Kritik an Kunden: kaum Fortschritt in der Digitalisierung

Studie

Veröffentlicht 22.10.2021 08:10, Kim Wehrs

IT-Dienstleister gehen mit ihren Auftraggebern kritisch ins Gericht. So ist die große Mehrheit der Meinung, dass die Corona-Pandemie die allgemeine Digitalisierung bei Auftraggebern nicht vorangetrieben hat. Die Gründe dafür liegen unter anderem an zu großen bürokratischen Hürden und fehlendem Wissen auf Kundenseite. Auffallend außerdem ist der große Unterschied zwischen Risikowahrnehmung und Realität in Bezug auf die Gefahr eines Schadens, etwa durch Projektverzug.


So verzeichnen vier von zehn der befragten IT-Unternehmen seit Beginn der Pandemie mehr Aufträge (41 %) und zählen sich zu den Gewinnern der Corona-Krise (39,0 %). Große Unterschiede bestehen beim Vergleich der Unternehmensgrößen: Nur 14,6 % der kleineren Firmen mit bis zu 19 Mitarbeitern erhielten seit Beginn der Pandemie mehr Aufträge. Bei den größeren Unternehmen bis 499 Mitarbeitern gibt das dagegen genau die Hälfte an.

 

Risikowahrnehmung und Realität

Wie bereits vergangene Studien von Hiscox gezeigt haben, besteht bei IT-Dienstleistern teilweise große Diskrepanz zwischen Risikowahrnehmung und tatsächlichen häufigen Schadensfällen. So landet Schaden durch Projektverzug mit lediglich 33,7 % nur auf Platz drei der als kritisch bewerteten Risiken, obwohl dieser Grund laut Hiscox-Schadenstatistik für die allermeisten gemeldeten Schadenfälle verantwortlich ist. Auch nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten (36,6 %) geben einen möglichen eigenen Datenverlust durch menschliches Versagen, IT-Probleme oder Cyberangriff als kritisches Risiko an. Genauso selten wird ein Ausfall der IT-Infrastruktur als mögliche Bedrohung genannt. Noch weniger IT-Dienstleister (33,2 %) nehmen den Datenverlust bei den Kunden durch Programmierfehler als kritische Gefährdung wahr. Auch hier zeichnet die Realität ein anderes Bild, denn der Verlust von Kundendaten durch Anwendungsfehler steht bei den gemeldeten Schadenfällen an zweiter Stelle. Außerdem fürchten nur 3 von 10 (30,2 %) einen Schaden durch Verletzung geistiger Eigentumsrechte sowie Patentrechtsverletzungen.

Grund Nummer eins, warum Unternehmen IT-Spezialisten mit Projekten beauftragen, ist der Wunsch, Verantwortung abzugeben (40,5 %). Knapp dahinter folgt die Einsparung von Kosten (40,0 %). Häufig genannt wird auch, dass die Auftraggebenden keine eigenen Kapazitäten haben (37,1 %) oder sich kein geeignetes Personal finden lässt (32,2 %). Weiterhin stellen für viele Unternehmen laut Studienergebnissen bürokratische und gesetzliche Hürden einen bedeutenden Hemmschuh auf dem Weg zum digitalen Fortschritt dar. Hinzu kommen fehlende Expertise sowie finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcenknappheit.  


Quelle: Hiscox
Foto: Adobe Stock / studio v-zwoelf


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