HNO-Klinik des UKSH, Campus Kiel, setzt als eine der ersten Kliniken weltweit neues System ein

Smart

Veröffentlicht 26.08.2025 09:10, Kai Wehrs

Wieder hören mit smarten Cochlea-Implantaten - Als eine der ersten Kliniken weltweit hat das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, smarte Cochlea-Implantate im Rahmen der klinischen Versorgung erfolgreich implantiert. Die Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Phoniatrie und Pädaudiologie übernimmt damit eine internationale Vorreiterrolle in der Versorgung hochgradig schwerhöriger und gehörloser Menschen.

In einer frühen Phase der kontrollierten Markteinführung wurde die HNO-Klinik unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Wiegand als eine von nur drei Kliniken weltweit ausgewählt, das System bereits vor dem offiziellen Marktstart zu testen. Bereits im Juli 2024 erhielt ein erster Patient am Campus Kiel das smarte Cochlea-Implantat. Bis heute wurden in der Klinik zahlreiche Patientinnen und Patienten erfolgreich mit dem neuen System versorgt – sie können dank modernster Technik wieder aktiv am sozialen Leben teilnehmen.

Bild: Ein Dummy des smarten Implantates der Firma Cochlear. Foto: UKSH

„Ich bin begeistert davon, dass ich wieder hören kann", sagt Hanns Lothar Kaempfe, der seit einem halben Jahr mit dem neuen Implantat lebt. „Für mich ist es auch ganz entscheidend, dass ich gut mit dem Gerät umgehen und es selbstständig über mein Smartphone steuern kann."

„Das Implantat wird in einem rund neunzigminütigen Eingriff unter die Haut hinter dem Ohr eingesetzt. Eine feine Elektrode wird in die Hörschnecke, die Cochlea, eingebracht. Der externe Soundprozessor wandelt akustische Signale wie Sprache und Musik in elektrische Impulse um. Diese reizen den Hörnerv und machen Hören wieder möglich“, sagt Dr. Goetz Brademann, Oberarzt der HNO-Klinik, der das Implantat erstmals in der klinischen Regelversorgung am UKSH eingesetzt hat.

Das smarte Cochlea-Implantat verfügt über einen integrierten Speicher und einen innovativen Signalprozessor. Es ist das erste CI-System mit aktualisierbarer Firmware. Neue Funktionen und technische Weiterentwicklungen können so per Software-Update nachgereicht werden – ohne zusätzlichen operativen Eingriff. Alle individuellen Höreinstellungen sind im Implantat selbst gespeichert. Sollte ein Wechsel des externen Sprachprozessors nötig werden, können die Daten auf ein neues Gerät übertragen werden – ein Besuch in der Klinik zur Neukonfiguration entfällt.

HNO

Bild: Dr. Goetz Brademann, Oberarzt der HNO-Klinik, Campus Kiel, mit Patient Hanns Lothar Kaempfe, Foto: UKSH

In der HNO-Klinik, Campus Kiel, und im kooperierenden CI-Zentrum Schleswig sorgen ein ärztliches, audiologisches und logopädisches Team sowie Audiometrieassistentinnen und -assistenten für eine umfassende Betreuung. Im Rahmen der ambulanten Nachsorge wird jedes Hörsystem individuell angepasst, damit die Patientinnen und Patienten Schritt für Schritt ihr Hörvermögen zurückerlangen.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


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