KH-IT-Herbsttagung 2026: Wie smart ist die Medizin von morgen?

Veröffentlicht 21.08.2026 09:40, Kerstin Müller

Smarte Krankenhäuser wollen bei der Umsetzung von Digitalisierungs- und Innovationsprojekten im Gesundheits- und Sozialwesen insbesondere das Versorgungsniveau halten und stabilisieren. Dafür sollen sie sich für den Wandel durch Ökosysteme, KI und Plattformen rüsten. Von Prof. Dr. David Matusiewicz, Direktor Institut für Gesundheit & Soziales, Hochschule für Ökonomie & Management, Referent am 16. und 17.9.2026, KH-IT-Herbsttagung 2026

Foto: Prof. Dr. David Matusiewicz, Direktor Institut für Gesundheit & Soziales, Hochschule für Ökonomie & Management

Wie können smarte Krankenhäuser bei der Umsetzung von Digitalisierungs- und Innovationsprojekten insbesondere das Versorgungsniveau halten und stabilisieren?

Prof. Matusiewicz:  Krankenhäuser stehen heute unter einem enormen Veränderungsdruck: steigende Kosten, Fachkräftemangel, demografischer Wandel, zunehmende regulatorische Anforderungen und gleichzeitig die Erwartung, eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen. Digitalisierung darf dabei kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist vielmehr, dass digitale Lösungen konkret dazu beitragen, Versorgung zu stabilisieren, Mitarbeitende zu entlasten und Prozesse besser zu machen.

Das smarte Krankenhaus der Zukunft wird deshalb nicht dadurch definiert, wie viele Anwendungen oder Geräte es besitzt, sondern wie intelligent diese miteinander verbunden sind. Interoperabilität, automatisierte Prozesse, datenbasierte Entscheidungen und eine konsequente Orientierung am Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende sind zentrale Erfolgsfaktoren. Innovation muss dabei immer mit einem klaren Blick auf den Versorgungsauftrag und die wirtschaftliche Tragfähigkeit verbunden werden.

Wie sollten sich IT-Verantwortliche künftig für den Wandel durch Ökosysteme, KI und Plattformen rüsten?

Prof. Matusiewicz:  IT-Verantwortliche müssen sich zunehmend vom klassischen Betreiber einer IT-Infrastruktur zum strategischen Gestalter digitaler Ökosysteme entwickeln. Die Grenzen zwischen Krankenhaus, ambulantem Sektor, Pflege, Rehabilitation und weiteren Gesundheitsdienstleistern werden durch digitale Vernetzung immer durchlässiger.

Künstliche Intelligenz und Plattformen werden dabei zu wichtigen Bausteinen. Gleichzeitig müssen IT-Verantwortliche Fragen der Datenqualität, Interoperabilität, Cybersicherheit, Governance und des Datenschutzes beherrschen. Es geht nicht darum, jede neue Technologie einzuführen, sondern die richtigen Technologien zum richtigen Zeitpunkt sinnvoll in die Versorgungsprozesse zu integrieren.

Dabei wird auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit entscheidend: mit Medizin und Pflege, Verwaltung, Industrie, Start-ups und anderen Akteuren des Gesundheitswesens. Zukunftsfähige IT ist weniger eine isolierte Funktion als ein verbindendes Element des gesamten Gesundheitsökosystems.

Was wollen Sie Verantwortlichen im Gesundheitswesen vor allem vermitteln?

Prof. Matusiewicz:  Mein zentraler Impuls lautet: Wir sollten Digitalisierung nicht als einzelnes Projekt betrachten, sondern als kontinuierlichen Transformationsprozess. Das smarte Krankenhaus entsteht nicht über Nacht und auch nicht durch eine einzelne KI-Anwendung.

Wir müssen Technologie mit Organisation, Prozessen und Menschen zusammendenken. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen gilt es, konsequent diejenigen Innovationen zu priorisieren, die einen messbaren Mehrwert für die Versorgung schaffen.

Die entscheidende Frage ist daher nicht nur: Was kann die Technologie? Sondern vor allem: Was brauchen Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und das Gesundheitssystem – und wie können wir Technologie dafür intelligent einsetzen? Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, wie smart die Medizin von morgen tatsächlich sein wird.

Programm KH-IT-Herbsttagung 2026

Was bringt uns die Zukunft - Medizin von Morgen, was erwartet uns in der IT!

15. September 2026

Warm-up Vorabendprogramm mit dem Berliner Health IT-Talk, 

16. September 2026

Keynote: Die Zukunft der Verbände in Zeiten der Ökosysteme, KI und Plattformen, Dr. Winfried Felser, Unternehmer, Zukunftsforscher und Autor

30 Jahre KH-IT -  Blickwinkel auf die digitale Gesundheitsversorgung 2030

Thomas Süptitz, Referatsleiter „Cybersicherheit und Interoperabilität“, Bundesministerium für Gesundheit,  Markus Holzbrecher-Morys, Geschäftsbereichsleiter - Digitalisierung und eHealth, Deutsche Krankenhausgesellschaft,  Dr. Phlilip Stachwitz, Leiter Stabstelle Digitalisierung Kassenärztliche Bundesvereinigung,  Rainer Höfer, Abteilungsleiter Digitalisierung und IT, GKV-Spitzenverband

StartUps 4 HealthCare

17. September 2026

Charité Vision 2030,  Dr. Peter Gocke, Leitung Stabsstelle Digitale Transformation Charité – Universitätsmedizin Berlin

Interne Mitgliederversammlung (für Mitglieder und auf Einladung)

Wie Smart ist die Medizin von Morgen? Prof. Dr. David Matusiewicz, Direktor Institut für Gesundheit & Soziales, Hochschule für Ökonomie & Management

Blick in den digitalen Norden – Dänemark,  Dr. Jörgen Schöler Kristensen, Kliniker, Mitentwickler EHR, ehem. Verwaltungsdirektor, Mitglied im dänischen Arzneimittelrat

Resilienz schaffen durch Cyberkrisensimulation im Krankenhaus, Prof. Dr. Sebastian Schinzel und Nico Brüggemann, Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie

Zwischen Politik, Hersteller und Digitalisierungsrealist – Wo geht die Reise hin? Ecky Oesterhoff,  Digitalisierungsrealist, Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg)

Die nächste Generation der Telematikinfrastruktur: Innovationen für eine bessere Gesundheitsversorgung, Dr. Florian Hartge, Geschäftsführer, gematik GmbH

Lokales Netzwerken – am Beispiel Health-IT Talk & Agenda Frühjahrstagung 2027

Die Agendaverantwortlichen: Andreas Lockau (lockau@kh-it.de), Lars Forchheim (forchheim@kh-it.de) und Thorsten Schütz (schuetz@kh-it.de). Alexandra Heimel, Organisation (tagung@kh-it.de).

Die Tagung findet in Präsenz statt. 

KH-IT und Information aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband veranstaltet jährlich zwei Tagungen für Mitglieder, eine Frühjahrstagung in der Regel im Mai und eine Herbsttagung im September. Wichtiger Bestandteil ist das Networking und die Gespräche unter den Kollegen. Fördermitglieder sind vor Ort und informieren an den Ausstellerplätzen über ihre Neuerungen. Der praxisbezogene Austausch mit IT-Leiter-Kollegen wird von beiden Seiten geschätzt. Der Verband vertritt die Interessen der Krankenhaus-IT Leiterinnen und Leiter. Er macht es sich zur Aufgabe, die Stellung der IT in der Klinik zu stärken im Sinne einer bestmöglichen und wirtschaftlichen Unterstützung der Patientenversorgung.

Quelle: www.kh-it.de

Bild: https://david-matusiewicz.com/presse/

 


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