Medizinische Bildverarbeitung: Wissenschaftler*innen tagten an der OTH Regensburg

Karl-Heinz-Höhne-Preis

Veröffentlicht 12.09.2021 05:30, Dagmar Finlayson

Visual Computing in Biologie und Medizin: Die Fachgruppe der Gesellschaft für Informatik verlieh den Karl-Heinz-Höhne-Preis und tauschte sich über Neuheiten aus der bildgestützten Diagnostik und der Visualisierung medizinischer Daten aus.

Internationale Tagung: 25 Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Bereichen der medizinischen Bildverarbeitung und Visualisierung waren beim MedVis/BioVis Workshop 2021 der Fachgruppe Visual Computing in Biologie und Medizin der deutschen Gesellschaft für Informatik zu Gast an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Für Prof. Dr. Christoph Palm und sein Team gab’s am Ende großes Lob: „Das war der bestorganisierte Workshop, den wir bislang in unserer Fachgruppe hatten“, sagte Prof. Dr. Timo Ropinski von der Universität Ulm, der Sprecher der Fachgruppe ist. Prof. Palm freute sich – und gab das Lob an sein neunköpfiges Team aus dem Labor Regensburg Medical Image Computing (ReMIC), dem Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST) und dem Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) weiter. Mit hohem Aufwand wurde coronakonform die erste größere Präsenz-Tagung an der OTH Regensburg seit langer Zeit gestemmt. Alles hat seine Vorteile: Die Teilnehmer*innen aus Deutschland, Norwegen, Österreich und den Niederlanden hatten im großen Josef-Stanglmeier-Hörsaal jeweils einen eigenen Kaffeetisch, statt Selbstbedienung am Buffet.

Beste Voraussetzungen also, um an zwei Tagen den über 16 Fachvorträgen von Expert*innen zu lauschen, die mit zahlreichen Neuheiten aus der bildgestützten Diagnostik und der Visualisierung medizinischer Daten aufwarteten. „Chirurgie im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und Robotik“ etwa war das Thema des Gastvortrags von Prof. Dr. Dirk Wilhelm von der TU München. Er ist Leiter der Forschungsgruppe für minimal-invasive interdisziplinäre therapeutische Intervention (MITI). Die Gruppe setzt sich mit Bildgebung und Navigation, innovativen Therapieverfahren, mechatronischen Supportsystemen und Instrumenten sowie mit modellbasierter Chirurgie und Telematik auseinander.

Christian Gnerlich, CEO des Start-ups brainjo, eine Ausgründung der OTH Regensburg, hatte Gelegenheit, sein „Fitness-Studio fürs Gehirn“ vorzustellen. Das brainjo-Team entwickelt innovative Virtual Reality (VR) Anwendungen für das Training kognitiver Fähigkeiten.

Den feierlichen Abschluss des Workshops bildete die Verleihung des renommierten Karl-Heinz-Höhne-Preises, benannt nach Prof. em. Dr. Karl-Heinz Höhne, der als Pionier der medizinischen Bildverarbeitung gilt. Der 1. Preis ging an Florian Heinrich von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Doktorand hatte verschiedene medizinische Augmented-Reality-Anwendungen verglichen. Seine Erkenntnisse könnten letztlich Ärzten bei minimal-invasiven Eingriffen dabei helfen, medizinische Nadeln auf engstem Raum im menschlichen Körper noch zielsicherer zu setzen. Den 2. Preis teilen sich gleichberechtigt Laura Ann Garrison (Universität Bergen, Norwegen) und Antonios Somarakis (Universität Leiden, Niederlande). Den mit insgesamt 1000 Euro dotierten Karl-Heinz-Höhne-Preis finanziert die Münchner Brainlab AG.

Die Workshop-Teilnehmer*innen besichtigten im Rahmenprogramm unter anderem das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) und lernten die Welterbestadt bei einer Stadtführung näher kennen.

Foto: Der Karl-Heinz-Höhne-Preis ging an (vorne, von links) Laura Ann Garrison (2. Platz), Florian Heinrich (1. Platz) und Antonios Somarakis (2. Platz).

Quelle Text/Bild: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg


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