Forschende nutzen digitale Tools zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

UCCL

Veröffentlicht 22.03.2026 09:20, Kerstin Müller

CARDIO-HOPE Studie mit jungen Erwachsenen nach einer Krebserkrankung. Das Hodgkin-Lymphom ist eine Krebserkrankung des Lymphsystems. Menschen, die als Kinder oder Jugendliche daran erkrankt waren, haben in Folge der Krebsbehandlung später im Leben ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen. Gesundheitstechnologien könnten dabei unterstützen, die Risiken für diese Spätfolgen frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken. Hier setzt das multizentrische Forschungsprojekt CARDIO-HOPE an, das seit Februar vom Universitären Krebszentrum Leipzig (UCCL) und der Medizin-ischen Fakultät der Universität Leipzig koordiniert wird. Die Studie wird durch das Bundes-ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 1,73 Mio. Euro gefördert.

Bild: Das Leipziger Studienteam: PD Dr. Magdalena Balcerek (4.v.l.), Carla Bähr (rechts), Prof. Judith Gebauer (5.v.r.) Dr. Joscha Kandels (2.v.r.) und Dr. Diana Richter (6.v.r.), sowie alle Kooperationspartner:innen v.l.n.r.:…

Die Forscher:innen des CARDIO-HOPE Projektes wollen eine digitale Lösung entwickeln, mit der sich die Gesundheit von jungen Erwachsenen nach einer Krebserkrankung langfristig überwachen und verbessern lässt. Dabei sammelt eine Smartwatch kontinuierlich Daten über die körperliche Aktivität und andere Gesundheitswerte der Betroffenen. Eine Künstliche Intelligenz fasst diese Daten zusammen, damit sie für eine individualisierte Beratung und Empfehlung zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems und der Alltagsaktivität genutzt werden können. Die Wirksamkeit der Beratung evaluieren die Wissenschaftler:innen in einer komplexen Interventionsstudie. Ziel dieser neuen Art der Nachsorge ist es, das Risiko für spätere Erkrankungen zu senken.

Die Forscher:innen kombinieren im CARDIO-HOPE Projekt modernste Technologie mit kardioonkologischem und sportwissenschaftlichem Fachwissen, um die Gesundheitsversorgung personalisierter und präventiver zu gestalten. „Die kontinuierliche Datenerfassung durch die Smartwatch und die individuelle Beratung bieten einen großen Mehrwert gegenüber herkömmlichen Vorsorgeuntersuchungen“, sagt Verbundkoordinatorin PD Dr. Magdalena Balcerek. Die Forschungsergebnisse könnten auch für andere Patientengruppen mit ähnlichen Risiken relevant sein und die Entwicklung weiterer digitaler Gesundheitsanwendungen vorantreiben.

Das Universitäre Krebszentrum Leipzig übernimmt neben der Verbundkoordination des Projekts auch die Rolle eines von zwei rekrutierenden Standorten, in enger Kooperation mit der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig. Darüber hinaus liegt ein besonderer Schwerpunkt des Leipziger Teams um PD Dr. Magdalena Balcerek und Prof. Dr. Judith Gebauer auf der systematischen Integration patientenberichteter Outcomes sowie einer psychologisch fundierten motivierender Gesprächsführung. Im Fokus steht dabei, Barrieren der Alltagsimplementierung zu identifizieren und die Einhaltung der vereinbarten Nachsorgeziele zwischen Ärzt:innen und Patient:innen langfristig zu stärken. 

Das dreijährige interdisziplinäre und standortübergreifende Verbundprojekt CARDIO-HOPE wird gemeinsam mit folgenden Partnern durchgeführt:

  • Universitätsmedizin Rostock, Institut für Biostatistik und Informatik in Medizin und Alternsforschung (Prof. Stephanie Roll)
  • Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Klinik für Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie (Dr. Ester Judith Herrmann)
  • Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik (IMTE), Lübeck (Prof. Dr. Denys Matthies)
  • Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Kooperation der München Klinik und des TUM Klinikums, München (PD Dr. Sabine Kesting)

Erstellt von: Anne Grimm

Quelle: © Universität Leipzig

Bild:  © Universität Leipzig


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