Generative KI als Baustein der Sicherheitsarchitektur

KI

Veröffentlicht 31.05.2024 08:00, Kim Wehrs

Kombiniert man KI mit Cyber-Sicherheit, entstehen ebenso viele neue Möglichkeiten wie Herausforderungen. Für viele Sicherheitsexperten ist es eine ausgemachte Sache, dass KI (GenAI)  in der IT-Sicherheit das Mittel schlechthin gegen immer ausgefeiltere Cyber-Angriffe ist. Marktforscher von Vanson Bourne konnten für das  Gesundheitswesen herausfinden: GenAI hat/kann die manuelle Arbeit der Sicherheitskräfte erheblich reduzieren. 

Obwohl mehr als 70 Prozent der Befragten zuversichtlich sind, was den Schutz ihrer Organisation angeht, geben 89 Prozent an, dass qualifizierte Mitarbeiter zu finden eine Herausforderung darstellt. In Europa ist das Defizit von allen Regionen am größten: 96 Prozent der befragten Sicherheitsexperten sagten, dass es mindestens eine geringe Qualifikationslücke gibt – 45 Prozent behaupteten sogar schwerwiegende Defizite. In der Cyber-Sicherheit ist das ein ernsthafter Dämpfer für die Effektivität, mit der Unternehmen die richtigen Abwehrmaßnahmen gegen KI-gestützte Hacker-Attacken ergreifen können.

Den befragten Fachleuten zufolge beeinträchtigen Qualifikationslücken die Fähigkeit einer Organisation, effiziente Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen, erheblich. Beachtliche 98 Prozent der Betroffenen berichteten in diesem Zusammenhang von einer „Auswirkung“ auf ihre Sicherheitsabläufe, wobei 40 Prozent sogar von einer „starken Auswirkung“ sprachen.
 

Generative KI gibt Anlass zur Hoffnung 

Fast alle befragten Organisationen meldeten, dass sie in den Bereichen Incident Response, Malware-Abwehr und dem Schutz vor Datenverlust auf KI-gestützte Tools zurückgreifen. KI spielt eindeutig eine zentrale Rolle für einen besseren Schutz der digitalen Landschaft. Unternehmen haben GenAI auch für strategische Zwecke eingesetzt. Ein beträchtlicher Teil der Befragten sagte, dass sie die Technologie seit über einem Jahr einsetzen, um die Cyber-Sicherheit gegen hochentwickelte Bedrohungen zu verbessern. Als Beispiel wurde die Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit auf Vorfälle genannt.

Alle Regionen gaben zu Protokoll, dass GenAI-Tools ein besseres Verständnis des Nutzerverhaltens und von Anomalien ermöglichen. Die Befragten in Europa waren sich jedoch weniger einig darüber, ob KI mit höherer Effizienz verbunden werden kann, zum Beispiel durch verbesserte Bedrohungsprävention und -erkennung, optimierte Sicherheitsabläufe und Ressourcen-Zuweisung. Die größte Diskrepanz (15 Prozent verglichen mit den anderen Regionen) gab es bei der Wahrnehmung der Arbeitsentlastung durch KI: Nur 23 Prozent der europäischen Befragten waren der Auffassung, dass KI die manuelle Arbeit der Sicherheitsleute reduzieren wird.

GenAI kann somit Personallücken schließen und ein Verbündeter bei der Behebung des Qualifikationsdefizits sein. Sie ist eine Möglichkeit, um bestehende Fähigkeiten zu erweitern und die Effizienz zu verbessern, insbesondere in Sektoren mit einem hohen Bedarf an Cyber-Sicherheitskenntnissen.
 

Branchenspezifische Einblicke 

Die Auswirkungen von Gen-AI variieren je nach Sektor, wobei besondere Vorteile im Gesundheits- und Finanzwesen zu beobachten sind. Diese Branchen erkennen das Potenzial von Gen-AI, die manuelle Arbeit erheblich zu reduzieren und die Effizienz von Incident Response zu erhöhen.

Die Bereitschaft, GenAI in die Cyber-Sicherheit zu integrieren, ist groß. 90 Prozent der Unternehmen planen, KI/ML- und GenAI-Tools die Priorität und entsprechend mehr Budget einzuräumen. Obwohl die Aussicht also optimistisch gestimmt ist, bleiben Bedenken und Herausforderungen bestehen. Unternehmen betonen, wie wichtig es ist, KI-Modelle auf dem neuen Stand zu halten und sich gleichzeitig der Herausforderungen bewusst zu sein, darunter die Einhaltung von Datenvorschriften. 

Quelle:  Studie von Check Point und Vanson Bourne 2024


Autor Wolf-Dietrich Lorenz
Foto: Adobe Stock / Metro Hopper


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