Können Roboter Menschen vertrauen?

UDE

Veröffentlicht 25.11.2022 08:10, Dagmar Finlayson

Können Roboter Menschen vertrauen? „Ganz so weit ist die Künstliche Intelligenz (KI) noch nicht“, sagt Dr. Michael Prilla, neuer Professor für Interaktive Systeme an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE). „Wir untersuchen aber, wie sich Vertrauen zwischen ihnen auf die Zusammenarbeit auswirkt.“ Zudem möchte er KI stärker im Gesundheitswesen einbinden.

„KI muss unser Verhalten verstehen und bei der Zusammenarbeit transparent sein, damit der Mensch weiter im Zentrum steht“, so Prilla. Beispiel ist die digitale Kundenkommunikation, bei der Anfragen online gestellt werden, statt sie vor Ort zu regeln. „Bei sich wiederholenden Fragen und Tätigkeiten ist KI sehr hilfreich, sie muss aber auf die Menschen eingehen können.“

Aktuell erforscht der 45-Jährige im Projekt MINERVA, wie die Digitalisierung im Handwerk aussieht. „Die Arbeit müssen Fachkräfte vor Ort erledigen. Aber Beraten oder Planen geht auch gut virtuell“, sagt er. Dafür entwickelt der Informatiker mit Team eine Plattform für Technologien wie textbasierte Dialogsysteme (Chatbots), die etwa Betriebe zur Kundenkommunikation nutzen können.

Für 2023 plant Prilla zwei Projekte: Bei KEIKO sucht er im Team nach Grundlagen für ‚Künstliche Empathische Intelligente Kollaborierende Roboter‘. Dazu werden etwa die Pupillen von Teilnehmenden gefilmt. „Wir erfassen so die Gefühle und Aufmerksamkeit und beachten sie bei der KI-Steuerung. Damit ist KI kognitiv intelligent und bekommt grundlegende Empathie. Sie kann sich besser auf uns einstellen“, erklärt der UDE-Prof. Unterstützung bekommt er von den Unis Clausthal und Göttingen. Das zweite Projekt „DigiCare: Digitales Selbstmanagement für die Onkologie“ fragt, wie KI Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen optimiert. „Onkologie-Patient:innen sollen möglichst selbstbestimmt bleiben. Wir entwickeln eine zertifizierte Applikation zum Symptommanagement weiter und digitale Dialogmöglichkeiten.“ Die App helfe, mit Symptomen besser umzugehen und die Kommunikation mit Angehörigen und Ärzt:innen zu regeln. Einsetzbar sei sie auch bei chronischen Krankheiten.

Prilla studierte Informatik (1997-2004) an der Universität Dortmund und war 2007 Gastwissenschaftler an der University of Colorado at Boulder (USA). Nach sehr guter Promotion (2010) forschte er mit Unterbrechung mehrere Jahre als Senior Researcher an der Uni Bochum (2004-2012; 2013-2016). Bevor er an die UDE kam, war er Vertretungsprofessor für Wirtschafsinformatik an der Uni Siegen (2012/13) und war seit 2017 Professor an der TU Clausthal. Seine Publikationen wurden mehrfach ausgezeichnet.

https://www.uni-due.de/interaktivesysteme/team

Foto: Prof. Dr. Michael Prilla ©UDE/Bettina Engel-Albustin

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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