Gemeinschaftsausschuss Künstliche Intelligenz für Normungsstrukturen

KI

Veröffentlicht 19.11.2021 08:30, Kim Wehrs

DIN und DKE gründen den Gemeinschaftsausschuss Künstliche Intelligenz, um ihre Aktivitäten und Normungsstrukturen in diesem Bereich weiterzuentwickeln und das gemeinsame Engagement in der Normung und Standardisierung rund um das Thema KI weiter zu vertiefen. Das gemeinsame Arbeitsgremium führt die Kompetenzen im Bereich KI in Deutschland stärker zusammen und bietet deutschen Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und von Verbraucherseite einen besseren Zugang zu europäischen und internationalen Normungsprojekten.


In ihrer gemeinsamen Tätigkeit beim Thema KI entwickelten und koordinieren Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) und DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE seit 2019 die Normungsroadmap Künstliche Intelligenz und initiieren und begleiten internationale Normungsprojekte aus Deutschland heraus. Bereits 2017 wurde bei DIN der Arbeitsausschuss „Künstliche Intelligenz“ gegründet, in dem rund 60 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand zusammenarbeiten. In verschiedenen Gremien der DKE wurden vielfältige Aspekte der KI produktbezogen bearbeitet.

 

Deutsche Interessen

Mit dem Gemeinschaftsausschuss lassen sich die Interessen der deutschen Stakeholder im Querschnitts-Themenfeld KI zukünftig noch besser international vertreten und den erwarteten stärkeren Normungsaktivitäten auf europäischer Ebene können DIN und DKE mit vereinten Kräften begegnen. Der Gemeinschaftsausschuss wird als nationales Spiegelgremium für die Konsolidierung der deutschen Meinung zuständig sein sowie die deutsche Delegation in die europäischen und internationalen Normungsgremien CEN/CENELEC/JTC21 sowie ISO/IEC/JTC1 entsenden. 

Neben der steigenden Relevanz von Künstlicher Intelligenz hat auch die Normung und Standardisierung eine hohe Bedeutung. Ohne Normung sind weder eine kompatible, sichere Nutzung von Technik noch die Durchsetzung von Regulierung in verschiedensten Lebensbereichen denkbar. Es braucht Normen und Standards, damit KI-Systeme sicher und verlässlich für uns arbeiten. Technologietransfer muss gefördert, technische Anforderungen für die Robustheit und Zuverlässigkeit von KI-Systemen beschrieben und gleichzeitig beim Einsatz von KI die Einhaltung europäischer Werte unterstützt werden. Die Normungsroadmap stellt die Weichen für diese Entwicklung. Sie setzt eine wesentliche Maßnahme der KI-Strategie der Bundesregierung um, indem sie Hinweise auf wichtige Normen und Standards gibt, Bereiche mit dringendem Handlungsbedarf aufzeigt und den Weg für „KI - Made in Germany“ ebnet. 

 Kern- und Querschnittsthemen der Normungsroadmap KI sind wesentliche Grundlagen, Ethik/Responsible AI, Qualität, Konformitätsbewertung und Zertifizierung, IT-Sicherheit, Industrielle Automation, Mobilität und Logistik sowie KI in der Medizin. 


Europäische KI-Regulierung


Im Frühjahr 2021 hatte die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine europaweit einheitliche Regulierung Künstlicher Intelligenz vorgestellt. Normen und Standards sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.

Der neue Gemeinschaftsausschuss Künstliche Intelligenz soll eine wichtige Aufgabe bei der Erarbeitung dieser Normen spielen. Er spiegelt die europäischen Arbeiten des im Frühjahr 2021 von CEN und CENELEC neu gegründeten gemeinsamen Technischen Komitees CEN-CLC/JTC 21 sowie des internationalen Gremiums ISO/IEC JTC 1/SC 42.

Der DIN/DKE-Gemeinschaftsausschuss Künstliche Intelligenz steht allen KI-Experten aus Deutschland offen.


Von Wolf-Dietrich Lorenz
Foto: KI Klassifizierungsschema, Quelle: DIN


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