10. EPatient Survey zeigt Durchbruch von Digital Health auf

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Veröffentlicht 27.10.2020 09:20

20 Mio. Deutsche nutzen digitale Gesundheits-Apps, rund 10 Mio. Diagnostik-Apps, über 5 Mio. Bürgerinnen und Bürger haben sich über das Internet schon eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt und 3 Mio. haben Ärzte oder Therapeuten bereits live über das Web konsultiert. “Wie beim Online-Banking haben sich die Bürger längst entschieden, die Angebote zu nutzen, die ihnen das Leben erleichtern”, analysiert Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer der EPatient Analytics GmbH, Berlin.

Erstmals diesen Herbst wurde die seit 2010 jährlich durchgeführte Online-Befragung zum digitalen Gesundheitsmarkt, bekannt als EPatient Survey, auf ein für die Bevölkerung repräsentatives Sample umgestellt. “Künftig werden wir den Survey zweimal jährlich durchführen, um die Akzeptanz der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas), der elektronischen Patientenakte und dem elektronischen Rezept unabhängig zu messen.

Corona als Digitalisierungstreiber

Corona hat die Digitalisierung beschleunigt.” vermutet er. Zwischen Frühjahr und Herbst stieg die Nutzung von Diagnostik-Apps von 10 auf 13 Prozent, Onlinesprechstunden wurden von 5 Prozent derBefragten, zuvor 2 Prozent in Anspruch genommen. Ein starker Anstieg, obwohl die Studie im Herbst auf ein -weniger online affines -repräsentatives Panel umgestellt wurde.

Ärzte und Apotheker werden abgehängt

Welches sind die führenden App-Verbreitungswege im Markt? Der Blick auf die Daten zeigt, dass die Patienten den Gesundheitsprofessionen voraus sind. Selbständig im Internet haben 46 Prozent der Nutzer die Apps entdeckt, Freunde/Familie sind Empfehlungskanal Nr 2. mit 22 Prozent. Selbst Werbung mit 14 Prozent liegt noch gleichauf mit dem Empfehlungsgeber Arzt (14%), vor der Krankenkasse (13%), der weit abgeschlagenen Apotheke (5%) und dem Schlusslicht Krankenhaus (3%).

Unterschiedliche Anwendungen werden von verschiedenen Zielgruppen genutzt

Schachinger warnt strategisch davor, lediglich zwischen Onlinern und Offlinern zu unterscheiden. Online-Sprechstunden werden beispielsweise gar vier-bis fünfmal häufiger von Akademikern im Unterschied zu bildungsfernen Gruppen genutzt. 7 Prozent der Stadtbewohner, aber nur 3 Prozent der Einwohner in kleineren Ortschaften nutzen sie. Das kann aber auch eine Folge der schlechten Datennetze auf dem Land sein, und zeigt auf, dass Versorgungslücken per se nicht mit dem Online-Arzt gelöst werden können. Bei Diagnose-und Coaching-Apps zeigen sich jeweils andere Nutzerprofile. “Nur wenn wir jede Anwendung aus ihrem spezifischen Nutzer-und Marktszenario heraus verstehen, können wir Digital gut in die Versorgung integrieren.

An der Integration in jetzige Versorgungslandschaften führt kein Weg vorbei

Bereits 4 Prozent der Befragten haben “vom Arzt eine App verordnet bekommen”, obwohl die vom BfArMzugelassenen ersten beiden DiGas erst seit wenigen Wochen veröffentlicht sind (Kalmeda, Velibra). Die Erklärung bzw. Vermutung der hier schon relativ hohen 4 Prozent sind die mit Selektivverträgen verknüpften Startups (exempl. Anbieter: Tinnitracks, Selfapy, Cara Care) die mit Krankenkassen schon seit Jahren Verträge haben.
Für die Best Practice eines “digitalen Versorgungsszenarios” vor Ort hält Schachinger, integrierte Lösungen wie beispielsweise Caspar Health. Das digitale Reha-Coaching-Programm erhalten Patienten schon während und nach stationärer oder Reha-Behandlung. Sie werden vom Stationspersonal vor Ort eingeführt (caspar-health.com). An die 200 Reha-und Klinikzentren haben Caspar in ihre Behandlung integriert mit steigenden Marktzahlen.Insgesamtist das Nutzersegment “App/Online-Kurs zum Klinikaufenthalt” von 2016 -2020 von 1 auf 5 Prozent kontinuierlich gewachsen. EPatient Analytics analysiert ständig über 200 digitale Versorgungsprodukte (Startups) mit den jeweiligen Markzenarien und -kennzahlen Detail.

Der EPatient Survey wird ab sofort zum unabhängigen Gradmesser der eHealth-Strategie von Jens Spahn

Zweimal jährlich will Alexander Schachinger künftig mit der neuen Panel-Methode den Erfolg der Spahn’schen Digitalisierungsstrategie messen. “Die 4-prozentige Nutzerrate wird damit zur Baseline, von der aus wir den Zuwachs ablesen können.”. Interessant findet der Experte das vor einigen Tagen lancierte Eckpunktepapier des Ministeriums für ein weiteres Digitalisierungsgesetz: “Spahn will das zarte Pflänzchen Digitalisierung weiter voranbringen.”. Er begrüßt die neuerlichen Aktivitäten des Ministers.

Versicherte unterschiedlicher Kassenarten, wie auch Regionen, zeigen unterschiedliche digitale Affinität

Einen Ansporn werden die Ergebnisse des EPatient Survey für den Wettbewerb der Krankenkassen geben. Ein Drittel höher liegt die digitale Nutzungsbereitschaft von Versicherten bestimmter Kassen gegenüber den Schlußlichtern. Das Studiendesign erlaubt neben der detaillierten Zielgruppen-und Anwendungsauswertungen auch die Analyse der Kassenzugehörigkeit.
Ebenso unterscheidet sich die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen in den Landkreisen bis um das Zweifache. In dem neuen Panel-Ansatz wurde auch die 5stellige PLZ erhoben.

Methodik

Die Feldzeit des nun 10. EPatient Survey war der 1. -16. Oktober 2020. Die Erhebungsmethode ist eine ab sofort zweimal pro Jahr fortlaufend durchgeführte quotierte Panel-Befragung repräsentativ für alle Deutschen im Internet (92%). Die Teilnehmerstruktur entspricht regional und soziodemografisch dieser Bevölkerungsgruppe.
EPatient Analytics kooperiert mit GapFish, einem unabhängigen ISO-zertifizierten Panelanbieter mit 300.000 Teilnehmer. Die Panelisten werden über Rundfunk-und Printmedien sowie aus dem Handel rekrutiert (Mediengruppe RTL Deutschland, Spiegel-Gruppe REWE u.w.).
Detailanalysen für definierte Zielgruppen, Krankheiten, Marktverhalten sowie insbesondere über den Markt der digitalen Gesundheitslösungen sind über das EPatient Dashboard möglich: www.epatient-analytics.com/dashboard.

Zum Unternehmen

Die EPatient Analytics GmbH ist ein Marktforschungsunternehmen für den digitalen Gesundheitsmarkt. Das Alleinstellungsmerkmal liegt in einer unabhängigen und ganzheitlichen Datenbank und regelmäßiger Reports zu digitalen Versorgungslösungen, Detailbeschreibungen von Startups und ihrer Marktstrategien sowie Zielgruppendaten für das Digital Health Segment (epatient-analytics.com/dashboard).
Zu den Kunden gehoören sowohl Unternehmen des Gesundheitssystems (Kostenträger, Hersteller, Leistungserbringer, Verbände) aus auch Startups, Patientenorganisationen, Medienhäuser und IT-Unternehmen. Gründer und Geschäftsführer ist Dr. Alexander Schachinger.

Quelle: EPatient Analytics


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