovationen für eine verbesserte klinische Versorgung

BIH

Veröffentlicht 23.12.2025 03:10, Kai Wehrs

Spin-offs aus der Charité zeigen das Potenzial translationaler Forschung. Ausgründungen ermöglichen es, medizinische Forschungsergebnisse schneller in die Versorgung zu übertragen. So entstehen innovative Therapien, Diagnoseverfahren und digitale Anwend-ungen, die den Patient:innen direkt zugutekommen.

Charité BIH Innovation (CBI), der gemeinsame Technologietransfer der Charité – Univer-sitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), unterstützt die eigenen Wissenschaftler:innen zusammen mit dem Verwertungspartner von Charité und BIH, der Ascenion GmbH, bei der Unternehmensgründung.

Einen maßgeblichen Beitrag leisten dabei auch die beiden BIH-Förderprogramme SPARK-BIH und BIH Digital Health Accelerator. So konnten in diesem Jahr vier Ausgründungen an den Start gehen.

Bild: Im Labor. Foto:  © Charité - Janine Oswald

„Ausgründungen sind bedeutsam, wenn es darum geht, wissenschaftliche Innovationen aus der Universität schnell in die praktische Anwendung zu bringen. Sie tragen dazu bei, die Behandlungsmöglichkeiten kontinuierlich zu verbessern und die medizinische Versorgung zukunftssicher zu gestalten. Dass wir in diesem Jahr vier neue Unternehmen auf den Weg bringen konnten, zeigt das große Potenzial unserer Forschung für Gesellschaft und Wirtschaft, aber auch, dass wir gemeinsam mit dem BIH im Innovationsbereich erfolgreich sein können“, sagt Prof. Joachim Spranger, Dekan der Charité.

Die Bandbreite der Anwendungsfälle ist groß und reicht in diesem Jahr von Gentherapien über neue Anwendungen im Bereich der Diagnostik bis hin zur spezialisierten Telemedizin.

Die aktuellen Spin-offs im Überblick:

RareLink digital health GmbH

RareLink bietet eine spezialisierte Telemedizin-Plattform zur Versorgung von Menschen mit seltenen und neurologischen Erkrankungen. Eines ihrer Produkte ist „MyaLink“, ein Monitoring-Tool zur Fernbetreuung von Myasthenia-gravis-Patient:innen, das symptomatische Verschlechterungen früher erkennen und Klinikaufenthalte reduzieren will. Die Plattform ist ein zertifiziertes Medizinprodukt und datenschutzkonform.

Kernevo GmbH

Kernevo hat sich zum Ziel gesetzt, die Urin-Diagnostik zu verbessern. Das Unternehmen entwickelt einen innovativen medizinischen Urinbecher („Urikon“), der die Analyse von Zellen im Urin durch chemische Fixierung ermöglicht und dadurch neuen diagnostische Verfahren zugänglich macht. Geplant ist die Herstellung und Zertifizierung des Urikon-Systems für verschiedene zellbasierte Testansätze. Gemeinsam mit der Labor Berlin GmbH wird derzeit die klinische Anwendung vorbereitet.

APTA Therapeutics GmbH

APTA Therapeutics widmet sich der Behandlung von Krankheiten, die durch regulatorische Autoantikörper verursacht werden. Autoantikörper sind Antikörper, die gegen körpereigene Strukturen gerichtet sind. Basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen entwickelt APTA Therapeutics DNA-basierte Aptamere – kleine spezialisierte Moleküle – zur Behandlung von krankheitsverursachenden regulatorischen Autoantikörpern.

Epithelica GmbH

Epithelica ist ein Biotech-Startup, das lokale Gentherapien für schwere genetische Hauterkrankungen entwickelt. Mithilfe einer schmerzfreien Laser-Mikroporation werden vorübergehend mikroskopisch kleine Kanäle in der Haut generiert, durch die optimierte Lipidnanopartikel therapeutische Gen-Editoren gezielt transportieren. Dieser skalierbare Ansatz ermöglicht präzise, mutationsspezifische Behandlungen mit kurativem Potenzial für ein breites Spektrum genetischer Hauterkrankungen.

Ausgründungsförderung von Charité BIH Innovation (CBI)

CBI ist die zentrale Servicestelle für den Technologietransfer von Charité und BIH. Ihr Auftrag ist die Realisierung der biomedizinischen Translation, d. h. die Überführung von Forschungsergebnissen als auch von Lösungsansätzen aus dem Klinikalltag in Produkte und Dienstleistungen durch Lizenzierungen sowie Ausgründungen. CBI berät zum Schutz von geistigem Eigentum und dessen Verwertung, informiert über Fördermittel für Ausgründungsprojekte und begleitet alle Spin-offs aus der Charité und dem BIH in der Gründungsphase. Bei der Bewertung und Verwertung des geistigen Eigentums arbeitet CBI mit dem externen Dienstleister Ascenion zusammen.

Frühe Entwicklungsprojekte fördert CBI in den strukturierten Accelerator-Programmen SPARK-BIH und BIH Digital Health Accelerator (DHA) mittels meilensteinbasierter Förderung, Education und Mentoring. CBI ebnet den Weg für Kooperationen zwischen nationalen sowie internationalen Start-ups und klinischer sowie wissenschaftlicher Expertise innerhalb der Charité. Davon profitieren Patient:innen, die Gesellschaft und die Wirtschaft sowie die Erfinder:innen und die Institutionen Charité und BIH. Seit 2014 konnten 51 Spin-offs aus der Charité - Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) ausgegründet werden.

Quelle: © Charité – Universitätsmedizin Berlin

Foto:  © Charité - Janine Oswald


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