Gründung der Klinik IT Genossenschaft durch bayerische Kliniken

IT

Veröffentlicht 23.05.2023 09:00, Kim Wehrs

Am 15.05.2023 gründeten bayerische Krankenhausträger die Klinik IT Genossenschaft (Klinik IT eG) in München. Vorangegangen waren intensive Vorbereitungsarbeiten, die über die Bayerische Krankenhausgesellschaft e. V. (BKG) und die Klinik-Kompetenz-Bayern e. G. (KKB) koordiniert wurden.

Zum Wohle der Patientenversorgung bündelt die neue Genossenschaft die Kräfte und Interessen der Krankenhäuser im IT-Bereich. Konkret sollen gemeinsame IT-Lösungen projektiert, entwickelt und beschafft werden. Ein erstes Projekt soll die Realisierung und die Koordination des Betriebs eines gemeinsamen Patientenportals „mein-krankenhaus.bayern“ sein, das sich durch die Krankenhausträger derzeit im Vergabeverfahren befindet.

Zudem entwickelt die Genossenschaft eine gemeinsame Digitalstrategie für die Krankenhäuser. Das Vorhaben ist in den Digitalplan des bayerischen Staatsministeriums für Digitales (StMD) aufgenommen worden und es findet ein enger Austausch mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) statt.

Michael Hoffmann (Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG), Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Gesellschaft, betont: „Die Klinik IT eG bietet ihren Mitgliedern zahlreiche Chancen, die Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung künftig leichter zu bewältigen: Skaleneffekte können gehoben, die Position am Markt gestärkt, gesetzliche Anforderungen leichter erfüllt werden, um nur einige zu nennenWir freuen uns, dass der Freistaat unsere Klinik IT-Kooperation in seinen ‚Digitalplan Bayern‘ aufgenommen hat.

Die beiden ehrenamtlichen Vorstände der Klinik IT eG, Martin Gösele (Vorstand Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen KU) und Dietmar Pawlik (kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Bayreuth GmbH) betonen: „Die ersten 16 Mitglieder sind als Startpunkt zu verstehen. Das enorme Interesse der bayerischen Krankenhäuser an Kooperationen im IT-Bereich zeigt sich beim gemeinsamen Patientenportal mein-krankenhaus.bayern, an dem 110 bayerische Krankenhäuser im Rahmen der laufenden Verbundausschreibung beteiligt sind.

Manfred Wendl, Vorstand des Gründungsmitglieds Klinikum St. Marien Amberg KU und Mitglied des KKB-Vorstands merkt dazu: „Klar ist: Kaum ein Klinikum wird die enormen Herausforderungen im Bereich der IT künftig allein bewältigen können. Cyberangriffe nehmen zu, die gesetzlichen Anforderungen an die IT-Sicherheit steigen, Digitalisierung wird zum Wettbewerbsfaktor um Arbeitskräfte und Patient:innen. Dass wir mit Einzelkämpfertum nicht weiterkommen, zeigte uns spätestens das Krankenhauszukunftsgesetz, mit dem die Digitalisierung zum Muss für die Krankenhäuser wird.

Vorstand und Aufsichtsrat der neuen Klinik IT eG betonen gemeinsam: „Jetzt heißt es: Ärmel hochkrempeln. Wir stehen vor großen Aufgaben: Als erste Projekte werden wir das gemeinsame Patientenportal mein-krankenhaus.bayern aufbauen, um unseren Patientinnen und Patienten die Möglichkeit zu geben, aktiver an ihrer Behandlung teilzunehmen und weitere Projekte, wie beispielsweise ein gemeinsames IT-Sicherheitsteam, für die beteiligten Kliniken ins Leben zu rufen.

Folgende Krankenhäuser sind die Gründungsmitglieder der Klinik IT eG:

  • Arberlandkliniken KU (AöR)
  • Heiligenfeld GmbH
  • Innklinikum gKU Altötting und Mühldorf (AöR)
  • Kliniken am Goldenen Steig gGmbH, Freyung
  • Kliniken Dr. Erler gGmbH
  • Kliniken Nordoberpfalz AG
  • Kliniken Südostbayern AG
  • Klinikum Aschaffenburg- Alzenau gGmbH
  • Klinikum Bayreuth GmbH
  • Klinikum Fichtelgebirge KU (AöR)
  • Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz gGmbH
  • Klinikum Landsberg am Lech KU (AöR)
  • Klinikum Memmingen
  • Klinikum St. Marien Amberg KU (AöR)
  • Kreisklinik Wörth a. d. Donau
  • Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen KU (AöR)

Die Gründungsmitglieder vereinen bereits über 30 Krankenhäuser und damit schon deutlich über 10 % der stationären Behandlungskapazitäten in Bayern. Im Laufe der nächsten Monate sollen schrittweise weitere Kliniken dazu kommen. Nach der Bettenzahl haben etwa ein Drittel der Kliniken in Bayern bereits ein grundsätzliches Interesse zur Teilnahme mitgeteilt.

Eine frühzeitige Gründung der Klinik IT e. G. ist für die Aufbauarbeit in den nächsten Monaten erforderlich.

In den ersten Gremien wurden gewählt:

Mitglieder des Aufsichtsrates:

  • Michael Hoffmann, Kliniken Nordoberpfalz AG (Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Sebastian Lehotzki, Klinikum Aschaffenburg-Alzenau gGmbH (stv. Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Dr. Uwe Gretscher, Kliniken Südostbayern AG
  • Michael Krappmann, Kliniken Dr. Erler gGmbH

Vorstand:

  • Martin Gösele, Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen KU (AöR)
  • Dietmar Pawlik, Klinikum Bayreuth GmbH

Der erste Sitz der Geschäftsstelle der Klinik IT e. G. ist 80331 München, Radlsteg 1, als Untervermietung am Sitz der Bayerischen Krankenhausgesellschaft.

Die operative Betriebsaufnahme ist innerhalb der nächsten Wochen geplant.

 

Bildunterschrift:
Vorne von links nach rechts: Aufsichtsrat Michael Krappmann, Aufsichtsrat Dr. Uwe Gretscher, Norman Lüttgerding (in Vertretung für Dietmar Pawlik), Aufsichtsratsvorsitzender Michael Hoffmann, stv. Aufsichtsratsvorsitzender Sebastian Lehotzki und Vorstand Martin Gösele

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft ist der Zusammenschluss von etwa 190 Krankenhausträgern mit über 360 Krankenhäusern und insgesamt ca. 75.000 Betten in Bayern. Etwa 3 Millionen Patient:innen werden jährlich in den bayerischen Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Zusätzlich versorgen die Kliniken im Freistaat über 2,5 Mio. ambulante Notfallpatient:innen. Die bayerischen Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber Bayerns. Über 210.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von bayerischen akutstationären Krankenhäusern, davon über 30.000 Ärzt:innen sowie knapp 80.000 im Pflegedienst sowie etwa 100.000 in weiteren Berufen und Tätigkeitsbereichen im Krankenhaus. Etwa 13.000 Auszubildende in der Pflege sowie etwa 2.300 in einer Vielfalt von weiteren Ausbildungsberufen werden in den Kliniken im Freistaat ausgebildet.    
(Stand: 04/2023; Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis sowie BKG)


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