Weltweit erstmalig neue Da-Vinci-OP durchgeführt

UKB

Veröffentlicht 08.07.2022 07:50, Dagmar Finlayson

Ende Juni wurde am Universitätsklinikum (UKB) erfolgreich die weltweit erste Operation zur Fixierung eines Gebärmutterhalses mithilfe einer körpereigenen Oberschenkelsehne mit dem roboterassistierten Da-Vinci-System durchgeführt. Patientinnen gewinnen deutlich an Lebensqualität durch die stabile und dauerhaft wirksame Lösung.

Eine Senkung des Beckenbodens betrifft vor allem Frauen und ist mitunter sehr schmerzvoll. Die Senkung kann infolge einer Geburt, aber auch im Laufe der Zeit durch eine Schwächung des Bindegewebes auftreten. Im schlimmsten Fall wird das Gewebe so instabil, dass Gebärmutter, Gebärmutterhals oder Blase über die Scheide ganz nach außen treten. Bei Patientinnen mit einer starken Senkung des Beckenbodens hat man deswegen bislang versucht, die betroffenen Organe – ähnlich wie bei Leistenbrüchen oder Hernien – mit einem Netz zu fixieren. Die Nähe eines solchen Netzes zur Schleimhaut führt aber im Laufe der Jahre oft zu einer Versteifung des verwendeten Materials, was sehr unangenehm für Betroffene sein kann.

„Deswegen haben wir nun eine OP-Methode angewandt, bei der eine körpereigene Sehne aus dem Oberschenkel der Patientin zur Fixierung des Gebärmutterhalses verwendet wird. Die Sehne stellt eine optimale Lösung dar, denn sie ist sehr stabil und minimiert zudem deutlich das Risiko von Komplikationen im Vergleich zur Verwendung eines Netzes“, so Prof. Dominique Könsgen-Mustea, Leiterin der Urogynäkologie an der Klinik für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie des UKB, die die OP mittels Da-Vinci-Robotik weltweit erstmalig durchführte. Unterstützung erhielt sie dabei von Prof. Amadeus Hornemann, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Sachsenhausen, der die neuartige Technik namens HoTT® (Hornemann Tendon Transplantation) vor wenigen Jahren entwickelt hat. „Wir haben zahlreiche Patientinnen auf diese Art erfolgreich operiert und die Ergebnisse in einer Studie mit höchstpositiver Bilanz ausgewertet. Für die Etablierung der OP mit dem Da-Vinci-System war das UKB aufgrund seiner hohen gynäkologischen OP-Expertise genau der richtige Ort“, sagt Prof. Hornemann.

(v.l.n.r.) Prof. Dominique Könsgen-Mustea, Prof. Alexander Mustea und Prof. Amadeus Hornemann nach der erfolgreichen Durchführung der weltweit ersten Da-Vinci-OP zur Fixierung eines Gebärmutterhalses mithilfe einer Oberschenkelsehne. ©Universitätsklinikum Bonn (UKB)/K. Wislsperger


Eine Senkung des Beckenbodens mit starken Beschwerden kann Patientinnen jedes Alters treffen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Mithilfe der neuen Methode erholen sich Betroffene innerhalb weniger Tage. Durch die fehlende Sehne in der Kniebeuge entstehen keine Nachteile und das körpereigene Fixierungsmaterial hält – genau wie im Knie – ein Leben lang. „Die neue Da-Vinci-OP wollen wir von nun an fest am UKB etablieren. Für die weitere Zusammenarbeit mit Prof. Hornemann planen wir ein Patientinnen-Register und eine weitere Studie. Wir wollen vor allem auswerten, wie sich die OP langfristig auf die Lebensqualität der Patientinnen auswirkt“, erläutert Prof. Alexander Mustea, Direktor der Klinik für Klinik für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie am UKB.

Startbild: (l.) Prof. Dominique Könsgen-Mustea an der Da-Vinci-Konsole und (mittig) Prof. Alexander Mustea am OP-Tisch bei der weltweit ersten Da-Vinci-OP zur Fixierung eines Gebärmutterhalses mithilfe einer Oberschenkelsehne.©Universitätsklinikum Bonn (UKB)/K. Wislsperger

Quelle: Universitätsklinikum Bonn


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