Optimierung von Arbeitsabläufen und Sicherheit im Krankenhaus

Entlastung

Veröffentlicht 03.03.2024 06:50, Dagmar Finlayson

In vielen kritischen Branchen in Deutschland herrscht Personalmangel. Immer mehr Organisationen greifen zur Entlastung auf Zeit- und Leihpersonal zurück.

Deutschland sucht Fachkräfte aus aller Welt, doch die Bundesagentur für Arbeit konnte im vergangenen Jahr nur 656 Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben. Zehntausende wären nötig, um die Lücke zu schließen. Das Gesundheitswesen braucht mehr Fachkräfte, denn die Anforderungen an die Pflegeteams steigen. Eine ausreichende Personalausstattung der Krankenhäuser ist entscheidend, denn ständiger Personalmangel belastet Ärzte und Pflegekräfte und führt zu Burnout. Trotz des Stresses wird das Krankenhauspersonal die Patientenversorgung immer an erste Stelle setzen - und dabei häufig Cybersicherheitsmaßnahmen umgehen, um die Versorgung effizienter zu gestalten.

Was digitale Identitätslösungen für Krankenhäuser leisten können

Da die Arbeitsbelastung aufgrund von Personalengpässen ohnehin schon steigt, können es sich Klinikangestellte nicht leisten, wertvolle Zeit für die Patientenversorgung zu verlieren.Während einer Schicht authentifiziert sich das Krankenhauspersonal dutzende bis hunderte Male an mobilen und stationären Geräten, Arbeitsplätzen und Anwendungen. . Lange Passwörter und erhöhte Authentifizierungsanforderungen können jedoch viel Zeit kosten. Aus diesem Grund umgehen viele die Sicherheitsanforderungen und nutzen gemeinsame Logins oder lassen Arbeitsplätze entsperrt zurück, wodurch sich für böswillige Akteure klaffende Lücken auftun und die Patientendaten ungeschützt bleiben. Angesichts der zunehmenden Cyber-Bedrohungen können die Sicherheitsanforderungen im Gesundheitswesen nicht ignoriert werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben sich viele Organisationen im Gesundheitswesen für Identity Access Management (IAM)-Lösungen entschieden, um sowohl die Sicherheit als auch die Benutzerfreundlichkeit zu optimieren. Hier sind einige dieser Lösungen und ihre Vorteile:

Identity Lifecycle Management: Da sich die Zugriffsrechte von Krankenhausmitarbeitenden häufig ändern, ist es wichtig, rollenbasierten Zugriff schnell gewähren, entziehen und überwachen zu können. Wird dieser Prozess manuell durchgeführt, ist er zeitaufwändig, fehleranfällig und für die IT-Teams mühsam. Darüber hinaus birgt er Sicherheitsrisiken, wie inaktive Anmeldedaten und über- oder unterprivilegierten Zugriff. Identity & Access Management-Lösungen können den Zugriffsprozess für neue, wechselnde und ausscheidende Mitarbeiter automatisieren, dokumentieren und kontrollieren. Wenn beispielsweise ein neuer Arzt eingestellt wird, kann eine IAM-Lösung automatisch neue Benutzerkonten erstellen und ihm die entsprechenden Rollen und Zugriffsrechte auf der Grundlage seines Fachgebiets und seiner Abteilung zuweisen. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, entzieht die Lösung ihm automatisch den Zugriff auf alle Systeme und Anwendungen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Krankenhausmitarbeiter nur auf die Ressourcen zugreifen können, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Enterprise Access Management: Das Krankenhauspersonal benötigt einen bedarfsgerechten Zugang zu klinischen Anwendungen, um Patienten schnell behandeln zu können, stößt jedoch häufig auf Sicherheitsbarrieren, die zu Passwortmüdigkeit und geringerer Produktivität führen. Gleichzeitig müssen Gesundheitseinrichtungen Schutzmaßnahmen ergreifen, um Cyber-Risiken zu minimieren. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, können Krankenhäuser Lösungen implementieren, die einen sicheren, schnellen Zugriff und eine passwortlose Authentifizierung für Anwendungen ermöglichen:

  • Single Sign-On (SSO): Single Sign-On kann sowohl die Sicherheit als auch die Produktivität der Benutzer erhöhen, da die wiederholte manuelle Eingabe von Anmeldeinformationen entfällt. Stattdessen können sich Klinikmitarbeitende einfach mit ihrem Badge in ihre Anwendungen einloggen und sich nach der Arbeit wieder abmelden. Mit einer zuverlässigen SSO-Lösung können Klinikmitarbeitende durchschnittlich 45 Minuten pro Schicht einsparen, was mehr Zeit für die Patientenversorgung bedeutet.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Bei der Multi-Faktor-Authentifizierung muss ein Benutzer zwei oder mehr Verifizierungsfaktoren angeben, um Zugang zu Anwendungen zu erhalten. Lösungen mit flexiblen Authentifizierungsmodalitäten können diesen Prozess jedoch unsichtbar machen. Kliniker können bequeme Methoden wie Token-basierte Authentifizierung, Proximity-Authentifizierung oder biometrische Authentifizierung verwenden, die nicht stören und gleichzeitig sicherstellen, dass der Benutzer derjenige ist, der er vorgibt zu sein.
  • Privileged Access Management (PAM): PAM-Lösungen reduzieren das Risiko eines unberechtigten Zugriffs auf privilegierte Konten und unterstützen Krankenhäuser bei der Einhaltung verschiedener Sicherheitsvorschriften, die von Krankenhäusern die Implementierung von Kontrollen zum Schutz privilegierter Konten verlangen. Sie liefern detaillierte Audit-Protokolle aller Aktivitäten mit privilegierten Konten, die zur Untersuchung von Sicherheitsvorfällen und zur Identifizierung potenzieller Compliance-Verstöße verwendet werden können. Darüber hinaus automatisieren sie viele der mit der Verwaltung privilegierter Konten verbundenen Aufgaben, wie z. B. die Passwort-Rotation und die Bereitstellung von Konten, so dass sich das IT-Personal auf andere Aufgaben konzentrieren kann.

Sicherheitslösungen zum Schutz sensibler Patientendaten: Fortschrittliche Sicherheitslösungen ermöglichen es Organisationen im Gesundheitswesen, sensible Patientendaten zu schützen und eine sichere digitale Umgebung aufrechtzuerhalten. Sie bieten eine Echtzeit-Erkennung von Anomalien beim Zugriff auf kritische Systeme und liefern sofortige Informationen über verdächtige Aktivitäten. Darüber hinaus liefern sie umsetzbare Empfehlungen für Abhilfemaßnahmen, so dass Krankenhäuser proaktiv Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Sicherheitslage ergreifen können, um Sicherheitsverletzungen zu verhindern und die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen sicherzustellen.

Durch den Einsatz von IAM-Lösungen erhöhen deutsche Krankenhäuser die Sicherheit und entlasten gleichzeitig das Personal, so dass mehr Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung steht.  Sie können Personalengpässe und hohe Arbeitsbelastungen durch Effizienz- und Produktivitätssteigerungen abfedern - ein echter Gewinn für Personal und Patienten.

Autor:

Ingo Buck, Geschäftsführer Imprivata OGiTiX GmbH


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