Digitalisierung in der Medizin vorantreiben

UKHD

Veröffentlicht 18.06.2021 11:10, Dagmar Finlayson

Die medizininformatische Forschung, Lehre und praktische Anwendung am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) wird ausgebaut: Seit 1. Mai 2021 ist Professor Dr. Martin Dugas Direktor des neu eingerichteten Instituts für Medizinische Informatik. Der 53-Jährige war bisher in gleicher Position am Universitätsklinikum Münster tätig, entwickelte dort unter anderem den ersten Lernzielkatalog Medizininformatik für Medizinstudierende in Deutschland und baute Europas größtes Onlineportal für medizinische Datenmodelle auf, das zukünftig das Informationsmanagement medizinischer Forschung und Behandlung vereinheitlichen und vereinfachen soll. „Wir freuen uns, mit Prof. Dugas einen Experten für die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Medizin – sei es bei der Einführung elektronischer Patientenakten, der Aufbereitung und Auswertung wachsender Datenmengen für personalisierte Medizin und Forschung oder die Bewältigung der immensen Dokumentationspflichten – gefunden haben", sagt Prof. Dr. Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor des UKHD. „Darüber hinaus wird er durch neue Lehrangebote unsere Medizinstudierenden auf die mittlerweile unumgängliche digitale Datenverarbeitung in ihrem späteren Berufsalltag vorbereiten", ergänzt Hans-Georg Kräusslich, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

 

Das neu gegründete Institut für Medizinische Informatik geht aus der bisherigen „Abteilung für Medizinische Informationssysteme", die bis 2018 von Prof. Dr. Björn Bergh geleitet wurde, sowie der „Sektion Medizinische Informatik" (Leiterin: Prof. Dr. Petra Knaup-Gregori) des „Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik" hervor. Das Institut ist in den Marsilius-Arkaden, in direkter Nachbarschaft zum „Zentrum für Informations- und Medizintechnik" (ZIM) des Universitätsklinikums untergebracht. Der Fachbereich der Medizinischen Biometrie wird im umbenannten „Institut für Medizinische Biometrie" unter der Leitung von Prof. Dr. Meinhard Kieser fortgeführt. Die beiden Institute arbeiten eng zusammen.

Prof. Dr. Martin Dugas, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Heidelberg

 

Die Bedeutung der Informatik für die Medizin nimmt durch die Digitalisierung kontinuierlich zu. Das Aufgabenfeld der Medizininformatik ist so vielfältig wie die Fragestellungen aus der Medizin und reicht von der Grundlagenforschung über die Forschung mit Patientendaten bis hin zur Entwicklung von digitalen Therapieunterstützungssystemen. Das neue Institut für Medizinische Informatik hat folgende wissenschaftliche Schwerpunkte: Ausbau des Medizinischen Datenintegrationszentrums (MeDIC), Digital Health, Medizinische Datenmodelle, patientenzentrierte Entscheidungsunterstützung sowie Digitalisierung der Lehre. Um den Nachwuchs zu fördern soll der Studiengang Medizininformatik in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn in bewährter Weise fortgesetzt werden und die Lehre in Medizininformatik im Medizinstudium ausgebaut werden.

 

Im Medizinischen Datenintegrationszentrum MeDIC, das ein Team der ehemaligen Abteilung Medizinische Informationssysteme um den kommissarischen Leiter Dr. Oliver Heinze im Rahmen des HiGHmed-Projekts der Medizininformatik-Initiative gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des ZIM aufgebaut hat, werden Patientendaten aus dem gesamten Universitätsklinikum für Forschungszwecke erfasst, einheitlich aufgearbeitet, strukturiert gespeichert und für konkrete Forschungsfragen zur Verfügung gestellt. Dieses wichtige Digitalisierungsprojekt will Dugas gemeinsam mit den Forschern am UKHD weiter vorantreiben und die Vernetzung aller Informatik-Arbeitsgruppen am UKHD fördern.

 

Martin Dugas, geboren 1967 im bayerischen Straubing, studierte in München Humanmedizin, wo er 1996 auch die Approbation erhielt. Parallel erlangte er einen Abschluss als Diplom-Informatiker. 2002 habilitierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fach Medizinische Informatik zum Thema „Analyse der Datenqualität und -komplexität in Medizinischen Datenbanken". Nach einem Forschungsaufenthalt bei Siemens Medical Health Services in Philadelphia (USA) folgte er dem Ruf nach Münster. Von 2005 bis 2010 leitete er die Abteilung Klinische Systeme des IT-Zentrums am Universitätsklinikum. 2009 übernahm er als Geschäftsführender Direktor die Leitung des Instituts für Medizinische Informatik in Münster.
 

 

www.klinikum.uni-heidelberg.de/mi

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich circa 80.000 Patienten voll- und teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Zudem betreibt das Universitätsklinikum Heidelberg gemeinsam mit dem DKFZ und der Universität Heidelberg das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ), ein deutschlandweit einzigartiges Therapie- und Forschungszentrum für onkologische und hämatologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit befinden sich an der Medizinischen Fakultät Heidelberg rund 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Studium und Promotion.
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Quelle Text: Universitätsklinikum Heidelberg

Quelle Bild: Pixabay/geralt
 


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