Schieflage bei Gesundheitsdatenmanagement der Bundeswehrkrankenhäuser

BMI

Veröffentlicht 22.04.2022 09:50, Dagmar Finlayson

Die Bundeswehr will in ihren Bundeswehrkrankenhäusern Gesundheitsdaten zentral und sicher verarbeiten. Bislang schaffte sie es allerdings nicht, die dafür bereits im Jahr 2017 bereitgestellten modernen Speichernetzwerke in allen Bundeswehrkrankenhäusern zu diesem Zweck einzusetzen. In diesem Umfeld ist auch das Projekt „IT-Konsolidierung“ zu sehen.  Dem BMI fehlt der Überblick über die bestehenden Rechenzentren, z. B. ihre Miet- und Betriebskosten, Größe und Technik.

Bisher speicherten die Bundeswehrkrankenhäuser Patientendaten, z. B. von Röntgenuntersuchungen dezentral auf vielen einzelnen Servern. Dies ist unsicher, unwirtschaftlich und erschwert übergreifende Datenanalysen. Die Leitung des BMVg wollte mit einem Projekt die Informationssicherheit und den IT-Betrieb verbessern sowie die strukturiert gespeicherten Daten analysieren können. Dazu sollten moderne Speichernetzwerke in den Bundeswehrkrankenhäusern dienen. Der Startschuss ist längst verhallt. Im Jahr 2017 genehmigte das BMVg deren Bereitstellung, obwohl klare Bedarfsanalysen und zuverlässige Planungen fehlten. Die Übertragung der Daten und Anwendungen auf die Speichernetzwerke sollte im Dezember 2019 abgeschlossen sein. Die Bundeswehr rechnet allerdings bereits mit einer Verzögerung von rund zwei Jahren. Somit ist die Informationssicherheit weiterhin nicht gegeben. Außerdem hat die Bundeswehr das Ziel der Datenanalyse und den damit verbundenen potenziellen Mehrwert verfehlt.

Der Bundesrechnungshof kritisiert den schleppenden Projektfortschritt. Er fordert vom BMVg, kurzfristig die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Daten und Anwendungen auf die Speichernetzwerke übertragen werden können.

In diesem Umfeld von „Entschleunigung“ ist auch das Projekt „IT-Konsolidierung“ zu sehen. Dabei soll die Zahl der 96 Rechenzentren und 1 245 Serverräume bis Ende 2022 stark sinken. Dafür sollen bestehende Rechenzentren gekündigt oder modernisiert sowie neue gemietet oder gebaut werden. Das BMI hat keinen Überblick über die bestehenden Rechenzentren, z. B. ihre Miet- und Betriebskosten, Größe und Technik. Ebenso wenig kennt es den IT-Flächenbedarf des Bundes. Es kann daher die Folgen geplanter Maßnahmen nicht verlässlich beurteilen.

Quelle: bundesrechnungshof.de

Symbolbild: Pixabay/fSHH


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