Wie die Telemedizin die Gesundheitsbranche verändert hat

Atera erläutert die Potentiale von Remote-IT

Veröffentlicht 15.03.2021 12:50, Dagmar Finlayson

Technologie spielt in vielen Branchen eine entscheidende Rolle – und das gilt auch für das Gesundheitswesen. Die Medizintechnik hat es ermöglicht, Patienten besser zu diagnostizieren, zu behandeln und zu überwachen.

Telemedizin ist einer der jüngsten technologischen Durchbrüche in der Gesundheitsbranche – insbesondere für eine sichere Versorgung während COVID-19. Da der Einsatz von Technologie im Gesundheitswesen weiterwächst und immer mehr Akzeptanz findet, müssen Gesundheitseinrichtungen ihre bestehende Infrastruktur und IT-Systeme modernisieren. Das bedeutet, dass viele Kliniken einen Managed Service Provider (MSP) engagieren, um von den Vorteilen zu profitieren. Remote-Monitoring-and-Management-Lösungen (RMM) können die Nutzung neuer Technologien und moderner Lösungen erleichtern. Dabei werden gleichzeitig IT-Sicherheitsmaßnahmen, die Einhaltung von HIPAA-Protokollen und die Wahrung der Integrität sensibler Daten durch verteilte Pflegeteams aufrechterhalten.

Seit Anfang 2021 ist Atera, Anbieter eine cloudbasierten Plattform für Remote Monitoring & Management (RMM), Professional Service Automation (PSA) und IT-Fernzugriff in der DACH-Region aktiv. Mit einer Finanzspritze in Höhe von 25 Millionen Dollar, die das Unternehmen vor einer Woche bekanntgab, will Atera nun massiv in Wachstum investieren. Weltweit nutzen schon 6.000 Unternehmen die Plattform – viele davon sind Managed Service Provider (MSP). Durch diesen sehr engen Kontakt mit MSPs kennt Atera deren Anforderungen, Wünsche und Ziele besonders gut – gerade im Healthcare-Sektor.

Das Gesundheitswesen sieht sich aktuell mit einigen IT-Herausforderungen konfrontiert:

1. Erfüllung der Remote-Nachfrage

Es gibt eine wachsende Nachfrage nach Möglichkeiten der Fernbehandlung. Der Trend zur zunehmenden Nutzung von Telemedizin kann teilweise auf die COVID-19-Pandemie und soziale Distanzierungsverordnungen zurückgeführt werden, aber auch andere Faktoren machen die Nachfrage aus. Statistiken über Millennials und Telemedizin zeigen Folgendes: 74 Prozent der Millennials würden einen virtuellen/entfernten Besuch einem traditionellen persönlichen Termin vorziehen. 71 Prozent wünschen sich Fernbuchungsmöglichkeiten und 60 Prozent befürworten den vollständigen Ersatz von Arztbesuchen durch Telemedizin.

Ab 2020 wird mehr als die Hälfte der Amerikaner im Millennial-Alter oder jünger sein. Da die Millennials beginnen, Kinder zu bekommen, werden sie einen noch größeren Teil der Bevölkerung ausmachen und ihre Wünsche/Bedürfnisse können nicht einfach ignoriert werden. Remote-Optionen sind aber auch für die ältere Bevölkerung wichtig. Krankenhäuser beherbergen kranke Menschen, und die ältere Bevölkerung ist anfälliger dafür, bei persönlichen Besuchen krank zu werden, da das Altern das Immunsystem beeinträchtigt. Telemedizinische Fernbetreuung/Besuche stellen eine sichere Lösung für ältere Erwachsene dar. Die Nachfrage nach Fernbehandlungsoptionen ist aufgrund von COVID-19 und dessen Auswirkungen auf ältere Erwachsene größer denn je.

2. Zeitnahen und bequemen Zugang zu Gesundheitsdienstleistern schaffen

Der unmittelbare Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht immer gegeben, insbesondere in ländlichen Gemeinden oder in Gebieten, in denen der Zugang durch den Mangel an medizinischem Personal beeinträchtigt wird. Laut einer Studie von HealthyPeople.gov über den Zugang zu Gesundheitsdiensten „hat die Fähigkeit einer Person, auf Gesundheitsdienste zuzugreifen, einen tiefgreifenden Einfluss auf jeden Aspekt ihrer Gesundheit. Zu Beginn des Jahrzehnts hat jedoch fast einer von vier Amerikanern keinen Hausarzt (PCP) oder ein Gesundheitszentrum, um regelmäßige medizinische Dienste erhalten zu können“. Der Artikel erklärt weiter, dass der Zugang zu regelmäßigen und zuverlässigen Gesundheitsdiensten hilft, Krankheiten oder Behinderungen zu verhindern, bei der bei der Erkennung/Behandlung von  Gesundheitszuständen hilft, ebenso, wie die Lebensqualität zu verbessern und die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes zu verringern oder die Lebenserwartung zu erhöhen.

Laut einem Beitrag des Center for Disease Control and Prevention (CDC) wurde der Einsatz von Telemedizin für den Zugang zu Gesundheitsdiensten während der COVID-19-Pandemie unerlässlich. Darin wird weiter erläutert, dass sich die Art und Weise, wie wir die Gesundheitsversorgung bereitstellen und auf sie zugreifen, dauerhaft ändern muss. Es gilt die Exposition zu reduzieren, die Auswirkungen des Patientenansturms zu verringern und die Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung zu gewährleisten. Die neuen Möglichkeiten der Telemedizin bieten eine zeitnahe und bequeme Lösung, um die Probleme des Zugangs in ländlichen Gebieten, des Mangels an medizinischem Personal und der Pandemievorsorge anzugehen.

3. Entwicklung und Innovation von Gesundheits-Apps

Da die Technologie immer mehr Berührungspunkte mit dem Gesundheitssystem schafft, können zusätzliche Lösungen und verbraucherorientierte Ressourcen helfen, den Zugang zu verwalten und Patienten mit Anbietern zu verbinden. So bietet der Einsatz von mobilen Apps und digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen viele Vorteile, aber die Möglichkeiten der Telemedizin verbessern deren Effektivität.

Ein wachsender Anwendungsfall ist, wie Apps, Geräte und Software zur Fernüberwachung und -verwaltung von Patienten eingesetzt werden können. Angenommen, ein Patient hat kardiovaskuläre Probleme, die eine ständige Überwachung erfordern: Es wäre weder praktisch, den Patienten rund um die Uhr im Krankenhaus zu behalten, noch wäre es logisch, nur darauf zu warten, dass etwas außerhalb einer Gesundheitseinrichtung passiert.

Mobile Apps können den Herzschlag des Patienten überwachen und medizinisches Fachpersonal über jedes Problem – oder potenzielle Probleme – informieren, die auftreten könnten. Dann kann das medizinische Fachpersonal die Telehealth-Funktionen nutzen, um sofort mit dem Patienten zu kommunizieren, um ihn zu behandeln und danach zu kontrollieren. Fernüberwachungs-Apps gepaart mit Telemedizin sind eine großartige Option für Patienten, die im Krankenhaus ein und aus gehen – wie Krebspatienten oder ältere Menschen.

4. Erschwinglichkeit der Gesundheitsversorgung

Telemedizin kann den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern und gleichzeitig die Kosten senken. Laut HealthLeaders werden die Kosteneinsparungen für Telemedizin auf 19 bis 120 US-Dollar pro Patientenbesuch geschätzt. Dies ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass Patienten von Besuchen in der Notaufnahme abgehalten werden, wo sich die durchschnittlichen Kosten im Jahr 2017 auf 1.389 US-Dollar beliefen. Wenn jemand für einen Termin im Gesundheitswesen reisen muss, entfallen durch Telemedizin auch potenzielle Reisekosten.

Darüber hinaus kann die Telemedizin bei Gesundheitsdienstleistern für Kosteneinsparungen sorgen durch Patientenbindung, Senkung der Gemeinkosten, Verbesserung der Versorgungsqualität, Verminderung des rechtlichen Risikos und Investitionen in die Zukunft.

5. Verbesserung der Qualität der Pflege

Wenn Kliniken den Zugang verbessern, die Nachfrage aus der Ferne unterstützen, innovativ sind und die Kosten senken, verbessern sie auch die Gesamtqualität der Versorgung, die Patientenzufriedenheit und die Anzahl der positiven Patientenergebnisse. Laut Chironhealth gibt mehrere Gründe für die Verbesserung der Patientenergebnisse in der Telemedizin. Sie ist stärker auf ein persönliches Gespräch ausgerichtet. Es gibt weniger Hindernisse, die dem Erhalt einer Behandlung im Wege stehen (z. B. Anfahrt). Telemedizin reduziert das Risiko einer Exposition, macht Nachuntersuchungen einfacher und bietet eine Alternative zum Abholen von Bildgebungs-/Testergebnissen. Sie verbessert die Überwachung chronischer Erkrankungen, bietet alternative Methoden für die Behandlung psychischer Erkrankungen und verbessert auch die Medikamentenüberwachung.

Herausforderungen für die Telemedizin

Wie bei jeder Einführung von neuen Arbeitsabläufen, Werkzeugen und Pflegestandards gibt es auch bei der Einführung von Telemedizin Herausforderungen zu beachten. Es kann sowohl für Patienten als auch für Gesundheitsdienstleister Hindernisse geben. Patienten, die versuchen, Telemedizin in Anspruch zu nehmen, können sich auch mit verschiedenen Hindernissen konfrontiert sehen. Personen oder Familien mit geringem Einkommen haben möglicherweise keinen Zugang zu Geräten wie Smartphone, Tablet, Laptop oder PC. Ältere Patienten sind vielleicht nicht so technikaffin und haben Schwierigkeiten mit der Technik. Einige Versicherer decken möglicherweise traditionelle persönliche Besuche ab, nicht aber telemedizinische Dienste.

Atera sieht mögliche Herausforderungen für Gesundheitsdienstleister: Es könnte Probleme mit der Bezahlung von telemedizinischen Diensten und bei der Fehlerbehebung geben. Die Einhaltung von HIPAA-Protokollen sowie relevanter lokaler Vorschriften (vor allem, wenn eine Versorgung außerhalb des Landes angeboten wird), ist zu beachten. Cybersicherheitsbedrohungen, die Suche nach guten Telemedizin-Lösungsanbietern und das Potenzial für Fehldiagnosen sind weitere Herausforderungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Der effektive Einsatz von Technologie sorgt dafür, die Ressourcen des Gesundheitswesens in einer sich verändernden Landschaft optimal zu nutzen und die genannten Herausforderungen zu bewältigen.

 

Quelle Text: Atera

Quelle Bild: Pixabay/mcmurryjulie


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