Drohnen verbinden Kasseler Kliniken für schnellere Probenanalysen

Jedsy

Veröffentlicht 23.10.2026 08:40, Kerstin Müller

Drohne verbindet Kasseler Kliniken -Klinikum Kassel und Diakonie Kliniken Kassel starten operativen Testbetrieb mit Schweizer Drohnenunternehmen

Medizinische Proben schneller und verlässlicher zwischen Klinikstandorten transportieren: Mit diesem Ziel werden das Klinikum Kassel und die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel mit dem Schweizer Drohnenunternehmen Jedsy den operativen Testbetrieb einer Drohne aufnehmen. In der kommenden Woche startet der erste Flug, bei dem medizinische Proben zwischen den Diakonie Kliniken und dem Institut für Pathologie des Klinikums transportiert werden. Der Standort Marienkrankenhaus ist ebenfalls angebunden.

Bild: Die Drohne beim Abflug von der Pathologie des Klinikum Kassel. (Foto: GNH/J. Appel)

Ziel: Zeitkritische Gewebeproben schneller untersuchen

Die weiße Drohne, die in der Woche tagsüber immer wieder am Kasseler Himmel zu sehen sein wird, transportiert sogenannte Schnellschnitte. Dabei handelt es sich um Gewebeproben, die beispielsweise während einer laufenden Operation an Tumorgewebe entnommen und möglichst schnell im spezialisierten Labor untersucht werden müssen. Das Team im OP wartet auf die Ergebnisse aus der Pathologie und passt den weiteren Verlauf der OP daran an. Daher sind schnelle und verlässliche Transportwege per Drohne ein Gewinn – vor allem für Patient*innen und die Behandlungsteams.

In der ersten Phase wird die Verbindung zwischen den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel und der Pathologie des Klinikum Kassel erprobt. Das geplante Streckennetz sieht außerdem die Einbindung des Marienkrankenhauses Kassel vor.

Operativer Testbetrieb als Vorbereitung auf den regulären Einsatz

Ab sofort finden Kalibrierungs- und Testflüge statt. Dabei werden die Flugrouten sowie die technischen und organisatorischen Abläufe unter den Bedingungen vor Ort überprüft. Dazu gehören die Übergabe der Proben, die Zusammenarbeit zwischen den Klinikteams und dem Flugbetrieb von Jedsy sowie die Abläufe an den Start- und Zielstandorten. Die gewonnenen Erfahrungen sollen die Grundlage für einen späteren regulären Transportbetrieb schaffen.

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Fotos: GNH/J. Appel - Das Beitragsbild wurde auf Basis der bereitgestellten Fotos mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu einer redaktionellen Collage gestaltet.

Ein besonderes Merkmal des Jedsy-Systems ist die Möglichkeit, direkt an einer Andock-station an einem Fenster oder einer Gebäudewand zu landen. Diese sogenannte Mailbox ermöglicht das Be- und Entladen vom Gebäude aus und dient zugleich als Ladestation für die Drohne. Dadurch sollen zusätzliche Wege bei der Übergabe medizinischer Proben reduziert werden.

Sicherheit und transparente Information

Die Flugplanung und der Betrieb richten sich nach den behördlichen Genehmigungen und den jeweiligen Auflagen. Technische Sicherheitsfunktionen, die Überwachung wichtiger Flugsysteme und festgelegte Verfahren für außergewöhnliche Situationen unterstützen den sicheren Betrieb. Zur Erkennung anderer Luftverkehrsteilnehmer werden unter an-derem ADS-B- und FLARM-Signale genutzt, soweit diese verfügbar sind.

Die verbauten Kameras und Sensoren dienen der sicheren Navigation und der präzisen Landung. Nach Angaben von Jedsy werden die Flüge aus Sicherheitsgründen aufgezeichnet. Im regulären Betrieb werden diese Aufnahmen weder angeschaut noch ausgewertet. Eine Auswertung erfolgt nur bei Zwischenfällen oder technischen Auffälligkeiten. Ohne einen solchen Anlass werden die Aufnahmen beim nächsten Flug automatisch überschrieben. Eine systematische Beobachtung von Personen, Gebäuden oder Grundstücken findet nicht statt.

Die Projektpartner legen Wert darauf, die Bevölkerung frühzeitig einzubeziehen und Fragen zu Nutzen, Sicherheit, Fluggeräuschen und Datenschutz verständlich zu beantworten.

 

Quelle: © Gesundheit Nordhessen Holding AG

Bildmaterial:  GNH/J. Appel

 

 

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